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Mobilfunk kann die Zellfunktion stören

Nature veröffentlicht Studie zu biologischen Effekten
Die Polarisation ist ein wohl entscheidender Faktor für das Verständnis von biologischen Effekten elektromagnetischer Strahlung niedriger Intensität. Zu diesem Ergebnis kommt eine Arbeit, die am 12.10.2015 in den 'Scientific Reports' publiziert wurde. Die 'Scientific Reports', herausgegeben von der Nature Gruppe, liegen bei den einflussreichsten Publikationen weltweit auf Platz 5. 'Nature' ist neben der US-amerikanischen Science die weltweit angesehenste Zeitschrift für Naturwissenschaften.

Die Forscher Dr. Dimitris J. Panagopoulos (Univer­sität Athen, Griechenland), Prof. Olle Johansson (Karolinska  Institut,  Stockholm,  Schweden) und Dr. George L. Carlo (Institute  for  Healthful Adaptation, Washington,  DC, USA) zeigen, dass eine Eigenschaft der elektromagnetischen Felder für die Bioeffekte von schwachen technischen elektromagnetischen Feldern (EMF) verantwortlich ist: die Polarisation. In einer Mitteilung der Wissenschaftler heißt es:

"Elektromagnetische Strahlung von der Sonne, die auf den menschlichen Körper einwirkt, ist normalerweise über zehnmal stärker als die entsprechende Strahlung, die von einem digitalen Handygerät während eines Telefonats auf den menschlichen Kopf einwirkt. In ähnlicher Weise hat die Infrarotstrahlung von jedem menschlichen Körper bei normaler Temperatur eine deutlich stärkere Intensität und eine längere Expositionsdauer bei jedem Menschen als die meisten künstlichen Quellen elektroamgnetischer Felder (EMF).  Warum hat dann die erste Art der Strahlung eine positive Wirkung, während letztere schädlich zu sein scheint? In der vorliegenden Studie zeigen wir, dass die von Menschen erzeugten elektromagnetischen Felder deshalb erhöhte negative biologische Wirkungen haben, weil sie alle polarisiert sind, während das bei natürlichen Feldern nicht der Fall ist. Polarisation ist daher ein Parameter von äußerster Wichtigkeit. Bis heute wurde er in der Literatur zu biologischen Wirkungen von elektromagnetischen Feldern weitgehend unterschätzt. Bei den aktuellen Expositionskriterien wurde er auch nicht berücksichtigt. Die vorliegende Studie in Verbindung mit der Theorie zur erzwungenen Schwingung von Ionen („Ion Forced-Oscillation theory“) (siehe Link 1) zeigt, dass die in der Umwelt festgestellten Intensitäten elektromagnetischer Felder von Stromleitungen oder Mobilfunkantennen stark genug sind, um potenziell die Funktion von sämtlichen lebenden Zellen/Organismen zu stören. Deshalb trifft es nicht mehr zu, dass "kein Mechanismus" bekannt ist." (eigene Übersetzung)

Polarization: a key difference between man-made and natural electromagnetic fields, in regard to biological activity. Polarisation: ein wesentlicher Unterschied zwischen künstlich erzeugten und natürlichen elektromagnetischen Feldern in Bezug auf biologische Aktivität.
Panagopoulos DJ, Johansson O, Carlo GL
Erschienen in: Sci Rep 2015; 5 : 14914-1 - 14914-10

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Artikel veröffentlicht:
28.10.2015
Autor:
diagnose:funk
Quelle:
Panagopoulos DJ, Johansson O, Carlo GL | nature.com | sciencedirect.com

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