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Wie kommt eine Kommune zu einem Glasfasernetz?

Breitbandnetze: Glasfaser statt LTE
Großstädte und Industrieregionen sind meist mit Glasfaser versorgt. In kleineren Städten sind es jedoch oft nur die Kerne und Industriezonen, also die Gebiete, wo sich der Verlegungsaufwand schnell amortisiert. Landkreise, Dörfer und Einzelansiedlungen sind deshalb oft nicht erschlossen.

Der erste Schritt für eine Kommune: Sie definiert ihre Anforderungen. Heute bedeutet dies: Eine Quad Play- Lösung (engl. für vierfaches Spiel), also Fernsehen & Video on demand, Internet, Internetbasierte-Telefonie und Mobilfunk in Gebäuden muss über das Glasfaser abgewickelt werden können. Die angestrebte Datenrate sollte dabei für jeden Haushalt mindestens 100 MBit/s betragen und nach oben ausbaubar sein. Für Unternehmen müssen heute schon Angebote im Gigabit-Bereich bereitgestellt werden.

Bild: Glasfaser macht dem Schneckentempo ein Ende

Diese Anforderungen sollten Bürgermeister, Stadt- / Gemeinderäte und Verwaltungen definieren und das Großprojekt auch mit dem örtlichen Handels-und Gewerbeverein (HGV), den Vereinen und Einwohnern beraten. Anschließend beauftragt die Kommune ein von Monopolisten unabhängiges Ingenieurbüro, das eine Planung für die kommunale Infrastruktur der Netzversorgung erarbeitet. Welche Institute hier zufriedenstellend arbeiten, darüber geben Landräte und Bürgermeister, die derartige Projekte bereits ausgeführt haben, gerne Auskunft. Auf ihre juristische und planerische Erfahrung sollte man unbedingt zurückgreifen. Denn immer wieder stellt sich heraus: Die Angebote der Monopolisten sind oft so konzipiert, dass nicht-monopolitische Wettbewerber verhindert werden, obwohl sie zweckmäßige sowie technisch und juristisch durchsetzbare Lösungen anbieten.

In Baden-Württemberg z.B. sind die Kommunen zur "technikneutralen Ausschreibung" angehalten. Die Kommunen scheinen dadurch gezwungen, das "billigste" Angebot zu akzeptieren, also die LTE- oder WLAN-Funklösung - eine Sackgasse! Die Kommunen können dies aber durch eine genaue Definition ihrer Anforderungen (s.o.) umgehen.

Alternative Netzbetreiber am Markt

Technisch und juristisch durchsetzbare Lösungen werden u.a. von den bundesweit mehr als 100 alternativen Netzbetreibern, die im Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) zusammengeschlossen sind, angeboten. Bis zum Jahr 2018 wollen diese Unternehmen deutschlandweit mehr als 9 Milliarden Euro investieren. Der größte Teil davon soll in den Aufbau "ultraschneller Glasfasernetze" fließen, mit dem sie 11,2 Millionen Haushalte und Unternehmen – das sind rund 73 Prozent der Haushalte außerhalb der Ballungsräume – bis 2018 mit High-speed-Anschlüssen versorgen wollen. Immer mehr Kommunen und Landkreise nehmen deshalb die Versorgung in die eigene Hand und arbeiten mit nicht- mono-politischen Anbietern zusammen.