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Navigationsgeräte - Tracking - eCall

Live-Navi funkt ständig | eCall ist inaktiv
baubio-logisch.de

Bei sog. „LIVE–Navis“ werden unter anderem Daten aus den Mobilfunknetzen verarbeitet. Wo viele Handys und Navis sich langsam bewegen oder stehen, lässt sich ein Verkehrsstau ableiten. Bei diesen Geräten erfolgt alle paar Minuten und kürzer ein Datenaustausch mit dem Zentralrechner via Mobilfunk. Um die funktechnisch dichte Hülle der Fahrgastzelle zu durchstrahlen, ist eine hohe Funkleistung erforderlich: So können mehrere Watt (!) pro Quadratmeter Strahlungsdichte in ca. 1 m Abstand am Kopf des Fahrers gemessen werden.

Achtung! SmartPhones, die als Navigationsgerät benutzt werden, tun in der Standardeinstellung das gleiche - wenn auch mit weniger Sendeleistung.

Neben der ständigen Strahlung lauert hier auch die Datenkrake: Die Firma TomTom hatte 2011 der Polizei in den Niederlanden die Geschwindigkeitsdaten ihrer Kunden verkauft. Die Polizei plante anhand der gesammelten Geschwindigkeiten und den zugehörigen Ortsangaben geeignete Stellen für Radarfallen. Wo häufig zu schnell gefahren wird, gibt es schließlich auch viel zu holen. Nach heftigen Protesten wurden diese Deals eingestellt.

Die Totalüberwachung erfolgt nun durch das Auto selbst: Fast jeder Neuwagen mit eingebautem Navi hat heute Live-Funktion. Sorgen Sie dafür, das diese deaktiviert ist.

Navigationsgeräte ohne „LIVE“ Funktion sind unproblematisch. Verkehrsinformationen werden hier als Rundfunk-Verkehrsnachrichten passiv über den Standard TMC (Traffic Message Channel) und TMC-Pro nur empfangen. Achten Sie darauf, dass integrierte Funk-Funktionen wie z.B. Bluetooth abgeschaltet sind.

Ebenfalls sehr strahlungsintensiv sind fest eingebaute Telekommunikationseinheiten (TCU) mit auf der Platine integrierter Antenne. Die Abstrahlung erfolgt nicht über die Außenantenne des Fahrzeugs, sondern über die meist im Armaturenbrett verbaute TCU. Fragen Sie nach, lassen Sie es deaktivieren oder ausbauen. >>> Beispiel zur Selbsthilfe bei der ZOE von Renault

Eingebaute Navigationsgeräte können ohne „Live“- Funktion benutzt werden. Kein Käufer ist gezwungen Tracking (Überwachung) in seinem PKW zuzulassen. Als Service angeboten, wird es für Big-Data Zwecke genutzt.

Mit der EU-Datenschutzgrundverordnung müssen die Hersteller für jede Art der Datenerhebung, Übertragung und Nutzung Ihre Zustimmung einholen. Es gilt die aktive Zustimmung (Opt-In) und nicht "Schweigen ist Zustimmung" / aktiver Widerspruch (Opt-Out).

Im BMW I3 z.B. wird vieles übertragen, was im Auto passiert, eingeloggte Mobilfunknummern genauso wie die Sitzeinstellung, die eingegebenen und die gesuchten Ziele, sowie die letzten 100 Abstellplätze des Fahrzeugs, das Lenk- und Bremsverhalten uvm.. Connected-Drive ist ein perfektes Überwachungstool, wie es auch alle anderen Hersteller versuchen den Kunden über Serviceangebote unterzujubeln.

Was Renault aus der ZOE über den Batteriemietvertrag so rausschnüffelt, siehe hier (pdf 160 kB)

European Union

Der seit 2018 in jedem neuen Fahrzeug eingebaute Notrufknopf „eCall“ ist grundsätzlich inaktiv. Erst ein Unfall erlaubt dem System online zu gehen.

Kein Argument also für die Händler, Ihnen funkende mobile Services schmackhaft zu machen, „weil das Auto ja eh schon online sei“. Stimmt nicht!

Link zu den Papieren der EU-Kommission: Intelligent transport systems - The interoperable EU-wide eCall

 

Im Detail:

In der DURCHFÜHRUNGSVERORDNUNG (EU) 2017/78 DER KOMMISSION
vom 15. Juli 2016 steht auf Seite 1 unter (5)

  • "Die Hersteller sollten sicherstellen, dass die auf dem 112-Notruf basierenden bordeigenen eCall-Systeme nicht verfolgbar sind und dass keine dauerhafte Verfolgung erfolgt. Zu diesem Zweck sollte sichergestellt werden, dass die auf dem 112-Notruf basierenden bordeigenen eCall-Systeme im Normalbetrieb nicht für Kommunikationszwecke zur Verfügung stehen und dass die Daten in ihrem internen Speicher außerhalb der Systeme für keine Einrichtung zugänglich sind, bevor der eCall ausgelöst wird. Darüber hinaus sollten die Hersteller angemessene Sicherungssysteme einführen, um die Sicherheit der Daten im internen Speicher des Systems vor unerlaubtem Zugriff oder Missbrauch zu schützen."