diagnose funk

Empfehlungen für den privaten Bereich

Empfehlungen und Vorsorgemaßnahmen
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt generell, die persönliche Strahlenbelastung zu minimieren. Schutz- und Vorsorgemöglichkeiten vor (erhöhter) Mobilfunkstrahlung können in drei Gruppen eingeteilt werden:

1. Vorsorge durch Begrenzung der Nutzung

strahlender Geräte ggf. bis hin zu ihrem Ersatz durch strahlungsfreie Alternativen.

Das bedeutet im Einzelnen:

  • Vermeidung von Dauerbestrahlung – gerade auch durch geringe Strahlungsintensitäten: Der dadurch verursachte Zellstress beansprucht ständig die kompensatorischen Ressourcen des Körpers. Dies macht plausibel, warum viele Krankheiten erst nach langer Zeit entstehen und erst dann deutlich erkennbar werden, wenn die kompensatorischen Möglichkeiten des Körpers nicht mehr ausreichen oder sogar erschöpft sind.
  • Ersatz strahlender Geräte durch strahlungsarme oder sogar strahlungsfreie: Ersetzen Sie z.B. schnurlose DECT-Telefone durch schnurgebundene Telefone, WLAN-Drucker durch kabelgebundene Drucker, Babyphone durch strahlungsarme u.v.m..
  • Begrenzung der Nutzungszeit von WLAN auf das Nötigste: Schalten Sie WLAN am Smartphone, Tablet, Computer und anderen Geräten ab, wenn Sie es nicht benötigen. WLAN-Router lassen sich in der Regel so einstellen, dass sie z.B. in der Zeit, wo Sie nicht zu Hause sind, und insbesondere nachts die Strahlung automatisch abschalten und zur gewünschten Zeit erst wieder einschalten. Meist gibt es auch direkt am Gerät einen Ausschaltknopf.

Generell sollten Sie in allen Fällen, wo Daten zwischen einem festen Ausgangs- und Endpunkt übertragen werden müssen, statt der billigeren, drahtlosen einer drahtgebundenen Informationsübertragungen den Vorzug geben.  Bei vielen Tablets (Android und iOS basiert) können Sie mit einem kleinen USB-LAN-Adapter drahtgebunden ins Internet gehen. Prüfen Sie das Vorhandensein dieser Fähigkeit bei Ihren Tablets! Vgl: http://t1p.de/o1g0

2. Vorsorge durch Vermeidung hoher Strahlungsintensitäten:

Dies können Sie erreichen durch Abstand zur Strahlungsquelle und/oder durch Reduzierung der Sendeleistung. 

Denn: Je näher Sie der Strahlenquelle sind, desto höher ist die Strahlungsintensität und damit Ihr Gesundheitsrisiko! Daraus folgt:

  • Geräte, die Sie unmittelbar in der Nähe Ihres Körpers mit eingeschalteter Funkstrahlung betreiben, stellen ein hohes Risiko für Ihre Gesundheit dar!
  • Vermeiden Sie die Aufstellung von zentralen WLAN-Zugangspunkten (Routern oder Access-Points) in unmittelbarer Nähe der Orte, an denen sich Personen länger aufhalten. Auch in Klassenräumen ist ein größtmöglicher Abstand zu den Schülerinnen und Schülern zu gewährleisten.
  • Falls vorhanden, stellen Sie die Reichenweitenbegrenzung an Ihrem WLAN-Router durch Reduzierung der Ausgangsleistung ein. Dies setzt die maximale Strahlungsleistung herab und beschränkt so die Reichweite Ihres WLAN. Dies senkt den Elektrosmog auch für Ihre Nachbarn, macht deren System weniger störanfällig und erschwert es Hackern, Ihr Netz zu finden. Bei einigen WLAN-Routern (z.B. Fritz!Box 7170) gibt es die Möglichkeit, die Sendeleistung an den Bedarf der angemeldeten WLAN-Geräte jeweils separat anzupassen. Außerdem können Sie die maximale Sendeleistung für das gesamte WLAN-Funknetz in Stufen begrenzen (z.B. auf ein Minimum von 6%). Eine Anleitung finden Sie unter: http://t1p.de/dskb.
  • WLAN-Dimmer nutzen, wenn die Sendeleistung des Routers nicht reduziert werden kann! WLAN-Router sind für den normalen Betrieb in ihrer Sendeleistung oft stark überdimensioniert und reichen weit über die eigenen vier Wände hinaus. Das bedeutet einerseits ein Sicherheitsrisiko, andererseits eine Gesundheitsgefährdung für die Mitbewohner eines Gebäudes. WLAN-Dimmer reduzieren die WLAN-Intensität auf das kleinste erforderliche Maß. Sie sind einfach anzuwenden und bieten sich für Wohnungen ebenso an wie für Büros, Cafés, Hotels oder Schulen. Es gibt sie in drei Varianten: a) als Siebhülse, die über die WLAN-Antenne gestülpt wird, und b) als Dimmertasche für Router ohne Antenne oder c) als Box. Nähere Informationen finden Sie unter http://t1p.de/mefm. Wenn möglich, sollten Sie durch eine Messung den Effekt des Dimmers überprüfen (lassen)!

