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Microwave News: "Porträt eines Komplotts"

Prof. Lerchls Fälschungsbehauptungen gerichtlich untersagt
Am 11.12.2020 verbot das Hanseatische Oberlandesgericht Prof. Alexander Lerchl, weiter zu behaupten, die Ergebnisse der REFLEX-Studie seien gefälscht. Louis Slesin beschreibt in den Microwave News zum Bremer REFLEX-Urteil die Spur der Zerstörungen, die Prof. Alexander Lerchls Fälschungs-Behauptungen hinterlassen haben, sowohl für wissenschaftliche Erkenntnisse als auch unter Wissenschaftlern. Wirksam konnte Lerchl aber nur werden, weil das Bundesamt für Strahlenschutz in Deutschland, aber auch die Behörden in anderen Ländern, ihn als willkommenen Kronzeugen für ihre Untätigkeit in der Strahlenschutzpolitik aufbauten, ihn hofierten, in die Strahlenschutzkommission beriefen und mit Millionen an Forschungsgeldern ausstatteten, angefangen vom Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramm (2008), in dem er eine führende Rolle spielte, bis zur aktuellen Vergabe einer 5G-Untersuchung. Damit muss jetzt Schluss sein. Das Waterloo, das Lerchl vom Gericht in Bremen bereitet wurde, ist vor allem auch ein Urteil über die deutsche Strahlenschutzpolitik, die aufgefordert ist, daraus jetzt Konsequenzen zu ziehen.
Prof. Lerchls Gesammelte Verleumdungen

Microwave News.com ist das weltweit in der Wissenschaft anerkannte Portal zur Debatte um die Risiken der Mobilfunkstrahlung. Sein Editor Louis Slesin, beheimatet in New York, ist ein jahrzehntelanger Insider, seine Berichte gelten als "amtlich". Sie werden weltweit in der Wissenschaft gelesen. Im MWN-Newsletter "Porträt eines Komplotts. Alexander Lerchl: Handys, DNA-Brüche und Lügen" vom 08.02.2021 kündigt er seinen Artikel zum Bremer REFLEX-Urteil gegen Prof. Alexander Lerchl so an:

"Seit fast 15 Jahren verbreitet Alexander Lerchl, Biologieprofessor an der deutschen Jacobs University, Desinformationen über Forschungen zu Mobiltelefonen und DNA-Brüchen, die an der Medizinischen Universität Wien durchgeführt wurden. Jetzt hat ein Berufungsgericht in Bremen angeordnet, dass er damit aufhören muss oder mit einer Geldstrafe von 300.000 Dollar oder sechs Monaten Gefängnis rechnen muss.

Eine einjährige Untersuchung von Microwave News hat ergeben, dass Lerchl, während er einen scheinbar nicht enden wollenden Strom von Lügen verbreitete, 5 Millionen Dollar an Forschungsgeldern vom deutschen Bundesamt für Strahlenschutz, bekannt als BfS, erhalten hat.

Lerchl wurde zum bestfinanzierten HF-Laborforscher in Deutschland, in Europa und wahrscheinlich auch in der Welt.

Das BfS ist auch der Hauptsponsor der ICNIRP, der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung, die sich lange geweigert hat, irgendeinen Zusammenhang zwischen HF-Strahlung und Krebs anzuerkennen."

diagnose:funk hat zur Bewertung des Urteils bereits ein Interview mit Prof. Franz Adlkofer veröffentlicht.

Deutsches Gericht verurteilt rücksichtslosen Kritiker der HF-DNA-Studien.

Alexander Lerchls unbegründete Behauptungen über gefälschte Daten aus dem Wiener Labor dürfen nicht mehr wiederholt werden. 13-jährige Kampagne der Desinformation.

