Mobilfunkstrahlung - ein Risiko? Über den aktuellen Stand der Forschung informiert sein.

Ein Kompass durch eine scheinbar verwirrende Debatte.
Die Industrie hat ein existenzielles Interesse daran, dass Gesundheitsrisiken ihrer Produkte nicht bekannt werden. Dafür betreibt sie einen großen Aufwand. Wie dies aktuell im Mobilfunkbereich mit der Hilfe von Werbeagenturen, Medien und Behörden geschieht, das analysiert diagnose:funk und gibt den Initiativen einen Kompass für die Orientierung im Dschungel der Argumente.
diagnose:funk

Bürgerinitiativen und alle Verbraucher sollten über den Stand der Forschung informiert sein. Das ist nicht kompliziert, wenn man die Taktiken der Industrie und Behörden, mit denen Risiken verschleiert werden, durchschaut. diagnose:funk hat die Taktiken, die den klimakillenden Konsum- und Wachstumshype, der durch die Digitalisierung erwartet wird, absichern sollen, analysiert:

 

Taktik 1: Risiken abstreiten, so wie z.B. Telefonica-Chefs Markus Haas:

  • „Uns beunruhigt diese Diskussion sehr, weil sie faktenfrei ist. Es gibt keinerlei wissenschaftlich fundierte Studien, die auch nur irgendeine Gesundheitsgefährdung sehen.“

Taktik 2: Wissenschaftlichkeit simulieren. Das Bundesamt für Strahlenschutz betont, dass es ständig die Studienlage analysiert, in Sorge um die Gesundheit, aber keine Studienergebnisse findet, die Gesundheitsrisiken belegen, im Gegenteil, es behauptet:

  • Es gebe keine Erkenntnisse, dass es unterhalb der Wärmeschwelle gesundheitsschädliche Auswirkungen durch Mobilfunkstrahlung gibt.
  • Alle Studien, die unterhalb der Grenzwerte Effekte nachgewiesen haben, seien Einzelfälle, konnten nicht reproduziert werden und erfüllten nicht wissenschaftliche Kriterien. (Studien, die keine Effekte zeigen, werden in der Regel jedoch ungeprüft begrüßt und verbreitet.)
  • Die nicht-ionisierende Strahlung habe grundsätzlich nicht die Energie, Zellen zu schädigen.
  • Die Grenzwerte schützten alle Personengruppen vor Gesundheitsschäden.

Taktik 3: Anzweifeln. Aussagekräftige Studien, die Risiken nachweisen, liegen vor und beunruhigen die Industrie. Man zweifelt die Ergebnisse an, initiiert eine Phase verwirrender Debatten, wirft Nebenfragen auf, um vom Hauptergebnis abzulenken.

Taktik 4: Täuschen. Mit Fehlinterpretationen von Studien, Entwarnungs- und Gefälligkeitstudien sollen die Nutzer und die Politik verunsichert und Entscheidungen verhindert werden, man versucht eine Paralyse durch Analyse herzustellen.

Für die Konzeption dieser Taktiken werden Kommunikationsagenturen nach US-Vorbild angeheuert. In Deutschland wurde für die 5G-Kampagne der Bundesregierung die Werbeagentur Scholz & Friends beauftragt. Umfassend werden diese Taktiken im Grundsatzartikel von David Michaels, Behördenchef unter Präsident Obama, und in den beiden Bänden der EUA (Europäische Umweltagentur) „Späte Lehren aus frühen Warnungen“  dargestellt. Die EUA hat ein 10 Phasen-Schema herausgearbeitet, nach dem die Industrie vorgeht. 

Diese Taktiken wirken zeitweilig, insbesondere in der Politik. Von Flensburg bis Garmisch bekommen derzeit besorgte BürgerInnen von allen Regierungsparteien dieselben Antworten, generiert aus Textbausteinen des Bundesamtes für Strahlenschutz. Sie können jedoch die Fakten nicht aus der Welt schaffen. Es liegen inzwischen klare Erkenntnisse über das Schädigungspotential der Mobilfunkstrahlung vor, nachgewiesen durch Studien auf höchstem wissenschaftlichen Niveau.

 

Über die Studienlage und diese vier Industrietaktiken informiert diagnose:funk

 

Studienlage kompakt: diagnose:funk hat in einem Impulsvortrag, der kontinuierlich aktualisiert wird, den Stand der Forschung zusammengefasst. Dieser Vortrag ist das zentrale Dokument, das alle Initiativen und Aktiven als Argumentationsgrundlage kennen sollten.

Gesamtüberblick über die Studienlage: Den gibt unsere Zusammenstellung von 113 Reviews.

Selbst Recherchieren: auf unserer Datenbank www.emfdata.org. Die Datenbank enthält jetzt 514 Studien zu elektromagnetischen Feldern des Mobilfunks, davon sind 330 detailliert ausgewertet. Mit Hilfe der Filterfunktionen finden Sie gewünschte Studien.

Immer auf dem Laufenden sein: Vierteljährlich erscheint der ElektrosmogReport mit 12 neuen Studien. Nur noch diagnose:funk wertet im deutschsprachigen Raum kontinuierlich die Studienlage aus. Bis 2017 machte das in vorbildlicher Weise das offizielle EMF-Portal, dann strich die Bundesregierung die Mittel für die Summaries.

Neueste amtliche Dokumente kennen. Zwei Dokumente sollten Sie kennen:

  • 1. Die STOA-Studie (auch zusammengefasst in einem d:f Brennpunkt), herausgegeben vom Technikfolgenausschuss des EU-Parlaments und die Versuche des Bundesamtes für Strahlenschutz, die Studie durch verwirrende Debatten zu diskreditieren: https://www.diagnose-funk.org/1883.
  • 2. Im Amtsblatt der EU vom März 2022 wurde die Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts-und Sozialausschusses (EWSA) veröffentlicht, in der von den Regierungen gefordert wird, endlich die Studienergebnisse anzuerkennen und eine Schutz- und Vorsorgepolitik einzuleiten. Dazu stellt er konkrete Forderungen auf: https://www.diagnose-funk.org/1828

Die Fehlinterpretationen durchschauen: Im Jahr 2022 lief in den Medien eine koordinierte Entwarnungskampagne „5G und Handys sind ungefährlich“, gemeinsam durchgeführt von Industrie, Bundesregierung und der dpa. Wir haben sie gründlich analysiert, auf der Homepage und in Fachartikeln:

  • "Dichtung und Wahrheit: Ist Mobilfunkstrahlung schädlich? Über Falschinterpretationen und Fälschungen: MOBI-Kids-Studie, UK Million Women-Studie, Röösli-Artikel, STOA-Studie", >>> https://www.diagnose-funk.org/1866.

Unsere Analysen, die teilweise auf Englisch erschienen sind, fanden auch international bei kritischen Wissenschaftlern Anerkennung.

Die Killerargumente kennen: „Mobilfunkstrahlung hat nicht die Energie, Zellen zu schädigen!“, „Je näher der Sendemast am Wohngebiet, desto geringer die Strahlenbelastung!“, „Krebsgefahr? Nein, Mobilfunk ist so gefährlich wie der Verzehr von eingelegtem Gemüse oder Kaffee!“, "Die Grenzwerte schützen!" - in einer Artikelserie sezieren wir diese Argumente >>> https://www.diagnose-funk.org/forschung/mobilfunk-risikobewertungen/scheinargumente-und-halbwahrheiten

Das Lobbysystem durchschauen: Dazu verhilft

Das Greenwashing der angeblichen Nachhaltigkeit der Digitalisierung durchschauen: Dazu verhilft unsere Artikelserie

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