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Die WLAN-Konzepte der Mobilfunkbetreiber

Unnötige Verstrahlung die unterlassen werden sollte
Wodurch unterscheidet sich die St. Gallener Lösung von den WLAN-Plänen der Mobilfunkbetreiber? Die Mobilmachung des Internets führt seit Einführung der SmartPhones und Tablet PCs zu einer ständigen Überlastung der Infrastruktur der kommerziellen Mobilfunknetze. Auch der aktuell laufende LTE-Netzaufbau kann den exponenziell steigenden Übertragungsbedarf an vielen Stellen nicht adäquat abdecken. Der alte Ansatz, mit wenigen großen Sendeanlagen, sog. Makrozellen, allen Nutzern ausreichende Übertragungskapazitäten anbieten zu wollen, ist nicht zukunftsfähig. Das wissen auch die Mobilfunkbetreiber.

Vordergründig machen sie nun dasselbe wie in St. Gallen: WLAN-Netze aufbauen. Doch mit völlig anderen Zielsetzungen. Die Telekom versucht mit dem Angebot WLAN-TO-GO in Kooperation mit dem spanischen Anbieter FON und Vodafone mit dem Kauf von Kabel Deutschland und der damit einhergehenden quasi „ungefragten“ Freischaltung häuslicher WLAN-Router ein firmeneigenes Alternativangebot anzubieten. Ziel ist die Entlastung der UMTS- und LTE-Makrozellennetze über „freies“ WLAN. Viele kleine Sender, irgendwo in Kellern und Wohnungen montiert, sollen aus den Häusern auf die Straße oder in die Nachbarschaft strahlen. Sie sollen somit anderen Kunden, die gerade zufällig vorbei gehen, einen Internetzugang ermöglichen. Der Ausbau dieser WLAN-Netzwerke entwickelt sich z.Zt. wie eine Seuche: ungeplant und unkontrolliert, schädlich für die Anwender und die Betroffenen in der Nachbarschaft. Der Nutzen für die Netzentlastung ist minimal, der für den Endkunden kaum spürbar, aber die Belastung für Menschen und Umwelt hoch.

Der falsche Ansatz wird verschlimmbessert

Weiterhin wollen die Mobilfunk-Betreiber (Lizenznehmer) parallel ihre mehr als ein dutzend Netzangebote aufrechterhalten und sogar noch ausbauen. Die Durchstrahlung aller Hindernisse bis in die Keller von Gebäuden auch am Rand jeder Funkzelle ist hierbei weiter Grundlage der Netzplanung. Der Schutz der Wohnung – das Unterlassen der ungefragten Durchstrahlung aller Lebensbereiche mit toxischen Mikrowellen – wird dabei einfach ignoriert. Mit WLAN-Netzwerken á la Telekom und Kabel-Deutschland/Vodafone wird dieser falsche Ansatz noch verschlimmert und die Belastung von Wohnungen enorm erhöht. Denn dadurch wird nicht mehr nur ungefragt von außen nach innen eingestrahlt, sondern jetzt soll auch noch von Innen die Straße vor dem Haus versorgt werden. Das physikalische Hindernis „Baumasse“ wird dabei einfach mit einer enormen Erhöhung der Sendeleistung (und der Verringerung der Datenübertragungsleistung!) kompensiert. Aufklärung über die Bestrahlung findet nicht statt. Deswegen lehnen wir den Ausbau des WLAN-Netzes, so wie ihn die Betreiber planen, strikt ab. Dazu kommt, dass der besonders aggressive WLAN-Standard überarbeitet werden muss.

Anmerkung: (1) Kabel-Deutschland hat seinen Festnetzkunden, die ein geeignetes Modem besitzen, eine Aktualisierung der Vertragsgrundlagen angekündigt. Wer nicht aktiv widersprochen hat, dem wurde das WLAN einfach in Betrieb genommen, damit auch andere Kabel-Deutschland Kunden diesen Zugang (mit einer kostenpflichtigen WLAN-Flat) jederzeit Nutzen können. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Privat-Router-als-oeffentliches-WLAN-Kabel-Deutschlandswill-Homespots-standardmaessig-aktivieren-2046642.html