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Verkaufte Gesundheit am Beispiel Rauchen

Wirtschaftswachstum contra Vorsorgepolitik
Der Bayerische Rundfunk brachte am 18. April 2006 in der Sendung "Glasklar" (Titel "Raucher Raus!") eine Reportage über die Auswertung geheimer Dokumente, welche nach den Tabak-Prozessen in den USA offengelegt werden mussten. Machenschaften der Zigarettenindustrie.

Hier einige Zitate aus der Sendung:

„1981 markierte ein wichtiges Datum, da damals eine Studie herauskam, die zeigte, dass Nichtraucher, die mit  Rauchern zusammenleben, ein höheres Risiko für Lungenkrebs haben. Die Tabakindustrie in Deutschland hat damals versucht, die Ergebnisse dieser Studie herunterzuspielen und zu diskreditieren, hat aber nach Innen zugegeben, dass dieser Autor richtig geht mit seinen Schlussfolgerungen. Damals hat sie den Präsidenten des Gesundheitsamtes, Karl Ueberla, dafür bezahlt, dass er eine gross angelegte Studie macht, in welcher die Ergebnisse der japanischen Studie (Anm.: der ersten Studie) widerlegt würden. Diese Studie war der Tabakindustrie 3 Millionen DM wert.“
Dr. Anette Bornhäuser, Gesundheitswissenschaftlerin. Sie hat im Auftrag des Deutschen Krebsforschungszentrum ehemals geheime Unterlagen der Tabakindustrie ausgewertet.

„Der Tabakindustrie gelang es so, die Folgen des Passivrauchens herunterzuspielen, und Nichtraucherschutz-Gesetze zu verhindern. Ein Strategiepapier der Tabakindustrie von 1989 betont die engen Kontakte zur Politik. Die Tabakindustrie organisiert parlamentarische Abende, verhandelt mit Mitgliedern des Bundestages und des Gesundheitsministeriums. Die Beziehungen zur Politik werden fortwährend verbessert. Die Zigarettenindustrie streitet eine gezielte Einflussnahme auf die Politik ab.“

(Moderator)

„In einem Dokument von 1991 lobt der Verband der Zigarettenindustrie die erfolgreiche Einflussnahme. In allen entwickelten Ländern gelte passiv rauchen als gesundheitlich schädlich. Nur in Deutschland sei diese Frage noch unentschieden. Dies sei der Zusammenarbeit der Industrie mit der Wissenschaft zu verdanken“.

(Moderator)

„Die Tabakindustrie nimmt weiterhin Einfluss auf die Politik. Ein Beispiel das sich anführen lässt ist eine Vereinbarung die im Jahr 2002 getroffen wurde, zwischen dem Bundesministerium für Gesundheit, und dem Verband der Zigarettenindustrie. Per Vereinbarung bekommt die Bundesrepublik Deutschland 11.8 Millionen Euro über 5 Jahre, und verpflichtet sich aber im Gegenzug dazu, die Tabakindustrie nicht zu verunglimpfen.“

(Dr. Anette Bornhäuser)

Fazit: Die Korruption blüht, und die Politik verkauft unsere Gesundheit - aber wen kümmert es denn? Wo rollen denn die Köpfe? Die Demokratie wurde schon lange verkauft - und der Bürger wäscht sein Auto.
 

 

Artikel veröffentlicht:
07.05.2006
Autor:
Protokoll aus der Sendung "Glasklar" (Titel "Raucher Raus!") | diagnose:funk

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