 

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Microwave News / Reprinted with permission from Microwave News  / Übersetzung: diagnose:funk, Bebilderung diagnose:funk. Originalartikel 8. Februar 2021: https://www.microwavenews.com/news-center/german-court-moves-silence-critic-rf-dna-breaks

Ein deutsches Berufungsgericht hat Alexander Lerchl angewiesen, die Verleumdung der Autoren zweier Arbeiten einzustellen, die zeigen, dass Handystrahlung die DNA brechen und möglicherweise Krebs verursachen kann. Seit mehr als einem Jahrzehnt hat Lerchl, ein Professor für Biologie an der Jacobs University in Bremen, ohne Beweise behauptet, dass die experimentellen Daten aus dem Labor von Hugo Rüdiger an der Medizinischen Universität Wien (MUW) gefälscht seien.

Das Hanseatische Oberlandesgericht Bremen drohte Lerchl in seinem mit Spannung erwarteten Urteil vom 11. Dezember 2020, das Ende Januar veröffentlicht wurde, ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 € (ca.US$ 300.000) oder sechs Monate Haft an, wenn er die Rüdiger-Papiere weiterhin als falsch verunglimpft. Die Strafen würden jedes Mal erneut gelten, wenn Lerchl gegen den Gerichtsbeschluss verstößt. Außerdem muss Lerchl 20.000 Euro Gerichtskosten zahlen.

Seit 2007 hat Lerchl wiederholt gefordert, dass die beiden Arbeiten, die HF (Hochfrequenz)-induzierte DNA-Brüche zeigen, zurückgezogen werden. Die erste, über 2G-Strahlung, wurde 2005 in Mutation Research veröffentlicht; die zweite, über 3G-Strahlung, erschien 2008 in den International Archives of Occupational and Environmental Medicine. Nach umfangreichen Untersuchungen, die über die ursprünglichen Peer-Reviews hinausgingen, lehnten die Redakteure beider Journale die Rücknahme ab. Die Arbeiten bleiben in der wissenschaftlichen Literatur.

Rüdigers DNA-Experimente waren Teil des REFLEX-Projekts,[1] eines 3,1 Millionen Euro teuren Projekts zur Bewertung der Gesundheitsrisiken von Mobilfunkstrahlung. Es wurde von der Europäischen Kommission gesponsert und lief von 2000 bis 2004. Ein Dutzend Labore in sieben Ländern nahmen unter der Leitung von Franz Adlkofer, damals bei der Verum-Stiftung in München, teil. Mit der Zeit wurde REFLEX fast zum Synonym für die Rüdiger-DNA-Studien.

  • "Lerchl hat die erforderliche Beweislast nicht erfüllt, dass die REFLEX-Studien tatsächlich gefälscht waren", so das Gericht in seiner 20-seitigen Stellungnahme. Das neue Urteil sei nicht anfechtbar, heißt es in dem Beschluss.

"Die Fälschungsvorwürfe haben sich nun als frei erfunden erwiesen," so Adlkofer in einem E-Mail-Austausch mit Microwave News. "Alexander Lerchl hat über die Jahre hinweg nie vor einer Lüge zurückgeschreckt, um seine Ziele zu erreichen. Jetzt ist die Zeit für Konsequenzen gekommen." Adlkofer ist im Vorstand der Stiftung Pandora, die ihren Sitz außerhalb Berlins hat. Die Stiftung hat die Kosten des Rechtsstreits übernommen.

Lerchl war in den letzten 20 Jahren der am besten finanzierte Laborforscher zu HF-Gesundheitsauswirkungen in Deutschland - und in ganz Europa. (Siehe “Rich Rewards for Bad Behavior”) Jetzt gibt es Forderungen, dass sein jüngster Vertrag mit der Regierung gekündigt wird und er aus einem internationalen Beratungsgremium entfernt wird.

  • Auf meine Bitte um eine Stellungnahme reagierte Lerchl nicht.

Statistische Reviews: Kein Beweis für einen Betrug

Das Bremer Urteil scheint das Ende eines hässlichen Rechtsstreits zu sein, der 2014 begann. Bis dahin hatte Lerchl bereits sieben Jahre damit verbracht, Rüdigers Arbeit in Fachzeitschriften, populären Magazinen und Internet-Chatrooms zu kritisieren. Er hatte die Wiener Forschung als "schlechten Witz" und "eine Peinlichkeit" bezeichnet. Er hatte Pressemitteilungen herausgegeben und im Selbstverlag ein Buch "Fälscher im Labor und ihre Helfer" veröffentlicht.

