diagnose funk

Smartphones – ständig ungefragt online

Deaktivieren Sie Ihre Apps

Das Datenblatt des SmartPhones verspricht zwei Wochen Stand-by, aber die Realität sieht für Nutzer ganz anders aus: Ruckzuck ist der Akku leer, er hält meist nicht mal einen Tag lang durch. Warum eigentlich? Weil sich das Gerät neben einem z.B. zu hell eingestellten Bildschirm und der dauernden Suche nach GPS-Satelliten zur Standortbestimmung ständig mit dem Internet über Funk austauscht.

D. Ruoff, www.ibaum.com

Apps sorgen dafür, dass ein SmartPhone teils im Minutentakt online ist.  So sehen die Funkintervalle eines modernen SmartPhones aus, welches gekauft, ausgepackt, in Betrieb genommen (zu allem JA getippt), 24 Stunden ausgeschaltet und wieder eingeschaltet wurde. Jeder Ausschlag ist eine strahlende Internetverbindung. Erstmal findet sich fast keine Lücke in der Datenübertragung, weil ge"updatet" wird was ansteht. Dann geht das Geräte langsam über in einen Modus mit kurzen Übertragungsintervallen. Das gilt auch nachts.  (Aufzeichnungs-Zeitraum 4,5 Stunden).

D. Ruoff, www.ibaum.com

Im Vergleich zur ersten Grafik hier das Sende- und Empfangsverhalten eines klassischen Handys was nicht Internetfähig ist, also ohne Apps: Nur alle paar Stunden ein Abgleich mit dem Netz. Keine Hintergrunddatendienste die irgentwelche Informationen an den Hersteller, Mobilfunkanbieter etc. übertragen - außer die kurze Statusmeldung: "Ich bin noch da!".

Jörn Gutbier - diagnose:funk

Werden „Mobile Daten“ im SmartPhone ausgeschaltet, haben Sie wieder ein altes Handy. Die Internetverbindungen sind deaktiviert. Sie können aber weiterhin telefonieren, angerufen werden und simsen.

Der Verbindungsaufbau ist dann unregelmäßig - aber viel seltener, je nachdem, welche Hintergrunddienste des Betriebssystems noch aktiv sind. Hier ein Gerät, bei dem alle abschaltbaren Hintergrunddienste deaktiviert wurden. Auch dieses Gerät hat während der viereinhalb Stunden Aufzeichnung nur rumgelegen und wurde nicht genutzt.

Kontrollieren Sie, welche Apps Sie wirklich brauchen und deaktivieren Sie, was möglich ist. Tipps dazu finden Sie im Tagungsband zur EMV-Tagung 2013 des Verbands deutscher Baubiologen. Zum Inhaltsverzeichnis >>>>

 

SmartPhone & Tablets strahlungsarm nutzen

Über diese fünf Funktionen regeln Sie die Emissionen Ihres Smartphones oder Tablets.

WLAN:

Wird kein Internetzugang über WLAN benutzt, sollte die Funktion ausgeschaltet werden. Im Standby werden alle 20 bis 120 Sekunden kurze Statussignale mit voller Leistung (bis zu 100 mW) ausgesandt. I.d.R. ist das WLAN am Endgerät nicht leistungsgeregelt - es wird immer mit voller Leistung gesendet.

Das führt zu der absurden Situation, dass die WLAN-Nutzung zu einem Router, der im selben Raum montiert ist, zu einer wesentlich höheren Bestrahlungsdosis führt, als die Nutzung von z.B. UMTS oder LTE, wo die Empfangsanlage 350 m entfernt steht und sogar noch Außenwände durchdrungen werden müssen.

Mobile Hotspot:

Ihr Gerät wird damit zu einem dauerstrahlenden WLAN-Router mit dem besonders kritischen 10 Hz Takt. Dritte können damit Ihre Mobilfunkverbindung als Internetzugang nutzen. Leistung 10 bis 100 mW. Besser nicht einschalten.

Bluetooth:

Kurzstreckenfunk mit 1, 2,5 oder 100 mW Leistung. Wird z.B. für Freisprechen im Auto benutzt. I.d.R. nicht leistungsgeregelt. Im direkten Umfeld (z.B. in einem Zugabteil) führt Bluetooth bei den Mitfahrenden zu einer „extrem auffälligen“ Strahlenbelastung. Schalten Sie Bluetooth aus, wenn es nicht gebraucht wird. Kopfhörer, Lautsprecher und dgl. sollten immer kabelgebunden betrieben werden.

Mobile Daten:

Eingeschaltet, wird das Mobilfunkgerät internetfähig - Apps und Hintergrunddatendienste gehen online. Vgl. hierzu die beiden Kapitel zuvor.

Offline- / Flugmodus:

Mit Aktivieren dieser Einstellung, werden alle Funkverbindungen (Mobilfunk, WLAN, Bluetooth) ausgeschaltet*. Ihr Gerät ist im Netz abgemeldet. Sie sind nicht mehr erreichbar und können keine Nachrichten schicken oder das Internet aufrufen. Sonstige Funktionen wie Wecker, Kamera, Musikspieler, Tonaufnahme usw. können auch weiterhin genutzt werden. *Beim iPhone 10 wird WLAN damit nicht deaktiviert!

Achten Sie beim Kauf eines Mobilfunkgerätes auf einen niedrigen SAR-Wert. Empfohlen wird kleiner 0,4 W/kg. www.handywerte.de.

Ausführliches zum Abstrahlverhalten von mobilen Endgeräten unter verschiedenen Bedingungen, erläutert ein Artikel im Magazin CONNECT auf dem Jahr 2010:
In Gebäuden, im Zug, im Auto und im Freien - Strahlenbelastung durch Mobiltelefone?

 

SAR-Werte ohne praktische Relevanz

Peinlich nun (Jan. 2019), dass wohl 90% der Mobilfunkgeräte am Markt den zulässigen SAR-Wert in der praktischen Anwendung nicht einhalten.

Siehe hierzu: >>> Von Dieselgate zu Phonegate

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So verbrauchen zehn Minuten Video-Streaming in HD auf einem Smartphone ebenso viel Energie wie fünf Minuten Kochen auf einem Herd mit 2 Kilowatt Leistung (~170 Wh), wenn man auch den Stromverbrauch von Netzwerktechnik und Servern sowie die Produktion dieser Geräte berücksichtigt. Zusammengenommen ist Digitaltechnik dadurch mittlerweile für 3,7 Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich – während auf den zivilen Luftverkehr 2018 lediglich 2 Prozent der Emissionen entfielen. Je nach Szenario könnte der Digital-Anteil an den weltweiten Emissionen bis 2025 auf mehr als 8 Prozent steigen, was höher wäre als der aktuelle Anteil von Autos und Motorrädern.

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heise v. 19.03.19: „Wie die Digitalisierung das Klima belastet: IT-Wachstum konterkariert Klimaschutzbemühungen“.