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5. Folgerungen und Forderungen

Ratgeber Vorsicht WLAN!
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An Schulen und Kindergärten

Die jetzt schon erkennbaren Risiken für Kinder und Jugendliche wiegen nach unserer Einschätzung schwerer als die erhofften, noch wenig erforschten Vorteile der mobilen Internetnutzung für die Bildung. Kindergärten und Grundschulen sollten daher heutiges WLAN grundsätzlich nicht einrichten. Die normale Entwicklung der Kinder würde unverantwortlich gefährdet.

Für Schulen, die noch kein WLAN haben, aber die Einführung planen: Die möglichen Vorteile einer mobilen Laptop- oder Tablet- Nutzung für den Unterricht in Schulen kommen auch dann Kindern und Jugendlichen zugute, wenn die Daten nicht über WLAN, sondern über LED-Licht, also mit Hilfe der VLC-Technik (Li-Fi) empfangen und gesendet werden. Es lohnt sich, zu warten und weiterhin Kabellösungen zu nutzen, bis die VLC-Technik verfügbar ist und biologische Risiken abgeschätzt werden können. Viele Probleme der heutigen WLANs werden bei Nutzung der VLC-Technik vermieden.

Für Schulen, die bereits WLAN nutzen: Eine Leistungsminimierung der WLAN-Strahlung auf das absolut Nötigste ist auf verschiedene Weisen möglich, erfordert aber in der Regel technisches Know-How. Hierfür sollten Experten einbezogen werden, die bestehende WLAN-Infrastrukturen strahlungstechnisch minimieren können. Dazu gehören wesentlich die Installation von Kleinstzellen mit dezentralen Access-Points (einer pro Klassenraum), die abschaltbar sind und nur minimale, geregelte Leistung abgeben, sowie die Leistungsminimierung von Laptops bzw. Tablets.

Schulen mit WLAN sollten ihre Schüler immer wieder nach Befindlichkeitsstörungen (Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten u. a.) bei WLAN-Strahlung befragen, um sich selbst ein Bild davon machen zu können, inwieweit die Gesundheit der Schüler und Schülerinnen und damit ihr Lernerfolg beeinträchtigt werden. Nur so kann abgeschätzt werden, ob die Maßnahmen zur Strahlungsminimierung ausreichen oder das bestehende WLAN durch eine Kabellösung zu ersetzen ist.

Aus ergonomischer Sicht: Keine Nutzung von Smartphones im Unterricht (zu kleiner Bildschirm).

An die Politik

Die Länder sollten in Kindergärten und Grundschulen den Einsatz von funkbasierten WLAN-Routern oder dauerstrahlenden DECT-Telefonen grundsätzlich verbieten. Die normale Entwicklung der Kinder wird sonst unverantwortlich gefährdet.

Bevor eine weitere Ausdehnung der Nutzung der digitalen Kommunikation in Schulen vorangetrieben wird, sollten möglichst alle Lehrer/-innen in
dieser Technik Kompetenzen entwickelt haben, so dass sie

  • eine funktionierende Nutzungsbereitstellung bei minimalem zeitlichem Anteil am Unterricht sicherstellen können,
  • Gesundheitsrisiken selbst erkennen und minimieren können und
  • Schüler/-innen Risiken der Funkstrahlung vermitteln können.

Die unvoreingenommene Aufklärung der Bevölkerung, insbesondere von Eltern, Lehrer/-innen und Schüler/-innen über die gesundheitlichen Risiken der Mobilfunkstrahlung muss viel stärker als bisher gewährleistet werden. Der Gesetzgeber muss endlich Grenzwerte für die maximale Strahlungsleistung von Endgeräten festlegen.

An die Hersteller

Die Geräte-Entwickler und -Hersteller müssen die dynamische Leistungsregelung (TPC) der WLAN-Strahlung von Endgeräten ermöglichen!

Auch die WLAN-Standards müssen weiter entwickelt werden, vor allem im Hinblick auf

  • leistungsgeregelte Router, automatische Abschaltung bei Nichtnutzung (Full-Eco-WLAN, eine teilweise Abschaltung (Eco-WLAN) ist bereits auf dem Markt85),
  • Vermeidung kritischer sog. Beacon-Signale wie die 10 Hz-Taktung im Standby.

VLC als Alternative

Das Land Baden-Württemberg hat die VLC-Technik erfolgreich am Hegel Gymnasium in Stuttgart erprobt (www.t1p.de/opg8). Die Schulen sollten so bald wie möglich über VLC als Alternative zu heutigem WLAN informiert werden. Für das Land ergeben sich daraus Vorteile in mehrfacher Hinsicht:

  • Es wird für den Bürger erkennbar, dass das Land das Vorsorgeprinzip bzgl. Mobilfunkstrahlung ernst nimmt. Es ist damit zu rechnen, dass dadurch auch ein Risikobewusstsein in der Bevölkerung, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen angestoßen wird, da sich durch den VLC-Einsatz die Frage nach den Risiken von WLAN / VLC automatisch ergibt.
  • Eine innovative Technik zu fördern ist imagefördernd und schafft neue Arbeitsplätze.
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Kabelgebundene Lösungen vermeiden sicher die Risiken der Funkstrahlung für Kinder und Jugendliche. Diese Lösung ist immer zu bevorzugen

 

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empfehlen die beiden Autoren des Ratgebers, Dr. Klaus Scheler und Dipl. Ing. Gerrit Krause.