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Region Stuttgart: Umweltverbände übergeben 4.000 Unterschriften für 5G Moratorium

Die Unterschriftensammlung hat die Folgen der Digitalisierung zum Thema in der Region gemacht
4.000 Unterschriften gegen den 5G-Ausbau in der Region Stuttgart übergaben am 11.3.2020 Vertreter von Bürgerinitiativen an den Vorsitzenden des Regionalverbandes Thomas S. Bopp. Der Übergabe ging eine kleine Kundgebung voraus (s. Bild unten). Die Stuttgarter Zeitung berichtete in Wort und Bild.
Übergabe der Unterschriften

Zu der Unterschriftensammlung mit der Forderung

  • Der Ausbau der Mobilfunkinfrastruktur mit der 5G-Technologie darf nicht ohne Prüfung der Gesundheitsverträglichkeit und ohne Technikfolgenabschätzung erfolgen. Der momentan anlaufende Ausbau ohne eine solche Abschätzung widerspricht dem Vorsorgeprinzip. Deshalb fordere ich einen Ausbaustopp für 5G, bis die gesundheitlichen Folgen geklärt sind!

 

... hatten der BUND Kreis- und Regionalverband Stuttgart, der AK Digitalisierung des BUND, das Klima- und Umweltbündnis Stuttgart (KUS), Attac Schorndorf und mehrere Mobilfunk-Initiativen aufgerufen. Wir hatten bewusst auf eine Online-Petition verzichtet, weil das Sammeln von Unterschriften bei Infoständen zu tausenden persönlichen Gesprächen führt und so viel mehr Aufklärung erreicht wird, man Meinungen kennenlernt und Informationsmaterial unter die Bevölkerung kommt. Das ist mühsam, hat sich aber als richtiger Weg herausgestellt. Veranstaltungen in der Region zum Thema 5G sind gut besucht, und in vielen Gemeinderäten ist unsere Kritik, aber auch die Alternativen, die wir vorschlagen, angekommen.

Die Umweltverbände und Bürgerinitiativen kritisieren, dass in der Region alle Rechte der Kommunen an die Telekom verkauft wurden, immer noch steht die Forderung "Breitband in kommunaler Hand". Die Region ist von der Autoindustrie und der Hochtechnologie geprägt und soll jetzt als Testfeld für das autonome Fahren präpariert werden. Eine gesellschaftliche Debatte, ob die Bürger das wollen, was die wirtschaftlichen, ökologischen und gesundheitlichen Folgen sind, findet nicht statt. Doch durch die Aktivitäten an vielen Orten, in vielen Vereinen, wird die Diskussion dennoch geführt, werden Entscheidungsträger auch mit unseren Alternativen, wie sie in den 8 Forderungen von diagnose:funk formuliert sind, konfrontiert.  

Das Thema hat sich zu unserer Freude verselbständigt, der Württembergische Kunstverein (WKV) Stuttgart führt eine 6-teilige Veranstaltungsserie zur Smart City mit den Anstiftern, Attac, der Hannah-Arendt-Stiftung, der Bürgerstiftung Stuttgart und der Rosa-Luxemburg-Stiftung durch, vier Naturfreunde-Ortsgruppen führten bereits Veranstaltungen durch und bereiten eine Resolution vor, 170 Besucher waren im anthroposophischen Forum 3 bei einer Veranstaltung, auf der eine Protestresolution verabschiedet wurde und der Hospitalhof Stuttgart, eine erste Adresse, hat die gesundheitlichen Mobilfunkrisiken ins Vortrags-Programm aufgenommen. Aber auch in umliegenden Städten wie Schorndorf, Winterbach, Korb, Kernen, Backnang und Esslingen waren Infostände, Veranstaltungen und Aktionen. Das alles sind Mosaiksteine für unsere Forderung: Stopp 5G!

Kundgebung vor der Regionalversammlung. Bild: Karsten vom Bruch
Artikel veröffentlicht:
12.03.2020
Autor:
AK Digitalisierung BUND Stuttgart