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Mundhöhlen-Krebs: Erkenntnisse bestätigt

Israelische Handystudie
Eine neue Studie dokumentiert einen starken Anstieg beim Auftreten von Speicheldrüsenkrebs in Israel, der nach Meinung der Forscher mit der Benutzung von Mobiltelefonen zusammenhängen könnte.

Diagnose-Funk hat dazu einen Artikel einer israel. Zeitung übersetzt und veröffentlicht. Die nachfolgende Übersetzung ist nebenstehend auch als PDF zum Download verfügbar!

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Die Studie wurde von der Israel Dental Association (Zahnärzte-Gesellschaft) in Auftrag gegeben und von Avi Zini an der Abteilung der Gesellschaft für Zahnheilkunde an der Hebrew University-Hadassah School of Dental Medicine geleitet.

Die Studie enthielt die Untersuchung über das Auftreten (Inzidenz) von Mundhöhlenkrebs zwischen 1970 und 2006. Unter den Fällen von Speicheldrüsenkrebs fanden die Forscher einen beunruhigenden Anstieg von Fällen bösartigen Wucherungen in der Ohrspeicheldrüse, der Speicheldrüse, die sich hinter dem Ohr befindet, in der Nähe der Stelle, wo das Mobiltelefon während des Gesprächs gehalten wird.

Im Gegensatz dazu, ist das Auftreten von Speicheldrüsenkrebs in der tieferen Zone des Mundes in den sogenannten submandulären und sublingualen Speicheldrüsen stabil geblieben.

Von 1980-2002 ist die Zahl der Ohrspeicheldrüsen bei ungefähr 25 Fällen pro Jahr verblieben. Die Anzahl der Fälle stieg in den folgenden 5 Jahren dramatisch auf 70 pro Jahr an.

"Wir haben von den Patienten keine Daten über den Mobiltelefongebrauch", sagte Zini, "aber der Anstieg (von Krebsfällen) kann absolut auf die zugenommene Exposition durch Mobiltelefone hindeuten und auf die Schäden durch die Strahlung."

Die Forscher beabsichtigen, die Daten von ihren Oral-Krebspatienten während der nächsten Phase der Studie zu sammeln, um den möglichen statistischen Zusammenhang zwischen beiden zu untersuchen.

Von den 11 843 Israelis, die während der untersuchten Periode Oralkrebs entwickelt haben, war der Speicheldrüsenkrebs der dritthäufigste (bei 16.3 Prozent), nach dem Lippenkrebs und dem Rachenkrebs. Die meisten Oralkrebs-Patienten waren über 70, nur 2.7% unter 20 Jahre alt.

Jedoch der Speicheldrüsenkrebs, von dem Forscher vermuten, dass er mit dem Gebrauch von Mobiltelefonen zusammenhängt, war unverhältnismäßig oft bei jungen Patienten festzustellen. Ein Fünftel dieser Patienten waren unter 20. Oralkrebse sind in Israel mit einer hohen Sterberate verbunden, mit Patienten, die im Durchschnitt 5 ½ Jahre leben. Ca. 2 Prozent aller Krebsfälle sind Oralkrebse.

Warnsignale für Krebs bestehen in weißen und roten Flecken im Mund, eine offene Wunde, die 8 Wochen oder länger nicht heilt oder das Auftreten von Flecken auf der Zunge. Die ersten Symptome von Speicheldrüsenkrebs sind Schwellungen oder Schmerzen im Gesicht oder Hals, eine Veränderung der Dicke oder der Form einer Gesichtshälfte oder ein dumpfes Gefühl oder Schlaffheit einer Gesichtshälfte.

Vor 1 ½ Jahren hat eine Studie, geleitet von Siegal Sadetzki vom Gertner Institute of Epidemiology and Health Policy am Sheba Medical Center, Tel Hashomer, einen Zusammenhang zwischen Mobiltelefongebrauch und bösartigen und gutartigen Tumoren am Kopf und Hals gefunden; nach 5 oder mehr Jahren der Exposition einen 34 prozentigen Anstieg vom Auftreten von Tumoren, an der Seite des Gesichts, wo Mobiltelefonbenutzer das Handy halten.

Die Studie bemerkte auch, dass es einen Abfall des Strahlungsniveaus durch den Gebrauch von Zusatzgeräten, wie Ohrhörern gab.

Im Jahr 2007 hat eine andere israelische Studie gefolgert, dass Mikrowellen-Strahlungsfrequenzen, wie sie durch Mobiltelefone emittiert werden, das Risiko von Speicheldrüsenkrebs erhöhen. Das Risiko von Tumoren dieser Drüsen ist ca. 50% höher bei häufiger Benutzung (22 Stunden/Monat), das ergab die Studie, die im American Journal of Epidemiology veröffentlicht wurde.

Artikel veröffentlicht:
04.08.2009
Autor:
Dan Even | dt. Übersetzung des Artikels von diagnose:funk
Quelle:
Haaretz, 16.07.2009 'Israeli study sees link between oral cancer, cell phones'

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