diagnose funk

EU-Glühlampenverbot

Bericht aus Großbritannien
Aufstand! Beraubt ihrer Rechte, normale, traditionelle Glühbirnen kaufen zu können, machen Millionen von Käufern in Großbritannien die Regale leer, um die letzten Angebote zu ergattern.

Diagnose-Funk hat den Bericht der DailyMail ins Deutsche übersetzt. Die Übersetzung ist nebenstehend auch als PDF zum Download verfügbar!

Ende des Lichts, wie wir es kennen. Millionen Briten sind dabei, sich mit den letzten herkömmlichen Glühbirnen einzudecken.

Millionen von Briten realisieren endlich die Tatsache, dass ihr geliebtes Glühlampenlicht nach gut 120 Jahren verschwinden wird.

Herkömmliche 100 Watt-Glühlampen verschwinden vom Markt wegen einer umstrittenen Entscheidung der Europäischen Union.

Gestern haben Käufer panikartig die verbliebenen Glühbirnen in einem letzten verzweifelten Versuch geschnappt, um zu versuchen, ihren Vorrat aufzustocken. Hunderte von führenden Supermärkten und DIY-Ketten, eingeschlossen Sainsbury, Asda und Hombase, haben schon ihre letzten verbliebenen Glühbirnen nach einer Welle von Panikkäufen abgesetzt.

Andere Geschäfte sagen, dass sie noch genügend Vorräte bis zum Ende der nächsten Woche haben.

Die Lieferungen laufen aus, nachdem die Regierung die EU-Entscheidung verkündet hatte, die konventionellen 100 W-Lampen durch solche mit angeblich „grünerem“ und niedrigerem Energieverbrauch zu ersetzen.

Die Minister behaupten, der Wechsel wird das CO2 um ca. fünf Millionen Tonnen pro Jahr reduzieren.

Aber Experten haben die Frage gestellt ob die neuen Lampen, seien sie umweltfreundlich oder nicht, nicht sogar schädlich seien.

Die Lampen mit fluoreszierender Niedrigenergie können Ausschläge, Migräne und Epilepsie verursachen.

Es gibt ebenso Bedenken, weil die fluoreszierenden Lampen Quecksilber enthalten, die sie bei ihrer Beseitigung gefährlich machen.

Sie können auch teurer sein. Derzeit beträgt der Durchschnittspreis für ein Sechserpack von Standardlampen von matten Glühbirnen £1.21, aber eine einzelne 60 Stab-Sparlampe kostet schon ca. £2.19.

Detaillisten stoppten den Nachschub von konventionellen 100 W-Glühlampen zu Beginn des Jahres gemäss einer „fakultativen“ Regierungsmassnahme, um die Leute dazu zu bringen, „grüne“ Stromsparlampen zu kaufen.

Ganz neu: Die Energiesparlampen brauchen weniger Energie, aber Kritiker sagen, sie können Hautausschläge. Migräne und Epilepsie verursachen.

Aber Bedenken wegen der minderen Lichtqualität von Energiesparlampen - und der Tatsache, dass die meisten nicht mit Schaltern zur Helligkeitsregelung funktionieren, haben dazu geführt, dass Zehntausende von Leuten die Lagervorräte stürmen.

Sainsbury`s sagte, es habe ein geradezu „virtuelles Rennen“ um die herkömmlichen Glühbirnen eingesetzt, während Homebase, John Lewis und Asda bestätigten, dass sie sie nicht länger auf ihren Regalen hatten. Tesco, Großbritanniens größter Lampenverkäufer sagte, dass sie noch genug für einige Tage hätten.

Kleinere Detailgeschäfte und Tante Emma-Läden berichteten auch von einem Run auf die Vorräte, während Käufer bei Waitrose und Argos leer ausgingen.

Eine Hausfrau, Loretta Spottiswood sagte, sie habe 50 herkömmliche Glühlampen im Geschirrschrank ihres Hauses in Ham South West London.

„Ich habe einen solchen Horror vor Energiesparlampen, dass ich jedes Mal, wenn ich zu Sainsbury`s ging, ein paar der konventionellen kaufte“, sagte Mrs. Spottiswood, 62.

Mein Nachbar gegenüber hat Energiesparlampen und diese Lichter sind fürchterlich und brauchen endlos Zeit, um warm zu werden. Ich werde im Winter außerdem depressiv, hauptsächlich deswegen, weil das Licht trübe ist.“

Eine Panik-Käuferin, die darum gebeten hatte, ihren Namen nicht zu nennen, schnappte sich 20 herkömmliche Glühlampen bei einer Filiale von Ryness. „Mein Mann ging letzte Woche zu Sainsbury und konnte keine mehr bekommen, dann konnten wir bei Tesco ein paar kaufen“ sagte sie.

