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Die Trennung von Indoor- und Outdoor-Versorgung

Die Outdoor-Versorgung findet über GSM-, UMTS- (wird bald abgeschaltet), LTE- und 5G-Sendeanlagen und WLAN-Hotspots statt. Die Abstrahlleistung der Mobilfunknetze ist so ausgelegt, dass sie alle Dämpfungswiderstände (Häuser, Bäume, Reflexionen, usw.) überwindet, damit überall und noch in mehreren Kilometern Entfernung, indoor telefoniert und gesurft werden kann. Das führt vor allem für die nahe am Sender wohnenden Menschen zu extremen Dauerbelastungen. In Gutachten wie dem für Stuttgart-West wurden Stärken von über 100.000 μWatt/m² in den umliegenden Häusern gemessen. [87]

Doch die jetzige Technik stößt an ihre Grenzen, weil sie vor allem das extrem anschwellende Datenvolumen durch die mobile Nutzung des Internets, durch Video- und Audiostreaming nicht mehr transportieren kann. Deshalb weichen die Betreiber seit 2010 auch auf lizenzfreie, öffentliche WLAN-Hot-Spots als weiteres Netz aus. Sie sind in öffentlichen Telefonsäulen
installiert, aber auch in den Heim-Routern ohne Wissen der Nutzer als zweites WLAN installiert. Strahlungsminimierende Konzepte spielen hierbei aber keine Rolle - die umliegende Bebauung soll auch damit vollständig durchstrahlt werden.

Wie kann diese Spirale gestoppt werden? Die Anbindung aller Haushalte und Industriebetriebe an das Glasfaser-/Breitbandnetz muss zur Grundversorgung werden! Damit ist ein äußerst schneller und nahezu unbegrenzter Datentransport in die Häuser möglich, ohne dass  dämpfende Baumasse, ohne dass große Entfernungen mit vielen Reflexionsvorgängen durch Funksignale durchdrungen und überwunden werden müssen. Jeder Bürger ist dann über seinen verkabelten Anschluss optimal versorgt. Die Durchstrahlung der Gebäude von außen für schnelles Internet ist dann nicht mehr nötig.

Wer im Haus (Indoor) trotz Festnetz auf einen mobilen Empfang nicht verzichten will und eine Strahlenbelastung in Kauf nimmt, nutzt seinen Router als sogenannte Mini-(Femto)-Zelle. Das ist ein kleiner Mobilfunksender in der Wohnung, der die Mobilfunksignale des Anbieters über das Kabel ins Haus bringt. Die Strahlungsstärke kann dabei so gering eingestellt werden, dass nur ein Raum versorgt und kein anderes Zimmer und kein Nachbar zwangsweise bestrahlt werden. Technische Störungen durch sich überlagernde Funknetze werden damit ausgeschlossen und hohe Datenraten sind gewährleistet. Was die Nachtruhe betrifft, so kann nachts alles ausgeschaltet werden, um sich und die Familie vor der Mobilfunkstrahlung zu schützen, bzw. sich davon zu erholen.

Das Recht auf Schutz in der Wohnung, in diesem Fall vor elektromagnetischen Feldern, bleibt damit gewahrt. Hinzu kommt, dass auch sehr empfindliche Menschen wieder Lebens- und Rückzugsräume finden können und das in einem normalen, städtischen Umfeld, bzw. in ihren angestammten Orten. Jede Wohnung kann damit wieder zu einer sog. Weißen Zone werden.

Wenn keine Innenräume von außen versorgt werden müssen, d.h. wenn die Strahlung nicht zusätzlich Mauern durchdringen muss, wofür sie außerdem mehr Energie benötigt, werden zukünftige Outdoor-Basisstationen viel kleiner, preisgünstiger und können mit hoher Homogenität und besserer Ausleuchtung störungsfrei und leistungsarm, das bedeutet auch sparsam, betrieben werden. Diese Lösung wurde bereits vor 20 Jahren im Mini-Watt-Programm der Bundesregierung vorgeschlagen.

In St. Gallen (Schweiz) wurde eine solche Versorgung mit der Zielvorgabe der Immissionsminimierung und gleichzeitig maximaler Kapazität in einem Pilotprojekt für den Altstadtkern entworfen und installiert. Und dabei ist es nur logisch, dass für diese Versorgung nur ein Netz aufgebaut werden muss, in das sich alle Betreiber einmieten. Es lassen sich dadurch mehr Daten mit weniger Strahlung technisch verwirklichen. Es ist nur eine Frage des politischen Willens, ob das Rad der Geschichte für einen sinnvollen Fortschritt weitergedreht wird, auch und vor allem gegen die massiven Widerstände der Industrie.

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Die Abstrahlleistung der Mobilfunknetze ist so ausgelegt, dass sie alle Dämpfungswiderstände (Häuser, Bäume, Reflexionen, usw.) überwindet, damit überall und noch in mehreren Kilometern Entfernung, indoor telefoniert und gesurft werden kann.

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