Einschränkung: Wenn die Sendeleistung des Routers reduziert werden kann oder diese sogar geregelt wird (TPC), erübrigt sich eine Dimmermaßnahme. Sie wird sogar kontraproduktiv, sobald Endgeräte mit TPC eingesetzt werden: Weil das Sendesignal des gedimmten Routers sehr schwach im Endgerät ankommt, dreht das Endgerät seine Sendeleistung unnötig stark auf.

  • Wenn Sie einen WLAN-USB-Stick an einem z.B. 5m - USB-Verlängerungskabel anschließen, können Sie die im PC / Laptop eingebaute Strahlungsquelle abschalten und dafür den 5m entfernten WLAN-USB-Stick nutzen. Durch die größere Entfernung können Sie deutlich Ihre persönliche Strahlenbelastung verringern.
  • Eine weitere Möglichkeit ist der Anschluss einer eigenen Femtozelle an Ihren DSL-Anschluss oder Router, die die Funktion einer kleinen Funkzelle für das UMTS-Netz (Reichweite ca. 25 m, je nach Produkt) übernimmt. Damit erreichen Sie einen guten Empfang für Sprache und Daten bei jedem handelsüblichen Smartphone. Femtozellen (auch Small Cells genannt) gibt es inzwischen mehrere auf dem deutschen Markt, die von den Mobilfunkbetreibern angeboten werden. „Dabei strahlen die Mini-Basisstationen im Vergleich zu WLAN deutlich geringer: Ein WLAN sendet mit etwa 100 mW, eine Femtozelle maximal mit einem Zehntel davon, also 10 mW.“ Tests zeigen, dass in 10 m Entfernung von der Zelle die Funkbelastung unter 10 µW/m2 liegt und noch Übertragungsraten von 20 MBit/s auf das Smartphone möglich sind. Eine Einführung hierzu bietet Chip: http://t1p.de/ncel.

Bei einer effektiven Vorsorge kommt es neben der Vermeidung hoher Strahlungsintensitäten darauf an, dass der Körper regelmäßig längere Erholungspausen von der Bestrahlung bekommt, insbesondere muss der Schlafplatz so strahlungsfrei wie möglich gehalten werden.

3. Schutz durch Nutzung technischer Möglichkeiten

zur Minimierung der persönlichen Strahlenbelastung, z.B. durch Abschirmung von Wänden und Fenstern oder durch Nutzung von alternativen, neuen Techniken zum heutigen WLAN wie der Datenübertragung über POF-Heimnetzwerke oder LED-Licht (sog. Visible Light Communication (VLC), vgl. Abschnitt 4.1).

