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Gesundheitstipp 11/16

So schützen Sie sich vor Elektrosmog

Schädliche Strahlen: Das Abschirmen daheim ist möglich
Mobilfunkantennen und Geräte in der Wohnung geben immer mehr Strahlung ab. Der Gesundheitstipp zeigt, wie man sich gegen Elektrosmog wappnen kann.

Vor drei Jahren kaufte Peter MacTaggart zusammen mit seiner Frau eine Wohnung in Schlieren ZH. 20 Meter neben der Wohnung steht eine Mobilfunkantenne. Als der Anbieter die Leistung der Antenne verstärkte, bekam der pensionierte Computerfachmann massive Beschwerden: «Ich konnte nur noch zwei Stunden am Stück schlafen. Ich sah Blitze vor den Augen und litt unter Gleichgewichtsstörungen.» Auch seiner Frau ging es immer schlechter: Nebst Schlafproblemen hatte sie Herzrhythmusstörungen, Tinnitus und Depressionen. «Wir waren am Verzweifeln», sagt MacTaggart.

Auf Anraten eines Elektros mogFachmanns liess MacTaggart an die Wände feinmaschige Metallnetze aus Kupfer montieren. Sie schirmen die Wohnung gegen die Strahlen der Handyantenne ab. 2015 zeigte ein Test des Berufsverbands Deutscher Baubiologen, dass solche Kupfernetze fast alle Strahlen ab halten. Auch Abschirmfarben, die Karbonfasern oder Grafit enthalten, sind gut. All diese Massnahmen schützen gleichzeitig auch gegen die Geräte der Nachbarn, z. B. WLAN­Router. Fürs Abschirmen seiner Wohnung gab Peter MacTaggart zwar mehrere Tausend Franken aus. Doch jetzt ist er froh: «Meine Frau ist jetzt viel gesünder. Und mir gehts wieder gut.»

Elektrosmog­-Spezialist Peter Schlegel rät, die Wohnung nicht auf eigene Faust umzurüsten: «Am besten erstellt man mit einem Fachmann ein Konzept.» Denn wenn man falsch abschirme, nütze es nichts oder könne die Situation gar verschlimmern. Auch darf Abschirmfarbe nicht mit Steckdosen und Lichtschaltern in Kontakt kommen. Sonst droht ein Stromschlag. 

Abschirmvorhänge schützen gut

Mauern lassen je nach Baustoff 10 bis 40 Prozent der Strahlung durch. Moderne Isolierfenster hingegen halten den grössten Teil der Strahlen ab – solange sie zu sind. Wenn elektrosensible Menschen im Sommer die Fenster offen lassen wollen, benötigen sie Fliegengitter oder Abschirmvorhänge. Schlegel: «Je transparenter die Vorhänge, desto geringer der Schutz.» Vorhänge, die wirksam abschirmen, lassen nur wenig Licht durch.

Elektrosmog kommt nicht nur von aussen. So zeigte eine Messung in der Wohnung von Sascha Zimmermann in Zürich extrem hohe Werte (Gesundheitstipp 3/13). Der Grund: Zimmermann hat rund 20 Geräte mit kabellosem Internet verbunden, z. B. Lautsprecher, Drucker, Radio und eine Spielkonsole.

Elektrosmog­-Quellen in der Wohnung kann man leicht vermeiden, indem man strahlungsarme Geräte wählt. Beispiel: Heute funktionieren die meisten Telefone mit Dect­Funktechnik. Experte Schlegel empfiehlt ein Telefon, dessen Hörer mit einem Spiralkabel angeschlossen ist. Falls man dennoch ein Funktelefon möchte, sollte man ein Ecomode­Plus­Gerät kaufen, das nur beim Telefonieren strahlt.

Computer sind oft über WLANFunk mit dem Internet verbunden. Schlegel rät elektrosensiblen Menschen, PC, Tastaturen, Mäuse, Drucker, TV und Radio mit Kabeln anzuschliessen. Und Verlängerungskabel sollten abgeschirmt sein. Verlängerungskabel schliesst man am besten an einer Steckdosenleiste mit Schalter an. So kann man alle Geräte per Knopfdruck ausschalten.

Auch moderne Stromsparlampen geben viel Strahlung ab. « Besser sind die traditionellen Glühbirnen», sagt Peter Schlegel. Einige Fachgeschäfte verkaufen sie weiterhin, obwohl sie offiziell nicht mehr zugelassen sind. LED­ und Halogenlampen strahlen auch weniger als Stromsparlampen. Schlegel empfiehlt, nur Leuchten mit einem Dreipolstecker zu verwenden und ältere Modelle umzurüsten, damit sie keine strahlenden Felder erzeugen. Auch Möbel aus Metall können die Strahlung verstärken. Deshalb sollten Betroffene Holzmöbel kaufen. Falls man auf Metall nicht verzichten möchte, sollte man die Möbel per Kabel am Erdleiter der Steck dose anschliessen.

Eine clevere Lösung ist ein Netzfreischalter. Dieses Gerät schaltet den Strom automatisch aus, wenn keine elektrischen Geräte in Betrieb sind. Adrian Nussbaumer vom Ingenieurbüro Ingna in Zug kommentiert: «Der Netzfreischalter garantiert sichere Verhältnisse.»

Sehr wichtig ist der Schutz vor Elektrosmog im Schlafzimmer. Studien zeigen, dass die Strahlen den Schlaf stören können. Hersteller von Abschirmtextilien bieten Baldachine an, die man wie ein Moskitonetz übers Bett hängt. Sie kosten je nach Grösse 500 bis 2000 Franken. Schlegel: «Der Stoff wirkt allerdings wie eine Antenne für Strahlung aus dem Stromnetz.» Sein Tipp: «Man sollte einen Baldachin zuerst einen Monat lang ausprobieren können.»

Um Strahlen von unten abzuwehren, legt man eine abschirmende Bodenmatte unters Bett.

Tipps // Elektrosmog: Infos und Anlaufstellen

  • Wählen Sie strahlungsarme Telefone/Computer und Lampen. Infos unter Diagnose-funk.org  > Themen > Elektrosmog im Alltag.
  • Liste seriöser Fachleute: Merkblatt «Adressen von Messtechnikern für E-Smog-Analysen». Herunterladen unter Gesundheitstipp.ch > Merkblätter > Gesundheit und Umwelt.
  • Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz: Umweltmedizinische Beratung unter Tel. 052 620 28 27 (mittwochs 9 bis 11 Uhr) oder aefu@bluewin.ch.
  • Organisationen für elektrosensible Menschen: Buergerwelle.ch Diagnose-funk.org Gigaherz.ch Gesund-wohnen.ch