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Empfehlungen zum Schutz von Kindern, insbesondere in Kindergärten und Grundschulen

Empfehlungen und Vorsorgemaßnahmen
Die jetzt schon erkennbaren Risiken für Kinder und Jugendliche erfordern eindringlich Vorsorgemaßnahmen vor allem für Kinder. Im September 2013 veröffentlichte das Umweltbundesamt unter anderem zusammen mit dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) einen Ratgeber für Eltern mit dem Titel „Umwelt und Kindergesundheit – gesünder groß werden“, der diese Forderung bestätigt und entsprechende Vorsorgemaßnahmen empfiehlt.

Im Abschnitt „Elektromagnetische Felder“ heißt es:

„Infolge der langen Entstehungszeit von Krebserkrankungen und der vergleichsweise kurzen Zeit der Nutzung der Mobilfunktechnik in der breiten Bevölkerung ist aber noch nicht mit hinreichender Sicherheit geklärt, ob eine Langzeitbelastung über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren möglicherweise doch ein gesundheitliches Risiko birgt. Dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche, die die Funktechniken vermutlich wesentlich länger nutzen werden als die heutigen Erwachsenen und die zudem empfindlicher sein könnten als Erwachsene. Daher rät das BfS auch weiterhin zu Vorsorgemaßnahmen – ganz besonders für Kinder.

Derzeit wird neben dem Mobilfunk besonders Wireless-LAN (WLAN) für den kabellosen und mobilen Internetzugang genutzt. … Wegen der zunehmenden Nutzung von Funkanwendungen sollten Sie darauf achten, dass bei jeder einzelnen Funkanwendung die Belastung so gering wie möglich ist. … Die beiden Grundregeln „Abstand halten“ und „die Dauer der Belastung verringern“ helfen dabei, ein mögliches Risiko zu vermindern…“

Im Infokasten des BfS-Ratgebers heißt es dann:

  • „Stellen Sie den WLAN-Access-Point oder -Router möglichst nicht in unmittelbarer Nähe der Orte auf, an denen Sie und Ihr Kind sich ständig aufhalten.

  • Falls Sie das Internet in der Wohnung nur an einem festen Arbeitsplatz nutzen, ist eine Kabelverbindung zwischen Modem und Computer vorzuziehen.

  • Wenn es möglich ist, schalten Sie den WLAN-Access-Point oder Router während der Nacht ganz aus.“

Die Unsicherheit bei der Beurteilung von Langzeitrisiken, also bei einer Nutzungsdauer von mehr als 10 Jahren, auch bei Strahlungsintensitäten unterhalb der Grenzwerte ist aus der Sicht des BfS das Hauptproblem und der Hauptgrund für Vorsorgemaßnahmen. Dass diese Problematik sehr ernst zu nehmen ist, zeigt die zunehmende Verschlechterung des Gesundheitszustands von Kindern und Jugendlichen in den letzten 10 Jahren, an der die Mobilfunkexposition einen nicht unerheblichen Anteil hat.

Generell gilt für Schulen, dass es bei der Entwicklung von Medienkompetenz keinen Grund gibt, funkbasierte digitale Endgeräte und die darauf laufenden Anwendungen auf Funkbasis (WLAN) einzusetzen. Digitales Lernen sollte in jedem Fall kabelgebunden durchgeführt werden und auf die Annehmlichkeiten der völligen Bewegungsfreiheit durch mobile Endgeräte sollte solange verzichtet werden, bis flächendeckende Infrastrukturen auf VLC-Basis eingerichtet werden können. Weiterhin sollten sowohl Erzieherinnen, der Lehrkörper und anwesende Eltern ihr eigenes Handy / Smartphone in den „Flugmodus“ schalten, damit es nicht zu einer Anhäufung der einzelnen Strahlungsanteile kommen kann.

  • Kindergärten sollten daher WLAN grundsätzlich nicht einrichten und die Nutzung jeglicher digitaler Geräte vermeiden. Die Gehirnentwicklung  der Kinder würde sonst unverantwortlich gefährdet, da sie unter anderem einem erhöhten Risiko ausgesetzt werden, Verhaltensstörungen zu entwickeln (vgl. Abschnitt 5.5). Auch aus entwicklungspsychologischer und neurologischer Sicht wird dies in den Büchern von Lembke und Spitzer detailliert nachgewiesen.
  • Grundschulen sollten zu allererst auf kabelgebundene Lösungen bei der Nutzung des Internets setzen! Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 und 2 sollten grundsätzlich von jeglicher Bestrahlung verschont bleiben. Darüber hinaus gilt: Kinder und Jugendliche brauchen eine Verwurzelung in der Realität, bevor sie der Virtualität ausgesetzt werden. Ihr Gehirn entwickelt sich besser, wenn kein TabletPC oder Smartphone reale Welterfahrung verhindert. Wir brauchen mindestens bis einschließlich der Grundschule mobilfunkfreien Unterricht und einen sparsamen Einsatz kabelgebundener Computer, damit Kinder die Lernerfahrungen machen, die zu ihrer kognitiven Entwicklung passen.

Für den Fall, dass WLAN bereits eingesetzt wird und nicht durch Kabel ersetzt werden kann, finden Sie abgestufte Empfehlungen auf der nächsten Seite. Die Nutzungsdauer sollte auf möglichst kurze Zeit begrenzt und die WLAN-Sender der mobilen körpernah betriebenen Geräte, als auch der Access-Points stets ausgeschaltet werden, wenn sie nicht gebraucht werden.

Hinweis zum Datenschutz

Das Smartphone wird als Superwanze bezeichnet, Internet & WLAN können problemlos abgehört werden. Jeder Klick, jeder Facebook-Eintrag wird von dutzenden Firmen gespeichert, um Personenprofile, einen digitalen Zwilling zu erstellen. Mit der Einführung der digitalen Endgeräte und WLAN in Schulen würde die Überwachung auch auf die Schulzeit ausgedehnt. Vor der Einführung der digitalen Geräte muss die Politik dieses Risiko zwingend gesetzlich regeln, so wie in den USA, wo das Tracken von Schülerdaten durch den Children´s Online Privacy Property Act (COPPA) verboten ist (www.coppa.org/coppa.htm).

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„Verantwortliches Handeln legt Grenzen fest zwischen dem Erlaubten und dem, was wir zwar können, aber nicht dürfen.“

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Gert Scobel