diagnose funk

Forschung im Dienst der Entwarnung

Analyse eines Projekts des DMF
Die Kompetenzinitiative e. V. hat ein Gutachten über das Melatonin-Projekt des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms eingeholt.

Es bestätigt, dass wissenschaftlich unzureichende Forschungen dieser Art sehr gut industrielle Interessen, sehr schlecht die Gesundheit der Bevölkerung schützen.

Wie einer Mitteilung im Weser-Kurier vom 4. Juni 2010 zu entnehmen war, hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) Prof. Alexander Lerchl, inzwischen auch Vorsitzender des Ausschusses für nicht-ionisierende Strahlen in der Strahlenschutzkommission (SSK), neuerdings 600.000 Euro für ein Forschungsvorhaben bewilligt. In Experimenten an Ratten soll es mögliche Risiken der Mobilfunkstrahlung weiter abklären helfen. Mit dieser Aufgabenstellung war Prof. Lerchl in fünf biowissenschaftlichen Einzelprojekten bereits ausgiebig am Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramm (DMF) beteiligt. Er hat alle diese Projekte mit Entwarnungen und Grenzwertbestätigungen abgeschlossen, die von vielen Wissenschaftlern als unseriös und unverantwortlich eingestuft worden sind. U. E. ist damit zu rechnen, dass das neue Projekt diese Tendenz nur fortsetzen wird oder sie gar fortsetzen soll.

Als Initiative unabhängiger Wissenschaftler, Ärzte, Juristen und Techniker hat die Kompetenzinitiative e. V. in dieser Situation ein Gutachten in Auftrag gegeben, das in einer exemplarischen Analyse prüfen sollte, wie weit Forschungen, die Prof. Lerchl im Rahmen des DMF durchgeführt hat, einer wissenschaftlichen Prüfung standhalten. Ausgewählt wurde dafür das in gesundheitlicher Hinsicht besonders wichtige Melatonin-Projekt des DMF. Mit dem Gutachten wurde Prof. Dr. med. Franz Adlkofer als einer der führenden Mobilfunkforscher, aber auch als Spezialist auf dem Gebiet der Endokrinologie beauftragt. In detaillierten Analysen kommt er zu dem Ergebnis, „dass Prof. Lerchls Forschungsvorhaben von der Planung her als fehlerhaft, von der Durchführung her als unvertretbar und vom Ergebnis her als bedeutungslos einzustufen ist“. Er gelangt zu der zusammenfassenden Aussage: „Prof. Lerchls Forschungsvorhaben zur Überprüfung der ,Melatoninhypothese’ wird hinsichtlich Ansatz, Durchführung und Deutung der Ergebnisse dem Anspruch, den man an eine wissenschaftliche Arbeit stellen darf, nicht gerecht.“ Adlkofer sieht das Projekt als markantes Beispiel einer industriegesteuerten „Gefälligkeitsforschung“, die er in entscheidender Weise für den „erbärmlichen Zustand“ der Mobilfunkforschung verantwortlich sieht.

Das Gutachten ist im Volltext über die Internetseite der Stiftung Pandora zugänglich. http://www.stiftung-pandora.eu.

Die Dokumentation der Kompetenzinitiative nun in einer gekürzten und auf das Wesentliche konzentrierten, auch für den Laien leichter lesbaren Fassung zugänglich. Siehe Downloads.

Vorangestellt wird der Brief, mit dem das Gutachten angefordert wurde. Ein Appell beschließt die Dokumentation. Er wendet sich an Parteien, umweltengagierte Organisationen, aber auch die Bevölkerung, sich im Rahmen ihrer jeweiligen Möglichkeiten für den Aufbau einer unabhängigen Forschung zu den biologischen Wirkungen elektromagnetischer Felder zu engagieren, die auch der Staat seinen Bürgern nicht gewährleistet.

Prof. Karl Richter, Dr. med. Kern, Uwe Dinger, Barbara Dohmen, Prof. Karl Hecht
Vorstand der Kompetenzinitiative zum Schutz von Mensch, Umwelt und Demokratie e. V.

Artikel veröffentlicht:
17.08.2010
Quelle:
Pressemitteilung der Kompetenzinitiative e.V. vom 17.08.2010

Downloads

Schlagwörter dieses Artikels