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Befindlichkeitsstörungen bei Kindern und Jugendlichen

Gesundheitsgefährdungen durch WLAN-Strahlung
Die wichtigsten und am häufigsten auftretenden Befindlichkeitsstörungen (Stress-Symptome) in der Nähe von WLAN-Quellen, DECT-Telefonen und Basisstationen sind:
  • Kopfschmerzen (oft bald nach Expositionsbeginn, u.a. Abdel-Rassoul et al., 2006)
  • Geringere Gedächtnisfunktion (Chiang, 1989)
  • Verringerte Konzentrations- und Problemlösefähigkeit (bereits bei eingeschalteten Handys/Smartphones: Becker, 2003; Abdel-Rassoul et al., 2007)
  • Reizbarkeit, Nervosität
  • Herz-Kreislauf-Störungen (Havas, 2006)
  • Erschöpfung und Tagesmüdigkeit (nach anhaltender Exposition)
  • Zu den Kopfschmerzen einige Fakten:
    - 1995: 10-15% der 8–16 Jahrigen leidet an Kopfschmerzen (Frankenberg & Pothmann 1995)
    - 2005: 50% aller Kinder leiden an Kopfschmerzen (Hagenah & Herpetz-Dahlmann)
    - 2007: 1,4% der Jugendlichen ab 12 J. leiden an chronischen Kopfschmerzen (Fendrich 2007)
  • Weiterhin werden Gedächtnisstörungen - meist in Verbindung mit Mobilfunkstrahlung - beobachtet.

Das Gesundheitsamt Stuttgart stellt in seiner Jugendgesundheitsstudie bereits am 29.08.2007 fest:

  • 23% der Mädchen und 17% der Jungen haben täglich oder mehrmals in der Woche Kopfschmerzen. Jedes 8. Kind leidet an Migräne.

Epidemiologische Studien ergeben für diese Zunahme  klare Hinweise auf einen ursächlichen Zusammenhang zur Mobilfunkexposition!

  • 1999: Unter Experten war bekannt und anerkannt, dass Mobilfunkstrahlung Kopfschmerzen erzeugen kann.
  • 2006: Schweizer Umweltbundesamt (BAFU): Die Korrelation von elektromagnetischen Feldern (EMF) und Kopfschmerzen muss als wahrscheinlich und konsistent angesehen werden. Sie ist „so weit überzeugend, dass andere Faktoren mit großer Sicherheit ausgeschlossen werden können“.
  • 2013: Redmayne et al.: Das Risiko für Kopfschmerzen steigt mit der Anzahl und Dauer der Mobil- und Schnurlostelefongespräche (statistisch signifikant).

Befindlichkeitsstörungen werden unter dem Einfluss aller Mobilfunkstrahlungsquellen beobachtet: Basisstationen, Handys, DECT-Telefone, WLAN u.a. Die Einflüsse verstärken sich gegenseitig.

  • Die Symptome treten häufig nach Inbetriebnahme eines Senders auf: Bei vielen Kindern und Jugendlichen sofort, bei manchen erst nach Tagen, Wochen oder Monaten, nicht jeder ist betroffen. Viele Betroffene waren vorher beschwerdefrei.
  • Ein großer Teil der Symptome verschwindet nach Beendigung der Exposition durch Ortswechsel, Entfernung von DECT-Telefon und WLAN oder durch Abschirmung (-> wichtige Präventionsmaßnahme). Dafür gibt es etliche medizinisch untersuchte Fallbeispiele (vgl. Waldmann-Selsam, 2006). Dies ist ein wichtiges Indiz dafür, dass Mobilfunkstrahlung mittelbar oder sogar unmittelbar (kausal) an den Befindlichkeitsstörungen beteiligt ist.
  • In den ersten Jahren nach den Beschwerden finden sich keine pathologischen Organbefunde. Eine symptomatische Therapie (Tab-letten) hilft nur mangelhaft. Erst nach Jahren können sich schwerwiegende Erkrankungen entwickeln.
  • Kurzfristige Belastungen können von vielen Menschen kompensiert werden, sie spüren nichts. Bei den Schülern, die nichts merken, liegt aber nachweislich dennoch eine Stresssituation vor: Die Stresshormone (z.B. Cortisol) können im Speichel nachgewiesen werden. Die Bewertung im Hinblick auf Gesundheitsstörungen hängt sehr davon ab, ob der Stress kurz- oder langfristig vorhanden ist: Bei regelmäßigem Schulbesuch in Schulen mit WLAN-Strahlung ist mit einer langfristigen Belastung zu rechnen, vor allem, wenn die Schüler auch zu Hause keine strahlungsfreien Räume mehr haben, in denen sie sich erholen können.

Gehirnwellenveränderungen

Dass Funkstrahlung bei vielen Menschen zunächst Kopfschmerzen verursacht, ist im Prinzip verständlich: Funkstrahlung dringt etwa 5 - 10 cm tief in den Kopf eines Erwachsenen ein und noch wesentlich tiefer in den Kopf eines Kindes. Funkstrahlung besteht aus elektromagnetischen Wellen, die allen elektrisch geladenen Teilchen (Ionen, Elektronen u.a.) im Kopf ein Mitschwingen aufzwingen und so die natürlichen Gehirnwellen verändern. Die Wirkung auf Funktionen des Gehirns wurden bereits intensiv untersucht:

So ist seit den Forschungen des russischen und US-amerikanischen Militärs ab den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts bekannt, dass mit Funkstrahlung bestimmte Gemütslagen manipulativ hervorgerufen werden können: Depressive Zustände, Angst, Manie, Schmerzen, Antriebslosigkeit, Halluzinationen sind möglich, je nach Frequenz, Wellenform und anderen Charakteristika der Strahlung.

Auch die Ergebnisse neuerer Studien mit derzeit üblichen Funkwellen bestätigen, dass funkbasierte Kommunikationsgeräte zum Beispiel menschliche EEG-Wellen in den verschiedenen Frequenzbereichen und andere Eigenschaften des Gehirns beeinflussen können (Hinrikus et al 2009): Zum Beispiel wurde gezeigt, dass die Alphawellen des Ruhe-EEGs durch hochfrequente elektromagnetische Felder signifikant verändert werden können (Perentos et al 2013, 2008, 2007; vgl. www.emf-portal.de). Dass diese und andere Beeinflussungen der natürlichen Gehirnfunktionen sich dann in einer Veränderung verschiedenster kognitiver Funktionen (Leung et al 2011, Nanou et al 2009), in Befindlichkeitsstörungen bis hin zu Organstörungen oder insbesondere auch in Kopfschmerzen zeigen können, ist daher nicht verwunderlich, sondern absehbar.

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Wir wissen heute: Stress, psychische Probleme bis hin zum Burn-Out steigen durch die Nutzung digitaler Medien allgemein an – insbesondere auch bei Kindern und Jugendlichen. Stress hat immer eine negative Auswirkung auf Zellprozesse und ist Ursache vieler Krankheiten. Die dauernde Erreichbarkeit und Übererregung durch die ständige Flut von Bildern und Informationen überfordert die Nerven und blockiert die Aufnahmefähigkeit. Einschlafprobleme und Schlaflosigkeit sind eine sehr häufige Folge der Nutzung digitaler Medien. Das wiederum behindert die Speicherung neuer Gedächtnisinhalte, verringert die Immunabwehr, führt zur Erschöpfung.

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Warnke/ Hensinger: Steigende „Burn-out“-Inzidenz durch technisch erzeugte magnetische und elektromagnetische Felder des Mobil und Kommunikationsfunks, umwelt-medizin-gesellschaft 1-2013