Im Mai 2008 etwa sagte Lerchl dem deutschen Nachrichtenmagazin Der Spiegel: "Es ist statistisch und logisch unmöglich, dass diese Daten aus echten Experimenten stammen." Damals stellte sich der Spiegel, der eine Auflage von über einer Million hat, auf die Seite von Lerchl. Doch die Redaktion musste später zurückrudern und in einem Online-Zusatz zur Geschichte einräumen, dass unabhängige Untersuchungen "keine Beweise für die Fälschungsvorwürfe" gefunden hätten.

Als Ergebnis seiner Machenschaften erzwang Lerchl sieben unabhängige statistische Auswertungen der Wiener Daten. Die Herausgeber von Mutation Research und International Archives gaben mehrere Gutachten in Auftrag, das MUW-Ethikkomitee legte ein eigenes nach, und verschiedene Aufsichtsgremien taten dasselbe. Sie alle kamen zu dem Schluss, dass es keinen Beweis für Betrug gab.

Jedes Mal, wenn Lerchl eine Runde verlor, legte er Berufung ein oder schimpfte und setzte seine Kampagne fort. Als die Herausgeber von  Zeitschriften sich weigerten, die Papiere zurückzuziehen, meldete Lerchl sie dem Committee on Publication Ethics (COPE), einer Aufsichtsgruppe mit Sitz in London. Als ein Ethikkomitee  der Medizinischen Universität Wien  (MUW) keine Beweise für Datenmanipulationen fand und sich weigerte, die Papiere zurückzuziehen, bat Lerchl die Österreichische Kommission für wissenschaftliche Integrität (OeAWI) um eine Untersuchung. Er verlor erneut.

Der MUW Rektor schloss sich Lerchl an, machte aber später einen Rückzieher

Schon früh, im Jahr 2008, rekrutierte Lerchl den Rektor der MUW, Wolfgang Schütz, den obersten Beamten der Universität und Rüdigers obersten Vorgesetzten, um sich seiner Kampagne anzuschließen. Schütz gab mehrere Presseerklärungen heraus, die Rüdigers Ruf ruinierten. Auf diese Weise verlieh Schütz Lerchls Anschuldigungen Glaubwürdigkeit und brachte sie einem internationalen Publikum nahe. Das Science Magazine und das British Medical Journal waren unter denen, die über die Geschichte berichteten. Sie alle stellten Lerchl an prominenter Stelle als denjenigen dar, der wissenschaftliches Fehlverhalten aufgedeckt hatte. Es wurde als die Wiener Affäre bekannt.

Nachdem alle Urteile Lerchls Behauptungen der Fälschung nicht stützten, zog die Universität alle Pressemitteilungen des Rektors zurück. Sie wurden aus den Archiven der MUW gelöscht.

Das Bremer Oberlandesgericht gab eine eigene Analyse der Rüdiger-Daten in Auftrag - die achte Überprüfung, für diejenigen, die mitzählen. Als diese Lerchl nicht Recht gab, beklagte er erneut die Befangenheit des Gerichts, so eine Erklärung von Adlkofer nach der Entscheidung des Bremer Gerichts.

Der SPIEGEL stützte die Rufmord-Kampagne. "Die Favoritin des Professors" - Schlagzeile im Spiegel, August 2008. Der Artikel deutete eine sexuelle Beziehung zwischen Kratochvil und Rüdiger (oben links) an. Das Bild oben rechts ist nicht Frau Kratochvil.Link zum Artikel s. Text unten.

Der letzte Strohhalm

Im Jahr 2014, neun Jahre nach der Veröffentlichung des ersten Rüdiger-Papiers, trieb Lerchl seinen Einsatz auf die Spitze. In einer Kolumne für das LaborJournal deutete er an, dass Rüdigers Laborassistentin, Elisabeth Kratochvil, wegen Fälschung der DNA-Daten ins Gefängnis kommen sollte. Lerchl wollte sie einsperren!

