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Mobilfunk: Weiteres Abwarten verbietet sich

Offener Brief an den bayer. Umweltminister
Die Ärztin Dr. med. Waldmann-Selsam unterrichtet über ihre Sammlung von Krankheitsfällen im Zusammenhang mit Mobilfunk.

Dr. med. Cornelia Waldmann-Selsam, Karl-May-Str.48, 96049 Bamberg
Bamberg, den 13.4.06

An den Staatsminister für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz

Dr. W. Schnappauf, Rosenkavaliersplatz 2, 81925 München


Sehr geehrter Herr Minister Dr. Schnappauf,

in den letzten 5 Wochen wurden weitere 160 Familien an Mobilfunkstandorten besucht (Münchberg, Selbitz, Schauenstein, Kronach, Plankenfels, Reundorf, Bamberg, Höchstadt/Aisch, Haarbach/Niederbayern, Deuerling, Bebra, Naumburg, Nebra, Gleina, Homburg, Neunkirchen/Saarland, Freiburg, Dresden).

Die Grenzwerte sind durchgehend eingehalten. Dennoch klagen viele Patienten über zum Teil schwere Gesundheitsprobleme, für welche die behandelnden Ärzte keine Ursache finden können. Die Menschen erholen sich, wenn sie unbelastete Orte aufsuchen können.

Von schon früher besuchten Standorten erreichen uns täglich verzweifelte Anrufe.

An immer mehr Orten wird von der Bevölkerung auch eine lokal umschriebene Häufung von Tumorerkrankungen festgestellt; mehrfach auch innerhalb von Familien.

In Icking z.B. sind eine Mutter und ihre 2 Töchter an Tumoren erkrankt (etliche Anwohner haben Schlafstörungen, Gelenkbeschwerden, Konzentrationsstörungen u.a.; der Bürgermeister ist schwer erkrankt).

In Burgheim finden sich in fast jedem Haus einer stark belasteten Strasse Tumorpatienten.

In einem Ortsteil (ca. 50 Einwohner) von Oberachdorf gibt es mittlerweile 18 Tumorfälle. Viele Erkrankte sind bereits verstorben. Die Häufung ist seit dem Jahr 2000 öffentlich bekannt. Aus der Richtung von Wörth strahlt eine Vielzahl von Funkanlagen in den Ortsteil. Seit 1992 sind die Mobilfunksender auf dem Baywa-Gebäude in Betrieb. Der für 2001 angestrebte Abbau der Sender wurde nicht durchgesetzt.

Es ist Ihre gesetzliche Pflicht die gemeldeten Gesundheitsschäden (siehe unser Schreiben vom 7.2.2006 mit Anschriften von erkrankten Anwohnern) vor Ort in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern zu untersuchen. Dazu ist die Entfernung der Noxe, also die Abschaltung des jeweiligen Senders, das probate Mittel.

Weiteres Abwarten verbietet sich angesichts der Schwere der Erkrankungen.

Um Gottes Willen und um der Menschen Willen handeln Sie endlich.

Mit besten Empfehlungen

Dr. med. Cornelia Waldmann-Selsam

Artikel veröffentlicht:
13.04.2006
Autor:
Dr. Cornelia Waldmann-Selsam
Quelle:
Veröffentlicht auf diagnose-funk mit freundlicher Erlaubnis der Autorin.