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Reaktionen und Vorsorgemassnahmen im Ausland

Empfehlungen und Vorsorgemaßnahmen
Viele Länder haben auf die dargestellten Erkenntnisse bereits mit Vorsorgemaßnahmen reagiert:

England, April 2009: Die Jahreskonferenz in Liverpool des britischen Lehrerverbands „Association of Teachers and Lecturers (ATL)“ (über 160.000 Mitglieder) befürwortet die Aufrufe der Schulen zur Einstellung des WLAN-Ausbaus, bis die Gesundheitsrisiken für Schüler und Lehrer richtig abgeschätzt werden können, und fordert eine eingehende Untersuchung zu den biologischen Auswirkungen von WLAN.

Die britische Gesundheitsschutzbehörde (HPA) geht zwar davon aus, dass es für die Nutzung von WLAN-Geräten „keine konsistenten Befunde für gesundheitliche Auswirkungen“ gibt. Ihr Vorsitzender, Sir William Stewart, setzte sich jedoch bereits vor zwei Jahren davon ab, als er sagte, dass die gesundheitlichen Auswirkungen überprüft werden sollten. Besonders da die Gefahren, die von WLAN-Systemen ausgehen, noch größer sein könnten als die von Mobilfunkmasten.

Frankreich, 29.05.2009: Frankreich verbietet nach einer sechswöchigen Untersuchung von Handy- und WLAN-Strahlung aufgrund gesundheitlicher Bedenken den Gebrauch von Mobiltelefonen an Volksschulen.

Der Bürgermeister von Clamart lässt eine Basisstation, die zu nahe an einer Schule liegt, mit Verweis auf das Vorsorgeprinzip abschalten.

Kanada, Juli 2009: Dr. Magda Havas (Associate Professor, Environment & Resource Studies, Trent University, Kanada) ist spezialisiert auf die Erforschung des Einflusses elektromagnetischer Felder auf die Umwelt. Sie verlangt in einem offenen Brief an Eltern, Lehrer und Schulbehörden die Entfernung von drahtlosem Internet (WLAN) aus Schulen: „Auch wenn die Strahlung unter den Grenzwerten liegt, werden in einschlägigen wissenschaftlichen Berichten längst eine Reihe gesundheitlicher Folgen aufgeführt. Insbesondere Kinder sind wegen ihrer erhöhten Empfindlichkeit davon betroffen.“

Im Internet ist ein 8-min. Filmbeitrag12 von ihr zu finden, in dem sie aufzeigt, warum Handys die „Zigaretten dieses Jahrhunderts“ sind.

Viele weitere Länder, u.a. Belgien, Australien und Indien, haben Warnungen zur Funktelefonnutzung von Kindern ausgesprochen und dokumentiert oder sogar gesetzliche Einschränkungen verfügt.

Frankreich, 2010: Nach langem Ringen mit der Mobilfunklobby wird ein Gesetz verabschiedet, das Handywerbung verbietet, die sich an Kinder unter 12 Jahren richtet, das den Verkauf von Handys für Kinder unter 6 Jahren untersagt und tiefere Grenzwerte ankündigt.

Die französische Kampagne setzte mit ihrem Vorgehen erstmals die Forderungen des EU- Parlaments um. Es hatte im September 2008 festgestellt, dass eine Anpassung der Grenzwerte erforderlich ist und die derzeitigen Grenzwerte in Europa nicht mehr dem Stand der Wissenschaft entsprechen. Weiterhin würden besonders schutzbedürftige Gruppen, wie Schwangere, Neugeborene und Kinder, Kranke usw. nicht berücksichtigt. Frankreich ist wohl das erste Land, das eine derart groß angelegte Kampagne gegen die möglichen Gefahren der Handystrahlung durchgeführt hat, nachdem sich internationale Warnungen gehäuft hatten.

2015: Frankreich verabschiedet ein Gesetz zum Mobilfunk, das folgende Neuerungen enthält:

  • Einmal jährlich muss eine Liste aller Orte vorgelegt werden, bei denen die Strahlungswerte ein Mittelmaß übersteigen. Die Betreiber sind verpflichtet dieses Übermaß abzustellen, sofern das technisch möglich ist.
  • Das Installieren von WiFi Antennen ist anmeldepflichtig. Die lokalen Behörden können diese Informationen an die Öffentlichkeit weitergeben, müssen aber nicht.
  • Der Betrieb von WLAN (WiFi) in Kinderkrippen ist verboten.
  • In Grundschulen darf WLAN nur in Betrieb sein, wenn der Unterricht es erfordert.
  • Die Regierung muss innerhalb eines Jahres einen Bericht über die Situation der Elektrosensiblen vorlegen.

 

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Haben wir das Recht, uns der moralischen Verantwortung zu entziehen, und das einfach nur wegen des Zugriffs auf noch ein paar mehr Computer? Werden es uns unsere Schüler in den kommenden Jahren danken, wenn sie steril geworden sind oder an Krebs leiden, den ihnen die Exposition durch WLAN zugefügt oder verschlimmert hat?

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Colin Kinney, ein Lehrer der Cooks-town High School in Nordirland