  • Falls Sie das Internet in der Wohnung nur an einem festen Arbeitsplatz nutzen, ist eine Kabelverbindung (LAN-Kabel) zwischen Modem und Computer vorzuziehen. Nutzen Sie Kabelverbindungen, auch wenn es weniger komfortabel erscheint und ggf. die Einrichtung / Bereitstellung entsprechender Anschlüsse ggf. einen meist einmaligen Aufwand erfordert.
  • Für ein Heimnetzwerk, an dem mehrere Geräte (PCs, Drucker) angeschlossen sind, sind Polymere optische Fasern (POF) zu empfehlen. Sollten Ihre Stromleitungen z.B. in Leerrohren verlegt sein, können Sie das sehr dünne POF-Kabel dort zusätzlich einziehen. Es kann aber auch unauffällig unter der Tapete verlegt werden. Ausführliche Hinweise hierzu finden Sie unter ‚diemount.com‘ http://t1p.de/p80r und weitere Technikinformationen bei Wikipedia http://t1p.de/60z0. Bei einem Hausneubau empfiehlt es sich, Datenleitungen für alle erforderlichen Räume zusammen mit den elektrischen Leitungen installieren zu lassen. Nähere Informationen unter Baulinks: http://t1p.de/p0zh
  • Eine weniger zu empfehlende Alternative zu WLAN ist Powerline (PLC) - auch dLAN genannt -, um Daten vom Router / Modem zum PC-Arbeitsplatz zu übertragen (vgl. Wikipedia http://t1p.de/t142). Hierbei werden die bereits in der Wand liegenden Stromkabel für die Übertragung von Datensignalen genutzt. An jeder Steckdose kann dann mit einem entsprechenden Adapter eine Kabelverbindung zum PC hergestellt werden. Das Tückische ist, dass der PLC-Adapter alle Leitungen, welche die PLC-Signale übertragen, hochfrequente Felder an die Umgebung abstrahlen: Ein eingeschaltetes PLC-System sendet während jeder Datenübertragung elektromagnetische Felder im Frequenzbereich von etwa 4-21 MHz aus. Diese elektromagnetischen Strahlungsimmissionen sind im ganzen Haus messbar. Trotz der geringeren Sendeleistung im Vergleich zum Nahbereich von WLAN-Sendern kann man nicht ohne Weiteres auf geringere gesundheitliche Auswirkungen schließen: Die Erfahrung zeigt, dass die PLC-Abstrahlung bei elektrosensiblen Personen Schlafstörungen und andere Beschwerden verursachen kann.
  • Es gibt viele Möglichkeiten, die Mobilfunkstrahlung physikalisch abzuschirmen.

Achtung: Die nachfolgenden Empfehlungen gelten nur für den Fall, dass innerhalb des abgeschirmten Raumes keine mobilen Endgeräte auf Funkbasis benutzt werden. Besucher sind darauf hinzuweisen, dass in solchen geschützten Räumen jede funkbasierte Kommunikation erhöht gesundheitsgefährdend ist.

Grundsätzlich kann in metallische Behälter (bei vollständiger Umhüllung) keine oder bei Vorhandensein von Lücken nur wenig Strahlung eindringen. Daher bestehen viele abschirmende Materialien aus feinmaschigen Drahtnetzen oder sie enthalten Metallfäden (etwa in Geweben wie in Vorhängen und Baldachinen, Taschen, Kleidung usw.) oder Metallspuren in feinster Verteilung z.B. in Tapeten, Wandfarben und sogar in durchsichtigen Folien, die auf Scheiben und Fenster geklebt werden können. Diese spiegeln die auftreffende Strahlung weitgehend zurück. Zudem gibt es graphithaltige Gipsplatten, die die Strahlung unterschiedlich stark reduzieren können. Abschirmmaßnahmen an Gebäuden sollten allerdings nie ohne einen Fachmann durchgeführt werden und nur auf der Basis eines auf Messungen beruhenden fundierten Konzepts.

Einen orientierenden, leicht verständlichen Überblick über das Thema Abschirmung vermittelt eine kostenlose Broschüre des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz (LfU) mit dem Titel „Schirmung elektromagnetischer Wellen im persönlichen Umfeld“, erhältlich als pdf-Datei unter http://t1p.de/873j oder unter http://t1p.de/s5t6. Im Internetportal www.ohne-elektrosmog-wohnen.de präsentieren mehrere Firmen ihre Abschirmprodukte, geben detaillierte Informationen und vermitteln Kontaktadressen zu qualifizierten Fachleuten.