Kratochvil hatte genug (Link zum SPIEGEL-Artikel "Die Favoritin des Professors"). Mit finanzieller Unterstützung von Adlkofer verklagte sie Lerchl wegen Verleumdung und gewann. Im März 2015 verurteilte ein Gericht in Hamburg Lerchl zur "einzuhaltenden Unterlassung" unbegründeter Behauptungen über Datenfälschungen. Das LaborJournal, das ebenfalls verklagt worden war, löschte Lerchls Schriften von seiner Website.

Lerchl weigerte sich, damit aufzuhören. Er fuhr fort, die gleichen Anschuldigungen immer wieder zu erheben. In den folgenden Jahren kämpften Kratochvil und Adlkofer mit Lerchl vor fünf verschiedenen Gerichten, darunter auch vor dem obersten deutschen Verfassungsgericht.

Die Androhung eines hohen Bußgeldes von 250.000 Euro oder einer Gefängnisstrafe durch das Bremer Gericht scheint zum Teil eine Reaktion auf Lerchls Weigerung zu sein, sich an das Urteil des Hamburger Gerichts von 2015 zu halten.

Ist dies das letzte Kapitel in der Wiener Affäre?

Ist dies wirklich das Ende des Rechtsstreits und wird Lerchl endlich mit seinen haltlosen Betrugsvorwürfen aufhören? "Ich sehe keine Chance, dass das Bremer Urteil geändert wird", sagte mir Adlkofer. Dennoch wäre es ein Fehler, Lerchl abzuschreiben. Immer wenn er in der Vergangenheit einen Rückschlag erlitten hatte - sei es auf juristischem oder wissenschaftlichem Gebiet – fand er einen Weg, den Kampf fortzusetzen.

"Lerchl wird sich in der Öffentlichkeit mit Anschuldigungen zurückhalten, aber in internen Kreisen wird er nicht aufhören", prophezeite Michael Kundi, ein emeritierter MUW-Professor. Er hat auf Wunsch von Rektor Schütz und der Ethikkommission der Universität eine der vielen statistischen Überprüfungen der Rüdiger-Daten vorgenommen. Wie alle anderen fand auch er keine Hinweise auf Betrug. Kundi ist heute Mitglied im Beirat der Stiftung Pandora.

  • "Lerchls Kreuzzug gegen REFLEX wurde zu einer fixen Idee ", sagte Kundi in einem Interview. "Obwohl die Beweise gegen ihn sprechen, ist er überzeugt, dass er Recht hat", so Kundi.

So hatte Lerchl im Januar 2020, 12 Jahre nach der Veröffentlichung des Papiers von 2008, noch immer nicht locker gelassen. Er forderte Niels Kuster, den Direktor der IT'IS Foundation in Zürich, auf, das Papier zurückzuziehen. IT'IS hatte das von Kratochvil verwendete Expositionssystem zur Verfügung gestellt und Kuster war Mitautor des Papers. "Es ist spät", schimpfte Lerchl, "aber nicht zu spät, um aufzuräumen.“ Kuster lehnte ab.

  • "Ich bin froh, dass dieses Kapitel der haltlosen Anschuldigungen endlich abgeschlossen ist", sagte Kuster letzte Woche. "Erfundene Kontroversen, die auf irreführenden Argumenten, bösartigen Gerüchten, Fehlinformationen, Verleumdungen und unbegründeten Verschwörungstheorien basieren, haben im wissenschaftlichen Diskurs keinen Platz."

Peter Hensinger, der stellvertretende Vorsitzende von Diagnose:Funk, einer deutsch-schweizerischen Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation, nannte die Bremer Entscheidung einen "großen Erfolg". Diagnose:Funk drängt die deutsche Regierung seit langem, die Bedeutung des REFLEX-Projekts anzuerkennen und die Ergebnisse der DNA-Brüche in ihre Bewertung der Gesundheitsrisiken von Mobiltelefonen einzubeziehen.

