diagnose funk

Ämter ignorieren Warnungen

Kein Regelungsbedarf für drahtlose Netzwerke
Der Bundesrat beantwortete am 16.03.2007 das Postulat von Nationalrätin Evi Allemann Nr. 04.3594, welches sich mit den Gesundheitsrisiken und der Datensicherheit von drahtlosen Netzwerken, wie Bluetooth, WLAN oder dem neuen WiMAX auseinandersetzt. Die Beantwortung des Postulats erfolgte 2 ½ Jahre nach deren Eingabe.

20.3.2007

Im Bericht des Bundesrates sieht das BAG zum heutigen Zeitpunkt keinen Regelungsbedarf bei drahtlosen Netzwerken. Fazit der Behörden: „Aus den vorhandenen Studien über Auswirkungen hochfrequenter EMF im Niedrigdosisbereich, unterhalb der geltenden Grenzwerte, kann im Moment keine gesundheitliche Gefährdung durch drahtlose Netzwerke abgeleitet werden. Dies gilt auch für Kinder und Jugendliche.“

Die Umweltorganisation Diagnose-Funk kann diese Aussage in keiner Weise nachvollziehen, da u.a. die Vereinigung DIORS (Gemeinnütziger Verein zur Förderung unabhängiger Forschung über Auswirkungen von Funkstrahlung) das letzte Mal im Dezember 2006 eine umfangreiche Zusammenstellung von Studien über Auswirkungen hochfrequenter EMF im Niedrigdosisbereich an die Behörden übergeben hatte. Die gesendeten Studien, welche mit Unterstützung der diagnose-funk zusammengestellt wurden, belegten, dass es hochsignifikante Zusammenhänge zwischen einer Vielzahl von gesundheitsrelevanten Parametern und elektromagnetischen Belastungen bereits bei tiefsten Feldstärken gibt.

Alle 11 zum heutigen Zeitpunkt verfügbaren epidemiologischen (statistischen) Studien zu chronischen Expositionen durch Mobilfunkantennen fanden signifikante Einflüsse auf die Gesundheit im Niedrigdosisbereich (insofern Feldstärken gemessen wurden).

 


Diese Studien werden jedoch von diversen Laborexperimenten überschattet, welche bei kurzzeitigen Expositionen keine signifikanten Effekte fanden. Die somit undurchsichtige Situation in der Forschung verleitet die Behörden offenbar dazu eine generelle Entwarnung zu geben. Eine solche Herangehensweise kann jedoch zu ungünstigen Entwicklungen führen, wie man im Fall von Asbest, Holzschutzmittel, Formaldehyd, PCB, DDT gesehen hat (siehe hierzu auch die neuere Publikation „Späte Lehren aus frühen Warnungen: Das Vorsorgeprinzip 1896 - 2000“ vom deutschen Umweltbundesamt (UBA).

Aufgrund der Tatsache, dass bereits etliche Umweltverbände wissenschaftliche Auswertungen mit bedenklichen Resultaten den Behörden zukommen liessen, ist die Aussage des Bundesrates und seiner Ämter nicht nachvollziehbar.

Publikation zum Thema

Format: A4Seitenanzahl: 241 Veröffentlicht am: 00.02.2004 ISBN-10: 92-9167-232-4Sprache: DeutschHerausgeber: Umweltbundesamt (UBA)

Späte Lehren aus frühen Warnungen - Band I

Das Vorsorgeprinzip 1896 - 2000
Autor:
European Environment Agency (EEA)
Inhalt:
Auszug aus dem Vorwort der Dt. Ausgabe Die Europäische Umweltagentur (EUA, eng.: EEA) hat im Jahr 2001 die Monographie „Späte Lehren aus frühen Warnungen: Das Vorsorgeprinzip 1896–2000“ in englischer Sprache veröffentlicht. In dieser Studie wird untersucht, wie das Konzept der Vorsorge in den letzten hundert Jahren von politischen Entscheidungsträgern und -trägerinnen im Umgang mit einer Vielzahl von Risiken angewendet wurde. Risiken, die Wirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung und die Umweltsituation in Europa haben.