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Besser lernen mit digitalen Medien?

Auch Computer haben Nebenwirkungen
Ab welcher Altersstufe sollen digitale Medien, also Computer, Tablets, Smartphones und WLAN, als Unterrichtsmittel eingeführt werden? Führen sie zu besserem Lernen, zu zeitgemäßer Bildung? Internet, Google, die sozialen Medien und E-Learning schaffen neue Risiken wie Überwachung, Handel mit persönlichen Daten bis hin zu Suchtgefahren. Um nicht in den Sog der virtuelle Risiken hineingezogen zu werden, braucht es Fähigkeiten, die entscheidend im Erziehungswesen entwickelt werden.

Manfred Spitzer fasst im IHK - Magazin Wirtschaft (5/2013) die Problematik  zusammen:

„Digitale Informationstechnik ist Teil des modernen Lebens: Schon Kinder kaufen im Internet, spielen an der Konsole, plaudern über Facebook mit Freunden und machen mit Google ihre Hausaufgaben. Deswegen könne man den richtigen Umgang mit den digitalen Medien nicht früh genug lernen. Diese Ansicht entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als schwerer Irrtum. Kinder sind keine Erwachsenen. Ihre besonders lernfähigen Gehirne brauchen bestimmte Erfahrungen, um Verbindungen zwischen Nervenzellen im Gehirn überhaupt erst bilden zu können. Betrachten wir Beispiele aus der experimentellen Psychologie und der Gehirnforschung: Wer sprechen lernt, braucht den Umgang mit sprechenden Menschen. Sitzen kleine Kinder hingegen von Bildschirmen und Lautsprechern, bleiben sie in ihrer Sprachentwicklung zurück. Wer Kinder im Vorschulalter mathematisch besonders fördern will, der sollte Fingerspiele mit ihnen machen, denn Zahlen werden vom Gehirn über die Finger erworben, nicht durch Daddeln an einem iPad. Und wer handschriftlich Inhalte aufschreibt, verankert sie tiefer als wer nur auf einer Tastatur tippt. Zugleich wissen wir aus der Bildungsforschung: Wer schon als Kleinkind viel Zeit vor Bildschirmmedien verbringt, zeigt in der Grundschule vermehrt Störungen bei der Sprachentwicklung sowie Aufmerksamkeitsstörungen. Eine Playstation im Grundschulalter verursacht nachweislich schlechte Noten im Lesen und Schreiben, und ein Computer im Jugendzimmer wirkt sich negativ auf die Schulleistungen aus. Hinzu kommt die Suchtgefahr, denn Computerspiele sind programmiert, um Sucht zu erzeugen. Aus medizinischer Sicht haben Computer auch Risiken und Nebenwirkungen. Daher ist besorgniserregend, dass Kinder heute täglich mehr Zeit mit elektronischen Medien verbringen als in der Schule.“

9. März 2015Format: 15,1 x 21,6Seitenanzahl: 256 Veröffentlicht am: 09.03.2015 ISBN-10: 3868815686ISBN-13: 978-3868815689Sprache: Deutsch

Die Lüge der digitalen Bildung

Warum unsere Kinder das Lernen verlernen
Autor:
Gerald Lembke, Ingo Leipner
Inhalt:
Gerald Lembke und Ingo Leipner zeigen die dunkle Seite der Ökonomisierung und Digitalisierung von Bildung. Kinder und Jugendliche entwickeln ein bulimieartiges Lernverhalten: Dinge werden schnell und kontextfrei auswendig gelernt, in der Prüfung »ausgekotzt« – und sofort wieder vergessen. Die Autoren belegen diese und andere Gefahren für unser Bildungssystem. Eine eindringliche Warnung – und ein Plädoyer für eine durchdachte Nutzung digitaler Medien.
4. Auflage; 17.10.2014Format: 13,3 x 2,8 x 21 cm Seitenanzahl: 251 Veröffentlicht am: 17.10.2014 ISBN-10: 3608946268ISBN-13: 978-3608946260Sprache: Deutsch

Medienmündig

Wie unsere Kinder selbstbestimmt mit dem Bildschirm umgehen lernen
Autor:
Paula Bleckmann
Inhalt:
Die Autorin behandelt im Buch u. a. folgende Themen: - Können wir noch ohne Medien leben? - Fit für welche Zukunft? Nachhaltige statt nachhinkende Bildung - Kinder stärken ist keine »Expertensache«! - Eigene Gestaltungskraft entwickeln - Brücken bauen - was gegen Bildungsklüfte helfen könnte - Was Erwachsene über Medien wissen sollten - Daten zur Mediennutzung und Medienausstattung - Machen Medien dick, dumm, unkonzentriert, gewalttätig? - Überstunden am Bildschirm - Nutzungszeiten für verschiedene Altersgruppen - Medienmündig werden - Tipps und Tricks für den Alltag Ein Buch für Eltern, Erzieherinnen, Lehrer und alle, die mehr über einen souveränen Umgang mit den Medien herausfinden wollen. Mit Checks, Tipps und Tricks für den Alltag.
Droemer HC (03.08.2012)Format: 15 x 3,5 x 22,1 cm Seitenanzahl: 368 Veröffentlicht am: 03.08.2012 ISBN-10: 3426276038ISBN-13: 978-3426276037Sprache: Deutsch

Digitale Demenz

Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen
Autor:
Manfred Spitzer
Inhalt:
Digitale Medien nehmen uns geistige Arbeit ab. Was wir früher einfach mit dem Kopf gemacht haben, wird heute von Computern, Smartphones, Organizern und Navis erledigt. Das birgt immense Gefahren, so der renommierte Gehirnforscher Manfred Spitzer. Die von ihm diskutierten Forschungsergebnisse sind alarmierend: Digitale Medien machen süchtig. Sie schaden langfristig dem Körper und vor allem dem Geist. Wenn wir unsere Hirnarbeit auslagern, lässt das Gedächtnis nach. Nervenzellen sterben ab, und nachwachsende Zellen überleben nicht, weil sie nicht gebraucht werden. Bei Kindern und Jugendlichen wird durch Bildschirmmedien die Lernfähigkeit drastisch vermindert. Die Folgen sind Lese- und Aufmerksamkeitsstörungen, Ängste und Abstumpfung, Schlafstörungen und Depressionen, Übergewicht, Gewaltbereitschaft und sozialer Abstieg. Spitzer zeigt die besorgniserregende Entwicklung und plädiert vor allem bei Kindern für Konsumbeschränkung, um der digitalen Demenz entgegenzuwirken.
2010Format: 12,5 x 2,8 x 18,7 cm Seitenanzahl: 364 Veröffentlicht am: 14.02.2011 ISBN-10: 978-3-421-04426-6

Wie Kinder heute lernen

Was die Wissenschaft über das kindliche Gehirn weiß
Autor:
Martin Korte
Inhalt:
Eltern wollen die Entwicklung und die Fähigkeiten ihrer Kinder bestmöglich fördern. Doch in Zeiten digitaler Informationsflut, von Fernsehen und Internet stehen Eltern hier vor einer ganz neuen Herausforderung: Das kindliche Lernen hat sich verändert. Anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse erklärt Martin Korte, Neurobiologe und Lernexperte, wie das kindliche Gehirn denkt, versteht, sich konzentriert und erinnert – und gibt Eltern damit das nötige Know-how an die Hand, um ihre Kinder erfolgreich im Schul- und Lernalltag zu begleiten.