Ruinierte Karrieren, unterlassene Forschung

Selbst wenn Lerchl aufhört, wird er eine Spur von zerstörten Karrieren und verpassten Forschungsmöglichkeiten hinterlassen haben. Rüdiger, der 2007 aus der MUW ausschied und dann jahrelang die DNA-Papiere verteidigte, hat sich völlig zurückgezogen und seit Jahren nicht mehr über REFLEX gesprochen. Kratochvil verließ das MUW-Labor, nachdem sie ein Jahrzehnt lang mit Rüdiger zusammengearbeitet hatte. Sie ist jetzt Lehrerin.

Adlkofer gibt Lerchl die Schuld für die Entscheidung der Europäischen Kommission im Jahr 2008, sein vorgeschlagenes 5-Millionen-Dollar-Nachfolgeprojekt, genannt MOPHORAD, nicht zu finanzieren.[2] Es erhielt hohe Punktzahlen bei der Begutachtung und wäre wahrscheinlich finanziert worden, wenn Lerchl nicht Fehlinformationen über REFLEX verbreitet hätte, so Adlkofer.

Auch andere haben darunter gelitten. "Lerchls Fehlinformationen haben mich zehn Jahre produktiver wissenschaftlicher Arbeit gekostet", sagte Wilhelm Mosgöller, ein Professor am MUW, der zwei ähnliche Projekte wie Rüdiger leitete. Mosgöller benutzte die gleichen Zellen und eine ähnliche Expositionsausrüstung (ebenfalls von der IT'IS Foundation) und stand in engem Kontakt mit Kratochvil und Rüdiger. Auch er sah HF-Effekte auf die DNA - in seinem Fall auf die DNA-Reparatur. Die Ergebnisse der beiden Projekte wurden 2010 in den International Archives of Occupational and Environmental Medicine und 2018 in PLOS ONE veröffentlicht.

  • "Ich hatte Glück", sagte Mosgöller, "denn die Karrieren und der Ruf anderer - ehrlicher und nicht korrumpierter Kollegen - wurden erheblich zerstört." Er fügte hinzu: "Die Wiener Affäre hat die gesamte HF-Wissenschaft abgewertet, und ich denke, es wäre nach alledem fast unethisch für einen Mentor, einem Studenten zu empfehlen oder zu erlauben, ein HF-Forschungsprojekt zu beginnen."

Kann HF-Strahlung die DNA brechen?

Die eigentliche Frage ist: Können HF im Allgemeinen und Handysignale im Besonderen die DNA beeinflussen? Das hängt davon ab, wen Sie fragen. Eine typische Antwort lautet: "Nein, weil der Strahlung die Quantenenergie fehlt, um chemische Bindungen zu brechen." Das ist wahr, aber es gibt vielleicht andere Wege, diese Frage zu beantworten.

"Ich glaube, dass HF nicht genügend Energie haben muss, um chemische Bindungen zu brechen, um DNA-Schäden zu induzieren und dadurch Krebs zu verursachen", sagte Kundi mir in einer E-Mail im letzten Jahr.[3] Kundi ist der ehemalige Leiter des MUW-Instituts für Umwelt und Gesundheit und hat ausführlich über Mobiltelefone und Krebs veröffentlicht.

Da sich die Arbeiten, die HF-induzierte DNA-Brüche zeigen, häufen, wird Kundis Einschätzung zur vorherrschenden Meinung. Sie erhielt einen bedeutenden Auftrieb, als das U.S. National Toxicology Program, NTP, in seinem 30 Millionen Dollar teuren HF-Krebs-Projekt zu dem Ergebnis von DNA-Strangbrüchen kam. In einigen derselben Tiergeweben hatten sich Tumore entwickelt, nachdem sie HF ausgesetzt worden waren.

