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Herr Koppe klärt auf

Ost-Agent schöpft Atomindustrie im Westen ab
Der Atomphysiker Johannes Koppe plante ab den 1960er Jahren die ersten Atomkraftwerke in Norddeutschland. Der wortgewandte Wissenschaftler galt als der Chefideologe der deutschen Atomindustrie und er war einer der kämpferischsten Gegner der Anti-AKW-Gruppen: Sein Buch "66 Fragen, 66 Antworten zur Kernenergie" galt als Bibel der Kernkraftindustrie.

Koppe glaubte felsenfest an die absolute Sicherheit der Atomtechnik. Zweifler hielt er für unseriös oder unkundig oder beides.

1979 verschwand Johannes Koppe plötzlich von der Bildfläche. Wochen später tauchte er in der DDR wieder auf und entpuppte sich als Top-Agent der HVA, der Ostberlin mit allen wichtigen Dokumenten und Plänen der westdeutschen Atomindustrie versorgt hatte.

In der DDR setzte Koppe sein atomares Wirken fort. Im AKW Greifswald/Lubmin war er erneut mit Planungsaufgaben beschäftigt. Bis 1990 - da wurden seine Reaktoren aus Sicherheitsgründen stillgelegt.

Koppes Credo: trotz Harrisburg und Tschernobyl sei die Atomkraft absolut sicher. Wer anderes sage, habe keine Ahnung.

Artikel veröffentlicht:
26.01.2007
Autor:
diagnose:funk
Quelle:
Rainer Link im Deutsch-landfunk am 23. Januar 2007 | Redaktion: Hermann Theissen

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