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Erneuter Zusammenhang von Handys und Tumoren

Erneut werden Handys mit Tumoren in Zusammenhang gebracht
Quelle: Louis Slesin, Microwavenews, 01.12.2010, www.microwavenews.com
Deutsche Übersetzung: Diagnose-Funk
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung durch Louis Slesin

Der Zusammenhang mit Gehörnervtumoren (Akustikusneurinomen) wird immer deutlicher.
Forscher in Tokyo haben nun ebenfalls berichtet, dass sie bei langjährigen Handy-Nutzern häufiger Tumore des Hör- und Gleichgewichtsnervs gefunden haben – womit sie die dritte Gruppe sind, die diesen Zusammenhang nachweisen. Diejenigen, die Handys für mehr als 20 Minuten pro Tag für mindestens fünf Jahre verwendeten, hatten dreimal häufiger Akustikusneurinome als erwartet. Das japanischeTeam sah zudem einen deutlichen Hinweis für eine Dosis-Reaktions-Beziehung: Je länger die Studienteilnehmer Handys verwendeten – sowohl hinsichtlich der Dauer der täglichen Anrufe in Minuten, als auch der Anzahl an Jahren der Handynutzung – desto größer war ihr Risiko an einem Gehörnervtumor zu erkranken.

Wenn man den neuen, in Bioelectromagnetics veröffentlichten Bericht ließt, bekommt man den Eindruck, dass der leitende Forscher Naohito Yamaguchi es bevorzugt hätte, wenn es keinen Zusammenhang gegeben hätte. So berichteten er und die japanische Interphone-Forschungsgruppe in einer getrennten Studie noch vor vier Jahren. Dieses Mal räumen er und seine Mitarbeiter an der Tokyo Women's Medical University ein, dass es sich um ein tatsächliches Risiko handeln könnte. “Wir konnten keine überzeugenden Indizien für einen verzerrenden Einflussfaktor finden, welcher die beobachtete Zunahme der Tumore vollständig hätte erklären können,” schrieben sie.

Seltsamerweise nennt Yamaguchi keine Gründe, warum die neue Studie auf ein Risiko hindeutet, während dies bei seiner Interphone-Studie nicht der Fall war.
(Man muss bedenken dass die Studien unterschiedlich konzipiert sind.) Noch eigenartiger ist zudem, dass Yamaguchi keinen der beiden anderen Berichte erwähnt, welche einen Zusammenhang zwischen Handynutzung und Akustikusneurinomen aufzeigen – er ignoriert damit die Arbeit der Hardell-Gruppe und die zusammengestellte Analyse von fünf nordeuropäischen Ländern, welche zu den 13 Teilnehmerländern des Interphone-Projekts gehören.

Die japanische Studie verstärkt den Druck auf die Interphone-Forscher, ihre Gesamtanalyse der Daten zu Gehörnervtumoren noch vor der im nächsten Mai geplanten Beurteilung des Krebsrisikos durch die IARC (Internationaler Verband zur Krebsforschung) abzuschließen. Der Bericht bezüglich Gehörnervtumoreist unsere Priorität," teilte Joachim Schüzder Microwave News mit. Schüz, der jetzt bei der IARC arbeitet, ist sowohl Mitglied der dänischen wie auch der deutschen Interphone-Studiengruppe. Elisabeth Cardis, die Leiterin des Interphone-Projektes, teilte nur mit, dass der Interphone-Bericht zu Gehörnervtumoren in Vorbereitung ist.

Englische Zusammenfassung der Studie auf PubMed:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21031411

Anmerkung Diagnose-Funk

Auch das Forscherteam um Joshua Muscat von der Pennsylvania State University fand ein 1.7fach erhöhtes Risiko für Gehörnervtumore bei der Nutzung eines Mobiltelefons. Dieses Ergebnis wurde jedoch in der Endfassung der Publikation im Jahr 2002 zensiert. Die unzensierten Datenprotokolle befinden sich in Besitz von Dr. George Carlo, ehem. Koordinator des WTR-Programmes und Auftraggeber von J. Muscat. (Diagnose-Funk berichtete zur Glioma-Studie im Brennpunkt „Insider warnt – dreiste Datenfälschung in der Mobilfunk-Forschung“ vom 7. Januar 2007.

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