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Die Studienlage

Wir haben es bei der Strahlenbelastung mit mehreren Hauptquellen zu tun: mit den Mobilfunkmasten (GSM, UMTS, LTE, TETRA und zukünftig 5G), dazu Millionen WLAN- HotSpots und mit den Endgeräten (DECT-Schnurlostelefonen, Smartphones, Tablets, WLAN-Spiele, vernetzte Haushaltsgeräte, Router, etc.). Die Smartphones und Tablets wurden inzwischen für viele Menschen zum unverzichtbaren Lebensbestandteil. Der Sozialpsychologe Harald Welzer schreibt:

„Konsumismus ist heute totalitär geworden und treibt die Selbstentmündigung dadurch voran, dass er die Verbraucher, also Sie, zu ihren eigentlichen Produkten macht, indem er Sie mit immer neuen Wünschen ausstattet, Wünsche, von denen Sie vor kurzem nicht einmal ahnten, dass Sie diese jemals hegen würden.“ [9]

Die Smartphones und Tablets sind heute die Hauptinstrumente für die Werbung und deren Manipulation zum Hyperkonsum. Die gesundheitlichen Risiken werden wegen des kurzfristigen Nutzens verdrängt. Der Staat und die Medien klären darüber nicht auf, obwohl gesundheitliche Risiken inzwischen durch hunderte Forschungsergebnisse bestätigt sind. Dem entgegen wird oft von Behörden und Industrie behauptet, es gäbe im EMF-Portal, der Datenbank der Bundesregierung (WHO-Referenzportal), 28.754 Studien, die alle keine Risiken nachweisen würden.

Diese Behauptung verrät, dass der Verantwortliche sich entweder überhaupt nicht mit der Studienlage beschäftigt oder Wahrheiten verschleiern will. Tatsächlich stehen in der Datenbank der Bundesregierung (EMF-Portal) 28.754 Studien, von denen 6.369 ausgewertet sind (alle Zahlen Stand 15.07.2019). Die Auswertung erfolgte zur Nieder- und Hochfrequenz aus allen Bereichen (Technik, Epidemiologie, in Vivo, in Vitro), aber „nur“ 1.594 zum Frequenz-Bereich Mobilfunk und ist dort unter „Studienübersichten“ dokumentiert. Zu 5G sind zwar 93 Studien gelistet, davon gehören 74 zur Technik / Dosimetrie, Sonstige 19 und nur 5 zur Medizin/Biologie. Diese fünf sind bisher im EMF-Portal nicht analysiert und das im Juli 2019, mitten im 5G-Ausbau! Von den 1.594 Studien zum Mobilfunk zeigen mindestens 800 biologische Effekte. 500 davon stehen in unserer eigenen Datenbank www.EMFData.org. Diagnose:funk und die Redaktion des ElektrosmogReports werten seit 15 Jahren das EMF-Portal und andere Datenbanken aus.

Hier einige besonders brisante Forschungsergebnisse:

Über 50 Studien weisen die Schädigung der männlichen Spermien nach, wie verminderte Fruchtbarkeit, Unfruchtbarkeit, sowie Folgeschäden bei den Neugeborenen. Der Review „Rückgang der Spermienqualität. Umweltmedizinische Faktoren“ (2019) [10] zeigt den Zusammenhang mit anderen Umweltnoxen. 70 Studien weisen schwerwiegende Auswirkungen auf die Entwicklung der Embryonen nach. Diagnose:funk hat das Schädigungspotential für die Reproduktion in dem 24-seitigen Brennpunkt dokumentiert: „Smartphones & Tablets schädigen Hoden, Spermien und Embryos“ (2016). Diese Forschungsergebnisse sind besonders bedeutend, denn Smartphones und Tablet PCs werden u.a. in der Nähe der Fortpflanzungsorgane getragen, z.B. der Laptop auf dem Schoß, das Smartphone in der Hosentasche. Sogar Hersteller von Smartphones geben Warnhinweise für Schwangere und Männer.

