diagnose funk

Umbau zu neuer Netzinfrastruktur

Ermöglichung einer Win-Win-Situation
  • Die heutigen heterogenen Netzwerke aller auf dem Markt befindlichen Netzbetreiber (mit ihren bereits verlegten Glasfaser-/ Kupfer-/Coax-Kabeln) müssen aus Effizienzgründen zusammengeführt werden, zu einer durchgängigen, alles transportierenden und diskriminierungsfreien Netzinfrastruktur. Glasfaser bis zum Endkunden (FTTH-FiberToTheHome), das von allen Marktteilnehmern gleichberechtigt für alle mobilen Kommunikationsdienste inkl. aller Breitband-Dienste TV, Radio, IP-TV usw.) genutzt werden kann, ist eine der wichtigen Zielvorgaben.
  • Grundprinzip: Alle Transportstrecken für Mobile Kommunikation werden so weit wie möglich mit Glasfaser-/Kupfernetzen abgewickelt.
    Nur dort, wo dies für die mobile Kommunikation notwendig oder gewünscht ist, wird eine möglichst kurze Funkstrecke mit minimalster Sendeleistung und den geringstmöglichen Immissionen zur Verfügung gestellt.
  • Zukunftsfähige Politik muss es sein, die heutige Funkversorgung mit teilweise mehr als einem dutzend parallel betriebenen Mobilfunknetzen gegen ein oder wenige Transport-/Zugangsnetz zu ersetzen. Diese Umstellung kostet einerseits Geld und erfordert Zeit, bezahlt sich aber langfristig von selbst: Durch Gewinne an viel Transferkapazität, qualitativ hochwertiger und störungsarmer Dienste, weniger aufwändige Infrastruktur, weniger Energieverbrauch, weniger Unterhaltskosten, höhere Gewinne, günstigere Gebühren und weniger Stadt- und Landschaftsverschandelung. Aufgrund der viel geringeren Strahlenbelastung bedeutet dies  weniger Schäden an Mensch und Natur.

Abb.: Strikte Trennung von Indoor– und Outdoor-Versorgung. Umsetzung der neuen Struktur: Dazu gehört  Neuberechnung und Absenkung der heutigen Sendeleistungen. Schrittweiser Übergang zu kleineren Zellen im Outdoorbereich (Abb. zeigt Variante mit Kabelanschluss), damit die Sendeleistung der Mobilgeräte dort ebenfalls stark gesenkt werden kann.

 

  • Strikte Trennung der Infrastruktur in Indoor-Bereiche und Outdoor-Bereiche. Hiermit lässt sich die Sendeleistung drastisch reduzieren, weil keine  Wände mehr durchstrahlt werden müssen, was viel Sendeenergie einspart.
    Outdoor kommen anstelle der leistungsstarken Makrozellen vorrangig Picozellen (auch Mini-Basisstationen genannt) zum Einsatz, welche auch im Nahbereich nur schwache Funkbelastungen verursachen.
    Die Absenkung der Sendeleistung aller heutigen Outdoor-Basisstationen und Broadcast-Sender auf einen Immissionspegel der nur zur Versorgung des Außenbereichs dient. Eine Optimierung der Senderstandorte ermöglicht, abhängig von Topographie, Zellgröße und Zellart, eine Immissionsminderung um mehrere Zehnerpotenzen. Wenn keine Innenräume, Tiefgaragen, Tunnel usw. von außen versorgt werden müssen, werden zukünftige Outdoor-Basisstationen viel kleiner und preisgünstiger und können mit hoher Homogenität und besserer Ausleuchtung störungsfrei und leistungsarm betrieben werden.
  • Wo es gewünscht ist, können Indoor Femtozellen (auch Kleinzellen genannt) direkt an die Kupfer- und Glasfaser-Infrastruktur angeschlossen werden. Ihre Versorgungsreichweite ist für jeweils einen Raum ausgelegt, was extrem kurze Strecken durch die Luft bedeutet. Dadurch können alle Sendefrequenzen / Kanäle in jedem Nachbarraum erneut genutzt werden, d.h. dies erhöht die Kanalkapazitäten für die Provider fast ins Unendliche. Kleinzellen sind bereits heutzutage überaus leistungsfähig (bis zu 300 Mbit/s). Technologien wie z.B. LTE können hier ihre technischen Vorteile ausspielen, die für bestimmte Dienste innerhalb der mobilen Kommunikation qualitätsbestimmend sind (IPv6 bietet eine deutlich größere Zahl möglicher Adressen, als IPv4).
  • Mit individueller Anpassung auf die Raumgröße und Berücksichtigung von Raumhindernissen können maximale Immissionswerte kleiner 5 μW/m² realisiert werden, ohne auf hohe Datenraten verzichten zu müssen. Damit lässt sich die Belastung durch hochfrequente Strahlung um mehrere Zehnerpotenzen reduzieren. Dies bedeutet wiederum sehr strahlungsarme Nachbarräume. Das Recht auf den Schutz der Wohnung, in diesem Fall vor elektromagnetischen Feldern, verursacht durch Dritte, bleibt damit gewahrt und auch sehr empfindliche Menschen könnten somit wieder Rückzugsräume in einem normalen städtischen Umfeld finden bzw. in ihren angestammten Orten bleiben.
  • Die Kontrollierbarkeit jeder Femtozelle ist ein Plus für alle Eltern und Lehrer, die innerhalb einer Femtozelle bestimmen können, wer, was, wo und wann kommunizieren darf.
  • Der Aufbau von Femtozellen im Nah- und Fernverkehr sowie in öffentlichen Gebäuden brächte eine erhebliche Reduzierung bereits vorhandener Strahlenbelastung für Nutzer und Passivtelefonierer mit sich. Die heute noch bestehenden Defizite bei der Infrastruktur in diesem Bereich werden damit zu einem Vorteil; einem technisch sinnvollen und gleichzeitig immissonsarmen Aufbau von Anfang an stünde in den meisten Kommunen nichts im Weg.
  • Der Umbau/Austausch der veralteten GSM-Technik sollte bis zum Lizenzende 2016 geregelt werden. Mit Aufgabe der GSM-Technologie mit ihrer durchgängig hohen Sendeleistung und intensiven Einwahl- und Übergabeprozedur, entfallen u.a. die hohen Immissionen für den Nutzer und sein Umfeld. Die Neuvergabe der Sendefrequenzen schafft eine neue digitale Dividende.