diagnose funk

Das Smartphone – mein Personal Big Brother

Zeitschrift ÖkologiePolitik mit Schwerpunkt BigData
Wer dazugehören will, nutzt ein Smartphone, Tablet oder eine smarte Armbanduhr, googelt, ist vernetzt auf Facebook, Twitter, Instagram oder WhatsApp. Wer kennt deren AGB oder schützt seine Daten? Kaum einer. Das könnte fatale Folgen haben! Wir sind auf dem Weg in die smarte digitale Diktatur – in eine Gesellschaft ohne Privatsphäre und ohne Demokratie.

Die neue Ausgabe der Zeitschrift ÖkologiePolitik hat den Schwerpunkt BigData. Sie enthält u.a. einen Artikel  von Peter Hensinger, Mitglied im Vorstand von diagnose:funk, zum Ausmaß und den Planungen der Überwachung der Bevölkerung durch digitale Medien.
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Angenommen, unsere Regierung würde beschließen, dass jeder Bürger eine Funk- und Videowanze rund um die Uhr eingeschaltet tragen muss, die ständig seinen Standort und seine Kommunikation überträgt. Mit der Begründung: Dann könne der Staat sich viel besser um dessen Bedürfnisse kümmern. Das würde als totalitäre Bespitzelung abgelehnt. Doch es ist eigentlich schon Realität: Ob im Zug, im Restaurant oder auf der Straße – schweigende Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die in gebückter Haltung gefesselt auf ihr Smartphone starren und an Amazon, Google und Apple, an Versicherungen, Autokonzerne und Geheimdienste ihre persönlichsten Daten abliefern. „Smartphones sind Messgeräte, mit denen man auch telefonieren kann … Dabei entstehen riesige Datenmengen, die dem, der sie analysiert, nicht nur Rückschlüsse auf jedes Individuum erlauben, sondern auch auf die Gesellschaft als Ganzes“, schreibt Yvonne Hofstetter in ihrem Buch „Das Ende der Demokratie“.

Ausspionieren für Konsum und Profit

Jeder Smartphone-Vorgang und Google­Klick wird in Echtzeit von Dutzenden Firmen gespeichert, um Personenprofile – digitale Zwillinge – zu erstellen. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) schreibt, das Ziel von Big Data sei es, über den „direkten Kundenzugang die Kontrolle über die Kundenschnittstelle [zu] gewinnen, so wie dies zum Beispiel Google mit dem Android für mobile Endgeräte gelungen ist. Ein derartiges Agentenmodell gewinnt an Bedeutung, da empirisches Wissen über den Kunden und seine Bedürfnisse von enormem Wert ist.“

Der gläserne Konsument, erschaffen durch Big Data, ist eine Bedingung für das Anheizen des konsumorientierten Wachstums....

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Artikel veröffentlicht:
13.03.2018
Autor:
Peter Hensinger
Quelle:
www.oekologiepolitik.de

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