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Technologie der Zukunft: Visible Light Communication (VLC)

Das WLAN von morgen?

Smartphones kommunizieren über elektromagnetische, gepulste Wellen. Es werden zurzeit Frequenzen zwischen 700–2.600 MHz verwendet. Durch 5G soll das Spektrum bis über 40 GHz ausgeweitet werden. Die gepulsten Mikrowellen-Frequenzen sind gesundheitsschädlich.

Das natürliche und künstliche Licht ist auch eine elektromagnetische Welle – jedoch mit viel höheren Frequenzen, von 384 THz bis 789 THz (Terahertz). An diese evolutionär vorhandenen Frequenzen ist unser Körper und die Natur angepasst. Künstliche Lichtquellen können je nach Farbe und Taktung negative Folgen haben, auch ist die öffentliche Lichtverschmutzung zu beachten, die sich v.a. auf Tiere und Pflanzen schädlich auswirkt. [89] Diese Risiken müssen bei der Anwendung optischer Kommunikationstechniken erforscht und ausgeschlossen werden.

Es stellt sich die Frage: Warum nicht die Frequenzen des Lichts als Übertragungsmedium nutzen? Das hätte Vorteile, denn künstliche Lichtquellen sind überall vorhanden. Künstliche Lichtquellen sind in der Wohnung, in den Büros, in der Tiefgarage, sie strahlen aus Straßenlaternen und Verkehrsampeln. Wir haben also schon Milliarden potenzielle Basisstationen. Die Vorstellung ist bestechend: Ich schalte im Büro die Beleuchtung ein, und der PC empfängt das Internet und das Smartphone kommuniziert darüber. Die LED-Lampe ist Sender und Empfänger zugleich. Die LED-Technik macht es möglich, optisch zu kommunizieren.

Im Hochhaus mit 50 Wohnungen würden nicht mehr die WLANs aus den Nachbar-Wohnungen einstrahlen, denn Lichtwellen dringen nicht durch Wände. Das wäre ein riesengroßer Fortschritt für Elektrohypersensible und zudem ein Schutz gegen Datenspionage, denn ein betriebliches VLC-Internet ist mit Sicherheit schwerer zu knacken. Die VLC-Technik wurde u.a. am Heinrich-Hertz-Institut [90] in Berlin und an der Universität Edinburgh (Schottland) entwickelt.

In Baden-Württemberg wurde die VLC-Technik als Pilotprojekt auf der Insel Mainau und im Hegel-Gymnasium Stuttgart bereits erprobt. Inzwischen ist die Marktreife erreicht. Die Firma Signify, eine Tochter von Philips, bietet seit 2019 Komponenten unter dem Namen TRULIFY, die mehr als 150 Mb/sec. (Megabit/sec.) übertragen können. [91] Diese Entwicklung bedeutet konsequenterweise: An keiner Schule darf das schädliche WLAN eingeführt werden, sondern es können optische Systeme eingesetzt werden. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen kann WLAN abgebaut und durch optische Übertragungssysteme ersetzt werden.

Die VLC-Technik ist bereits auf dem Markt. Sie könnte das WLAN von morgen sein.

USB Access Key

Dieser USB Access Key stellt über die Beleuchtung einen stabilen Internetzugang mit hohen Übertragungs-geschwindigkeiten her.