diagnose funk

Hinweise zum Umgang mit dieser Risikotechnologie

Minimierung - Vorsorge - Selbschutz
Grundprinzip: Je weniger Strahlung umso besser. Die Intensität und noch wichtiger die Dauer der Bestrahlung ist, wo immer möglich, zu minimieren.

Deshalb: Fasse Dich kurz - der alte Spruch in den Telefonzellen bekommt eine neue Bedeutung. Drei Bereiche der Bestrahlung durch Hochfrequenz, in denen eine Gesundheitsvorsorge stattfinden muss, sind im Wesentlichen zu unterscheiden:

  1. Immissionen durch Sendeanlagen der Mobilfunkbetreiber: Hier muss der Staat regulierend eingreifen und Konzepte zur Strahlenminimierung durchsetzen. Aber auch die Kommunen sind aufgerufen, aktiven Gesundheitsschutz zu betreiben durch Mobilfunkvorsorgekonzepte, mit denen die Aufstellung von Sendeanlagen geregelt oder auch  Modellprojekte zur Strahlenminimierung (Beispiel St. Gallen) erprobt werden können. Diagnose-Funk unterstützt dies mit dem Ratgeber 5 für Kommunen und Ausgaben der Reihe "Brennpunkt" zu zukunftsfähigen Lösungen.
  2. Immissionen durch private Endgeräte und Router Dritter: Es ist nicht mehr möglich, der Bestrahlung auszuweichen, für Elektrosensible eine ausweglose Situation: Leistungsstarke HotSpots im Öffentlichen Nahverkehr und Bahnen, das WLAN und DECT-Telefon des Nachbarn. Hier muss der Staat durch Aufklärung sensibilisieren, handyfreie Waggons und Zonen einführen (analog zu Nichtraucherabteilen), leistungsgeregelte WLANs als Norm einführen, dauerstrahlende DECT-Telefone verbieten und das Nachbarschaftsrecht um Schutzklauseln gegenüber Funkanwendungen ergänzen.
  3. Selbstbefeldung/-verstrahlung durch eigene Endgeräte und stationäre Dauersender zu Hause und am Arbeitsplatz: Darüber hat jede/r vollständige Entscheidungsfreiheit, vorausgesetzt man kennt die Risiken. Die wichtigsten Regeln, die man sofort umsetzen kann: 
  • Sorgen Sie dafür, nach Möglichkeit verkabelt zu arbeiten und zu leben, solange keine echten gesundheitsverträglichen Funktechniken angeboten werden. Wir in Europa haben dazu die Infrastruktur und mögliche Mehrkosten sind tragbar.
  • Halten Sie die Mikrowellensender Handy / Smartphone nicht an den Kopf, und das Tablet nicht am Körper – nutzen Sie Freisprecheinrichtungen und Headsets.
  • Telefonieren Sie im Auto nicht ohne Außenantenne.
  • Vor allem Schwangere sollten die Geräte nicht am Körper, Männer nicht in der Hosentasche und Frauen nicht am Bauch oder im BH tragen.
  • Schalten Sie den Datenfunk und das WLAN von SmartPhones nur dann ein, wenn Sie es tatsächlich benötigen.
  • Wenn DECT-Schnurlostelefone und WLAN Router genutzt werden, sorgen Sie für die Abschaltung in der Zeit, in der Sie es nicht benötigen, reduzieren Sie die Sendeleistung. Dauerstrahlende alte DECT-Telefone nicht mehr benutzen.
    Beste Lösung: kabelgebunden Telefonieren,
    zweitbeste Lösung: DECT-Telefone der ECO-Plus Generation.
  • Schalten Sie mögliche Dauerstrahler auch an Fernsehern, HiFi-Anlagen, Druckern, Scannern, etc. aus. Achten Sie bei Kauf neuer Geräte darauf, ob das häufig integrierte WLAN überhaupt noch deaktiviert werden kann!

Die meisten dieser Minimierungsmaßnahmen lassen sich auch auf die Gestaltung eines gesunden  Arbeitsplatzes übertragen.

Endgerät versus Sendeanlage

Die Höhe der Belastung durch das Handy/Smartphone/Tablets richtet sich nach den Abstrahlungseigenschaften des benutzen Geräts (SAR-Wert), nach der Qualität der Verbindung zur nächsten Basisstation und nach der Sendetechnik (GSM, WLAN oder UMTS/LTE), und wesentlich nach dem Verhalten des Nutzers.

Vgl. hierzu auch die Tipps im Ratgeber 1 "Elektrosmog im Alltag"

Optimierte Sendernetze, wie oben vorgeschlagen, führen auch bei den Endgerätenutzern zu einer deutlichen Reduzierung der Sendeleistung und damit zu einer Reduzierung der Belastung. Je kürzer und direkter der Weg zwischen Sender und Empfänger - v.a. ohne dämpfende Gebäudemasse auf der Funkstrecke - desto besser.

4. Auflage September 2018Format: A5Seitenanzahl: 56 Veröffentlicht am: 30.09.2018 Bestellnr.: 101Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk

Elektrostress im Alltag

Anregungen zur Minimierung - Was jeder selbst tun kann
Autor:
Dr. G. Oberfeld (Land Salzburg), Dipl.-Ing. J. Gutbier (diagnose:funk)
Inhalt:
Der Ratgeber "Elektrosmog im Alltag" ist ab September in neuer Auflage überarbeitet und mit dem veränderten Titel "Elektrostress im Alltag" erhältlich. Er erscheint bereits in der 4. Auflage und wurde von 44 auf nun 56 Seiten erweitert. Wieder mit dabei ist die Landessanitätsdirektion Salzburg, auf deren „Informationsmappe Elektrosmog“ von 2008 diese Broschüre aufbaut. Mit einfacher Sprache, kurzen Texten, über 150 Bildern, vielen Grafiken und Tabellen sowie Icons für jede Empfehlung wird versucht, das komplexe Thema der Elektromagnetischen Felder (EMF) für Laien verständlich zu erläutern. Hilfestellung zur Selbsthilfe durch Prävention ist das Anliegen der Autoren. Wir danken Dr. Martin Virnich, Dr. Dietrich Moldan, Dirk Herberg und Dipl. Ing. Dietrich Ruoff für ihre Unterstützung bei der Erstellung.