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Neu-Delhi: Mobilfunktürme stören Vögel

Ministerium fordert Schutz von Flora und Fauna
Neu-Delhi. Elektromagnetische Strahlung von Mobilfunktürmen stört die biologischen Systeme von Vögeln, ist die Aussage einer Studie des Umweltministeriums und sie fordert ein Gesetz zum Schutz von Flora und Fauna.

„Die Überprüfung der vorliegenden Literatur zeigt, dass die elektromagnetische Strahlung die biologischen Systeme mehrfach stört. Auch hätten schon im Fall von Bienen und Vögeln einige Alarmglocken geläutet, was wahrscheinlich die Ernsthaftigkeit des Problems ankündigt und auf die Verletzlichkeit auch anderer Arten hinweist“, fand die Studie heraus.

Im September 2010 hatte das Ministerium ein Komitee aus 10 Mitgliedern ins Leben gerufen unter der Leitung von Asad Rahmani, Direktor der Bombay Natural History Society (BNHS).

Es sollte die Auswirkungen von Mobilfunktürmen auf Vögel und Bienen studieren und Richtlinien für ihre Aufstellung formulieren. Die Expertengruppe beurteilte 919 Studien aus Indien und dem Ausland über die schädigenden Effekte von Mobilfunktürmen bei Tieren, Vögeln und Insekten. Von den 919 Studien fand die Gruppe 593, die negative Effekte durch Mobilfunk auf Vögel, Bienen, Menschen, Tierwelt und Pflanzen aufzeigten.

Sie zitieren eine internationale Studie, wonach die Verstrahlung/Verseuchung durch Radiofrequenzen eine mögliche Ursache für den Rückgang von Tierpopulationen ist. Sie sehen einen dringenden Bedarf, mehr wissenschaftliche Aufmerksamkeit auf diesem Bereich zu konzentrieren, bevor es zu spät ist.

Das Komitee betonte, das es fast keine Studien aus Indien über die Wirkung von Mobilfunkstrahlung auf Vögel und die Tierwelt gibt. Nahezu 800 Millionen Inder haben Mobilfunktelefone, damit sind sie die zweitgrößte Handynutzer-Population der Welt nach China.

„Zur Zeit gibt es etwa 15 Mobilfunk-Betreiberfirmen. Aber mit der Geschwindigkeit des Wachstums der mobilen Kommunikation haben die notwendigen politischen Regelungen nicht Schritt gehalten“, sagt das Komitee. Die Expertengruppe schlägt vor, ein Gesetz einzuführen zum Schutz der urbanen Flora und Fauna vor den sich entwickelnden Gefahren der elektromagnetischen Strahlung.

„Um sich überschneidende hohe Strahlenfelder zu vermeiden, sollten neue Türme innerhalb eines Radius von 1 km zu bestehenden Türmen nicht genehmigt werden. Wenn neue Türme gebaut werden müssen, müssen sie über 80 Fuß und unter 199 Fuß gebaut werden, um den Erfordernissen der Flugsicherheitsbeleuchtung zu entsprechen,“ sagen die Experten.

Sie schlagen außerdem vor, auffällige Zeichen und Warnungen über die Gefahren der Mobilfunktürme und ihre Strahlung in den Gebieten aufzustellen, wo sie errichtet werden.
„In der Nähe geschützter Tierweltgebiete, wichtiger Vogelgebiete, Schildkröten-Brutgebiete, Bienenkolonien und Zoos muss die Aufstellung von Mobilfunktürmen streng kontrolliert werden, bis zu einem bestimmten Abstand, der vor der Entscheidung untersucht werden und auch praktikabel sein soll“, sagen sie.

Die Gruppe fordert, die Orte für die Aufstellung der Mobilfunktürme und anderer Strahlenmasten unter Berücksichtigung ihrer Frequenzen mit öffentlicher Beteiligung festzulegen.

“Öffentliche Beratungen zur Legitimierung sind notwendig, bevor Mobilfunktürme in jeglichem Gebiet aufgestellt werden“ fügten sie hinzu.

 

 

Artikel veröffentlicht:
17.10.2011
Autor:
Deutsche Übersetzung durch diagnose:funk
Quelle:
The Times of India, vom 12.10.2011