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Ein Mobilfunknetz für alle Anwendungen

Schluss mit der überflüssigen Bestrahlung
Kein Politiker würde auf die Idee kommen, für jeden Autobauer im Land ein eigenes Straßennetz zu bauen. Kein Hausbesitzer würde es zulassen, dass jeder der vier großen Stromnetzbetreiber in Deutschland ein eigenes Stromkabel in sein Haus verlegen darf. Und keine Kommune würde es akzeptieren, dass jede x-beliebige Telefongesellschaft ihr eigenes Datenkabel in den Straßen und Wegen der Kommune vergräbt, wie und wann immer diese es fordern. Deswegen muss von den zuständigen Stellen in der Bundesregierung beim Mobilfunk ein Netz für alle Betreiber gefordert werden.

Was für alle bekannten, großen Infrastrukturbereiche Usus ist, wurde und ist bei der Mobilfunkinfrastruktur außer Kraft gesetzt. Der Aufbau des Mobilfunknetzes wurde in die Hand privater Unternehmen gelegt, nach dem Prinzip: Konkurrenz belebt das Geschäft. Dieser teils auch weiterhin vorherrschende politische Wille zur Privatisierung von möglichst Allem fand im Bereich der Mobilfunks wohl seinen Höhepunkt.

Aktuell senden in Deutschland mehr als ein Dutzend parallel betriebene Mobilfunknetze neben-, hinter und aufeinander. Jeder der drei Betreiber Telekom, Vodafone, Telefonica (O²) betreibt eines der Netze GSM900, GSM1800, UMTS und seit 2011 Stück für Stück auch die vierte Mobilfunkgeneration LTE, nicht selten mit jeweils zwei Frequenzbändern gleichzeitig. Dazu kommen der neue Behördenorganisationsfunk (BOS-Funk) mit TETRA, das Mobilfunknetz für die Bahn mit dem Standard GSM-R und WLAN-Netze.

Wir werden 14-fach bestrahlt

Jedes dieser Netze, jeder eigene Dienst braucht einen Standort, braucht Infrastruktur, braucht Sender und verbraucht im Betrieb laufend Energie (ca. 2-3 KW pro Sendeanlage). Die Antennen verschandeln unsere Städte, die Masten zerstören unser Landschaftsbild und jedes Mobilfunknetz, jede errichtete Anlage bestrahlt ausnahmslos 24 Stunden am Tag Menschen und Umwelt mit gesundheitsschädlicher Mikrowellenstrahlung. Jede neue Antennenanlage erhöht den Pegel der Bestrahlung.

180.000 installierte Mobilfunk-Sendeanlagen

Stand September 2013 senden in Deutschland nach Auskunft der Bundesnetzagentur über 180.000 kommerzielle Mobilfunk-Sendeanlagen von 71.240 Senderstandorten. Bei dem weit überwiegenden Teil dieser Sendeanlagen handelt es sich jeweils um Sektor-Sendeanlagen mit jeweils drei Einzelsendern. Das TETRA-System des Bundes (digitaler Behördenfunk) benötigt weitere 5.000 Sendeanlagenstandorte.

Gegensteuern ist möglich — die Bundespolitik braucht Druck von unten

Eine Abkehr von diesem System ist kein technisches Problem, es ist fast ausschließlich eine Frage des politischen Willens, ob wir aus dieser unnötigen Vielfachbestrahlung aussteigen wollen. Diese zentrale Forderung muss natürlich bundesweit erhoben und durchgesetzt werden. Hierzu braucht es den Druck von unten - aus den Ländern und aus den Kommunen.

Bis dahin können aber auch jetzt schon die Kommunen steuern, wo und wie diese Sendeanlagen aufgestellt werden dürfen, um die Strahlenbelastung zu minimieren.

Mit dem Instrument des Kommunalen Mobilfunk-Vorsorgekonzeptes sind auch überraschende Effekte zu erzielen, wie z.B. die Ausarbeitung vom EMF-Institut belegt (vgl. Strahlungsminimierung mit bestehender Technik).