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Brennpunkt

Handystrahlung und Alzheimer?

Studie gibt keinen Grund zur Entwarnung
Das „Florida Alzheimer’s Disease Research Center“ der Universität von Süd-Florida (Tampa, USA) liefert in einer Studie Hinweise dafür, dass hochfrequente, elektromagnetische Strahlung, wie sie bei Mobiltelefonie mit einem GSM-Signal bei 918 MHz verwendet wird, die Gedächtnisleistung von Mäusen mit einer genetischen Schwäche für die Alzheimersche Krankheit verbessern kann.

PRESSEMITTEILUNG

In einem wissenschaftlichen Artikel hat die Umwelt- und Verbraucherorganisation Diagnose-Funk e.V. die Studie analysiert.

Aus der Studie des renommierten Forscherteams um Gary Arendash kann letztlich noch nicht gefolgert werden, dass die tägliche Benutzung eines Mobiltelefons vor Alzheimer schützen könnte, was aus vielerlei Gründen leichtsinnig wäre. Die Recherchen von Diagnose-Funk sprechen aufgrund der potentiellen Nebenwirkungen hochfrequenter, elektromagnetischer Strahlung nach wie vor gegen einen sorglosen Umgang mit dem Handy.

Mit den transgenen Mäusen, wie sie hier verwendet wurden, konnte lediglich eine verstärkte Bildung von Beta-Amyloid simuliert werden, nicht jedoch eine übermässige Schädigung von Nervenzellen, wie sie bei humanen Alzheimer-Patienten typisch ist. Eine hochfrequente Bestrahlung kann jedoch im Fall einer bereits vorhandenen Erkrankung höchstens die Plaque verringern, nicht jedoch geschädigte Nervenzellen heilen. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass die Effekte bei realen Alzheimer-Patienten weitaus geringer ausfallen, als die hier gefundenen Effekte am transgenen Versuchstier. Gemäss den Autoren sind zur Klärung der Mechanismen weitere Studien notwendig. Die Erkenntnisse müssen zudem auch in Studien am Menschen verifiziert werden.

Den Nutzern von Mobiltelefonen aufgrund dieser Studie eine Entwarnung vor gesundheitlichen Risiken zu geben, wie es in den Medien zum Teil suggeriert wird, ist daher nicht richtig und zudem unverantwortlich. Die Studie lässt vor allem auf eines schliessen: Die heutzutage allgegenwärtige elektromagnetische Strahlung wirkt effizient auf unseren Körper ein und bestätigt somit auch die von der Mobilfunkindustrie immer noch hartnäckig bestrittenen nicht-thermischen Effekte, welche bereits ohne eine schädliche Erwärmung des Gewebes auftreten.

Die Pressemitteilung kann über nebenstehenden Link unter 'Downloads' als PDF heruntergeladen werden. Lesen Sie auch unseren Brennpunkt, den wir zu diesem Thema herausgegeben haben. Informationen dazu finden Sie weiter unten!

Publikation zum Thema

Format: A4Seitenanzahl: 8 Veröffentlicht am: 19.01.2010 Bestellnr.: 202Sprache: Deutsch

Handy-Strahlung als Therapie gegen Alzheimer?

Kein Grund zur Entwarnung
Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
Das „Florida Alzheimer’s Disease Research Center“ der Universität von Süd-Florida Tampa, USA) liefert in einer Studie Hinweise dafür, dass hochfrequente, elektromagnetische Strahlung, wie sie bei Mobiltelefonie verwendet wird, die Gedächtnisleistung von Mäusen mit einer genetischen Schwäche für die Alzheimersche Krankheit verbessern kann. Ist Mobilfunkstrahlung nun doch nicht schädlich – sondern eher noch gesundheitsfördernd? Aus dieser Studie zu folgern, dass die tägliche Benutzung eines Mobiltelefons vor Alzheimer schützen könnte, wäre aus vielerlei Gründen leichtsinnig. Die Recherchen von Diagnose-Funk im Brennpunkt sprechen nach wie vor gegen eine sorglose Handy-Nutzung.
Artikel veröffentlicht:
19.01.2010
Autor:
diagnose:funk

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