Erst vor wenigen Tagen, am 4. Februar, veröffentlichte Henry Lai in der Zeitschrift Electromagnetic Biology and Medicine einen aktualisierten Bericht über HF-Gentoxizität. Er hatte zusammen mit N.P. Singh vor 26 Jahren als erster gezeigt, dass nicht-ionisierende Strahlung die DNA brechen kann. Nach seiner letzten Zählung, Stand Januar 2021, gab es 361 Arbeiten zu diesem Thema. Von diesen berichteten 237 (66%) über Effekte und 124 (34%) nicht.

Siehe dazu auch den Artikel: “Rich Rewards for Bad Behavior
Demnächst verfügbar:  “Lerchl’s Unattainable Prize: IARC’s RF Panel”

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[1] REFLEX ist die Abkürzung für "Risk Evaluation of Potential Environmental Hazards from Low Energy Electromagnetic Field (EMF) Exposure Using Sensitive in vitro Methods".

[2] MOPHORAD ist die Abkürzung für Mobile Phone Radiation-Induced Biological Effects in Man and Animal

[3] Kundi erklärt: "Der Schlüssel zu diesen Effekten ist eine Interaktion an der Zellmembran, die unter bestimmten Umständen zur Unterbrechung intrazellulärer Signalwege führt. Dadurch wird die DNA-Reparatur gestört, was wiederum zu DNA-Schäden führt. Außerdem kann es oxidativen Stress induzieren."

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Publikation zum Thema

Aktualisierte Fortschreibung von „Die Fälscher“ und Beilage von "Zellen im Strahlenstress"Seitenanzahl: 16 Veröffentlicht am: 01.09.2008 Herausgeber: Verein zum Schutz der Bevölkerung vor Elektrosmog e.V.

Von subtiler Fälschung zur Wissenschaftskriminalität

Zur deutschen Mobilfunkforschung
Autor:
Peter Hensinger
Inhalt:
Der Autor hat diesen Vortrag auf der Offenen Akademie Gelsenkirchen gehalten. Er stellt sieben Methoden zur Manipulation der öffentlichen Meinung über die Risiken des Mobilfunks dar. Detailliert werden Studienverfälschungen aufgedeckt.
Format: A4Seitenanzahl: 4 Veröffentlicht am: 11.03.2011 Bestellnr.: 204Sprache: Deutsch

WHO lehnt Prof. A. Lerchls Mitarbeit ab

Anmerkungen zur gegenwärtigen Rolle der deutschen Strahlenschutzkommission
Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
Prof. Alexander Lerchl war bis 2011 Mitglied in der deutschen Strahlenschutzkommission und Vorsitzender des Ausschusses nichtionisierende Strahlung. Damit war er im Mobilfunkbereich der höchstrangige deutsche Strahlenschutzbeauftragte, Berater der Bundesregierung und Repräsentant des deutschen Staates in internationalen Gremien. Nun kam es im Herbst 2010 zu einem einmaligen Vorgang. Die WHO lehnte seine Aufnahme in eine Kommission der IARC (International Agency for Research on Cancer) zur Risikobewertung des krebserregenden Potentials hochfrequenter elektromagnetischer Felder ab.
Format: A4Seitenanzahl: 4 Veröffentlicht am: 10.03.2011 Bestellnr.: Nicht verfügbar!Sprache: Englisch

WHO takes distance from Prof. A. Lerchl

Commentary on the current role of the German Commission on Radiological Protection
Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
Prof. Alexander Lerchl is a member of the German Commission on Radiological Protection (SSK) and head of its Committee on Non-ionizing Radiation. Thus, he is the highest ranking representative for radiological protection in the area of mobile communication, advisor of the German government, and the German representative in international bodies. In autumn 2010, an unprecedented incident occurred. The WHO turned down his inclusion in a commission of the IARC (International Agency for Research on Cancer), which is to carry out a risk assessment of the carcinogenic potential of radiofrequency electromagnetic fields. An insult to Lerchl. Initially, the main reason quoted was his collaboration with the IZMF (German Informationszentrum Mobilfunk), the public relations office of the four German mobile phone operators.