Inzwischen weisen auf Grund der verbesserten Datenlage immer mehr Studien nach, dass Mobilfunkstrahlung Krebs auslösen kann. Seit 1990 haben über 80 Studien DNA-Strangbrüche (Erbgutveränderungen) durch elektromagnetische Strahlung nachgewiesen. Tumore können die Folge sein. Im Mai 2011 wurde die Mobilfunkstrahlung von der WHO als „möglicherweise krebserregend‘ eingruppiert. Groß angelegte Studien der österreichischen AUVA-Versicherung (ATHEM-Report 2012 & 2016) und der US-Gesundheitsbehörde (NTP-Studie 2016) bestätigen das Krebsrisiko. [11]

Falcioni et al. (2018) haben am Ramazzini-Institut (Italien) 2.500 männliche und weibliche Ratten lebenslang mit 1.800 MHz (2G-GSM / 3G-UMTS) bestrahlt mittels einer Simulation von Basisstationen. Das Ergebnis waren erhöhte Raten von Schwannomen des Herzens und von Gliomen. Dieses Ergebnis ist eine Bestätigung der US-amerikanische NTP-Studie.
[12] Das Bundesamt für Strahlenschutz sieht eine Krebs promovierende (=beschleunigende) Wirkung als gesichert an. [13] Neueste Forschungsergebnisse zur stundenlangen Handynutzung bei Vieltelefonierern über mehr als 20 Jahre zeigen ein bis zu 5-fach erhöhtes Krebsrisiko. [14]

Inzwischen mehren sich die Forderungen, dass die internationalen Gremien ihre bisherigen Bewertungen revidieren sollten. So stellt Prof. James C. Lin (von 2004 bis 2016 ICNIRP-Mitglied und von 2008 bis 2012 Vorsitzender des Ständigen Ausschusses für Physik und Technik der ICNIRP) als Fazit einer Tagung des National Institute of Environmental Health Sciences (USA) fest, dass die Krebsstudie des National Toxicology Program (NTP) klare Nachweise („clear evidence“) für das Krebsrisiko erbracht hat. Aus diesem Grund sollte, so Lin, die Einstufung der nicht-ionisierenden Strahlung von „möglicherweise krebserregend für den Menschen“ (Gruppe 2B) auf „wahrscheinlich krebserregend“ (Gruppe 2A) erfolgen. [15] Mehrere Wissenschaftler fordern die Einstufung in „krebserregend“. [16]

Der beratende Ausschuss der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO hat empfohlen, mit hoher Priorität zu prüfen, ob nicht auf Grund neuer Studien eine Einstufung der mit der Hochfrequenz-Strahlung verbundenen Krebsrisiken in eine höhere Gefahrenkategorie als „möglicherweise krebserregend“ notwendig sei. [17]

Doch es bleibt nicht nur bei Erkenntnissen im Labor: In Italien hat das höchste Gericht in Rom einem Angestellten bestätigt, dass sein Hirntumor vom beruflich bedingten Dauertelefonieren kommt und ihm eine Entschädigung zugesprochen.

Was wird in Zukunft auf die Kinder zukommen, die heutzutage häufig schon als Kleinkind ein Smartphone oder elektrosmog-funkende Spiele nutzen? Was aus Kindern und Jugendlichen, die Vieltelefonierer sind? Es gibt in der Tat signifikante Anstiege bei bestimmten Krebsarten unter Kindern und Jugendlichen. Das zeigt die Auswertung der US-Krebsstatistik:

„Die Fälle von gutartigen Tumoren des zentralen Nervensystems haben jedoch deutlich zugenommen. Zum Vergleich kam es bei Jugendlichen zu einer Zunahme von bösartigen und gutartigen Tumoren des zentralen Nervensystems. Bei Kindern kam es zu einer Zunahme von akuter myeloischer Leukämie, Non-Hodgkin-Lymphomen sowie bösartigen Tumoren des zentralen Nervensystems“ (Gittleman et al. 2015, S. 111). [18]

Auch das Robert-Koch-Institut dokumentiert für alle Malignome bei Kindern einen Anstieg von ca. 25 % zwischen 1994 und 2012 (RKI 2015, S. 137). [19] In der schwedischen Statistik sind diese Entwicklungen bereits deutlich abgebildet. Tumore an Zunge, Hals und Schilddrüse zeigen klare Steigerungsraten. Schilddrüsentumore bei Frauen zwischen 20 und 39 Jahren haben sich in nur 8 Jahren verdoppelt. [20] Prof. Franz Adlkofer, ehem. Koordinator der europäischen REFLEX-Studien, kommt nach der NTP-Studie zu dem Schluss: „Die Gentoxizität der Mobilfunkstrahlung kann entsprechend dem Stand der Forschung inzwischen als gesichert angesehen werden“ (Adlkofer 2016). [21]

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Inzwischen weisen immer mehr Studien nach, dass Mobilfunkstrahlung Krebs auslösen kann.

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Was wird in Zukunft auf Kinder zukommen, die schon als Kleinkind elektrosmog-
funkende Geräte nutzen?

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