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Der Unsinn des Konzeptes „Liquid-Broadband“

Unintelligente Mobilfunkversorgung
Das Firmenkonsortium Liquid-Broadband (LB) plante den Kauf von Mobilfunkfrequenzen im 700 MHz Band bei der Frequenzversteigerung in 2015. Damit sollte ein neues Mobilfunknetz in Deutschland aufgebaut werden, mit Funkstationen, die nicht größer sind als WLAN-Router, welche in privaten Haushalten und Unternehmen aufgestellt werden sollten. LB wollte versuchen, den steigenden Breitbandbedarf mit Kleinzellennetzen zu bedienen.

Die Firma versprach: "Ein dichter Aufbau von NetStations verringert die Strahlenbelastung für nahezu alle Nutzer. Denn tatsächlich stellt im Mobilfunk das Handy die größte Quelle von belastenden Strahlen dar, da es sich meist in unmittelbarer Nähe zum Kopf befindet. Aufgrund des engen Netzes von Liquid Broadband muss ein Handy jedoch weit weniger stark senden, um von der nächsten Funkstation ´gehört` zu werden. Dadurch verringert sich die Strahlenbelastung deutlich."

Vom Prinzip her ein richtiger Ansatz, aber immer noch auf Grundlage der überholten Konzeption der Funkversorgung der 90er Jahre. LB beabsichtigte nicht, die mobile Indoor- und Outdoor-Nutzung zu trennen. Im Gegenteil: Die Durchstrahlung von Baumasse von innen nach außen ist ihr Geschäftsmodell – der Endkunde soll die Mobilfunkzelle in seinem Haus montieren, um damit die Umgebung seines Hauses mit einer Funkanbindung zu versorgen. Ein kapitaler Fehler in mehrfacher Hinsicht, wie wir meinen:

  • Solche Konzepte ignorieren die Grundlagen der Wellenausbreitung der Mikrowellenstrahlung.
  • Viele Hindernisse führen zu einem potenziell sehr störungsanfälligem System mit geringen Übertragungskapazitäten und damit schlechter Qualität.
  • Das Konzept zwingt zu hohen Sendeleistungen, nicht nur bei den Basisstationen, sondern auch bei den Endgeräten.
  • Auf die Belange der Strahlungsminimierung wird keine Rücksicht genommen, Drittschutz kann damit nicht gewährleisten werden.
  • Ein nachfrageorientierter Netzaufbau kann zudem nur zu einem lückenhaften Netz führen, weil er ohne Plan ist.
  • Die Nutzung von niedrigeren Frequenzen ermöglich zwar eine leichtere Durchstrahlung von Hindernissen, sie haben aber auch eine geringere Datenübertragungskapazität als hochfrequentere Signale zur Folge. 

Ein zukunftsfähiges Netz lässt sich damit also nicht aufbauen. 

Die Zukunftsfähigkeit, Quantitäts- und Qualitätsverbesserung der mobilen Kommunikation stehen nicht im Gegensatz zu Aspekten der Strahlungsminimierung, Vorsorge und Gesundheitsschutz. Dies zusammen zu denken eröffnet neue Spielräume. Dazu war Liquid-Broadband allem Anschein nach jedoch nicht bereit. Aber LB ist bereits vor der Frequenzvergabe 2015 gescheitert, da das Konsortium erst gar nicht zur Versteigerung zugelassen wurde. 

Die Freifunker-Bewegung übrigens treibt dieses Konzept von "Wir durchstrahlen alles und möglichst überall!" auf Basis des lizenzfreien WLAN´s weiter voran. Keine so gute Idee im Sinne des Strahlenschutzes.