„Ich kaufte einige in einem Tante Emma-Laden, aber bei Waitrose oder Homebase gab es keine. Mein Mann versuchte es nochmals bei Tesco, aber sie hatten alle ausverkauft.“

„Ich benütze sie in sieben Räumen. Ich habe nur eine Energiesparlampe bekommen und ich hasse sie, ihr Licht ist schrecklich und es macht, dass ich mich krank fühle.“

Der Tod der konventionellen Leuchtkörper wurde von Gordon Brown 2007 angekündigt. Die Regierung möchte, dass die Leute zu den niedrig-fluoreszierenden Lampen (CFLs) wechseln, um die Klimaerwärmung zu stoppen.

Ein CFL benötigt ein Fünftel an Energie einer herkömmlichen Glühbirne und kann pro Jahr 7 £ Kosten einsparen.

Die 100 W-Glühbirnen, die abgeschafft werden, werden als Deckenlampen benützt und sind die Bestseller von Großbritannien. Letztes Jahr stoppten die Detaillisten den Verkauf von 150 W-Lampen, während sie die 60-W-Lampen nächstes Jahr ausverkaufen wollen.

Das fakultative Verbot bezieht sich nur auf Einzelhandelsketten und Supermärkte; 100 W-Lampen werden von kleineren unabhängigen Geschäften noch während einiger Monate erhältlich sein.

Die EU wird dennoch ein Verbot für den Verkauf von 100W-Glühbirnen ab September verhängen. Sie wird auch alle Arten von Milchglasbirnen und matten Glühbirnen verbieten.

Kritiker sagen, das Licht von CFLs ist grell und flackernd. Medizinische Organisationen sagen, sie können epileptische Anfälle, Migräne und Hautausschläge verursachen.

Gewöhnliche kompakte fluoreszierende Lampen arbeiten nicht richtig mit Helligkeitsreglern. Und für jene mit Helligkeitsreglern muss ein Spezialist helligkeitsregelfähige CFL kaufen, welche rund £12 kosten oder sie müssen sich für ein weniger effizientes Halogenlicht entscheiden.

Peter Hunt von der Industriegesellschaft der Lighting Association, sagte, der Preis von helligkeitsregelfähigen CFL-Birnen würde in den nächsten paar Jahren fallen. Helligkeitsregelfähige Halogenlampen, die wie konventionelle Birnen geformt sind und rund 70 Prozent brauchen, sind ebenfalls erhältlich.

„Es gibt ein großes Problem wegen der vorgefassten Meinungen zu den Glühlampen“, sagte er. „In Tests fand der Energy Saving Trust heraus, dass die Leute Energiesparlampen bevorzugten.“

Das Departement für Umwelt, Nahrung und landwirtschaftliche Angelegenheiten bestätigte, dass es keine Macht haben werde, endgültige oder gesetzliche Verfahren zu erzwingen.

Die „freiwillige“ Phase, mit der die Detaillisten einverstanden waren, wurde festgelegt, um sie bis 2012 aufrecht zu erhalten. Weitere Maßnahmen könnten dann für Detaillisten ergriffen werden, die fortfahren, herkömmliche Glühlampen zu lagern, aber rechtliche Klagen wären nicht möglich bis die EU-Mandate 2016 eingeführt sein werden.

Was geschieht im Ausland?

Die Abschaffung der herkömmlichen Glühbirnen ist ein heissdiskutiertes Thema auf der ganzen Welt geworden.

Neuseeland:
Im vergangenen Juni sagte die Labour-Regierung, die herkömmlichen Lampen würden in diesem Jahr stufenweise abgeschafft. Minister sagen, der Wechsel könnte den Energieverbrauch um ein Fünftel senken und Neuseeland in die Richtung zum Ziel führen, ein kohlendioxyd-neutrales Land zu werden.

Die oppositionelle National Party benutzte das vorgesehene Verbot als Beispiel für die Philosophie eines Bevormundungsstaates und verpflichtete sich für einen Vorbehalt. Und im November kam die Partei an die Macht. Letzten Monat kassierte sie das Verbot.

Kuba: Im Jahr 2005 hat die Regierung auf die Energiekrise der Insel mit dem Verbot von herkömmlichen Glühlampen reagiert und hat Freiwillige mit energie-effizientem Ersatz in alle Wohnungen ausgesandt.

EU: Alle 100 Watt-Lampen und alle matten Glühbirnen werden vom September 2009 an verboten, die restlichen anderen ab 2012.

Australien: Alle 100 Watt-Glühlampen sind ab November 2009 verboten.

Brasilien: Glühlampenverbot seit 2005

Venezuela: Glühlampenverbot seit 2005

Kanada: Vorgesehenes Verbot von Glühlampen ab 2012

Schweiz: Glühlampen verboten (Anmerkung Evi: das stimmt aber nicht, derzeit noch kein Verbot!!)

Irland: Verbot aller Glühlampen stärker als 75 Watt ab März diesen Jahres.

 

 

Artikel veröffentlicht:
07.01.2009
Autor:
Evi Gaigg | diagnose:funk, deutsche Übersetzung
Quelle:
dailymail.co.uk / David Derbyshire

Downloads

Schlagwörter dieses Artikels