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1500 Teilnehmer auf der Kundgebung in Bern

Bericht und Bildimpressionen vom 10. Mai
Gehen wir gemeinsam nach Bern, um ein Moratorium für die 5G-Technologie zu fordern! 5G "bewegt": Nach Angaben der Veranstalter sind mehr als 1500 Menschen zur Kundgebung nach Bern gekommen. diagnose:funk Schweiz war vor Ort und hat die Stimmung eingefangen ...
Bild: diagnose:funk Schweiz

Zur nationalen Kundgebung «STOP 5G» am 10. Mai auf dem Waisenhausplatz in Bern trafen sich zwischen 1000 und 2000  Personen zu einer friedlichen, aber engagierten Demonstration, um ihrer Missbilligung bezüglich Einführung der 5G-Technologie Ausdruck zu verleihen.

Die Hauptforderung der Organisatoren und Besucher ist ein sofortiges nationales Moratorium für die 5G Technologie, bis eine ausreichende Anzahl unabhängiger wissenschaftlicher Studien vorliegt, welche die Unbedenklichkeit dieser Technologie bestätigen.

Renommierte Redner und Rednerinnen aus den Bereichen Politik, Wissenschaft und Medizin sowie Personen mit Elektrohypersensibilität sprachen auf dem Podium und wiesen auf berechtigte Ängste betreffend Gesundheit, Sicherheit und Umwelt hin.

Verschiedene Redner und Rednerinnen ergriffen auf der Bühne das Wort, darunter die Politiker SP-Nationalrat Thomas Hardegger und Sabine Glauser, die Waadtländer Abgeordnete der Grünen. Weitere Sprecher waren die zwei Mediziner Peter Kälin, Präsident der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU) und Martin Vosseler, Umweltschützer und Klimaaktivist. Die drei Elektroingenieure Peter Schlegel, Olivier Bodenmann und Pierre Dubochet beleuchteten die technischen Hintergründe mit der Schlussfolgerung, dass es Alternativen gäbe welche billiger und umweltverträglicher wären. Spannend und sehr eindrücklich waren auch die Zeugenberichte von den elektrohypersensiblen Personen Valérie und Martin Zahnd.

Sprecher waren:
Sabine Glauser, Grüne Abgeordnete des Grossen Rates des Kantons Waadt
Thomas Hardegger, Nationalrat und Initiator der Parlamentarischen Gruppe für nichtionisierende Strahlung, Umwelt und Gesundheit (PGNIS)
Martin Vosseler, Arzt, Umweltschützer, Klimaaktivist
Valérie, Künstlerin, elektrohypersensibel, Mitglied bei alerte.ch
Peter Schlegel, ETH Zürich Bauingenieur, Experte für Elektrosmog
Olivier Bodenmann, EPFL Elektroingenieur, Experte für Elektrosmog
Pierre Dubochet, Radiotechniker, Experte für nichtionisierende Strahlung)
Martin Zahnd, Mitglied des Vorstands des Vereins "Schutz vor Strahlung".
Peter Kälin, Arzt, Präsident der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU)
Enrico Stura, Molekular-Biophysiker

Bild:diagnose:funk Schweiz
  • Thomas Hardegger beschrieb die Problematik politischer Entscheidungen auf Bundesebene. Die Einführung der 5G Technologie ist übereilt und die Absicht, Sachzwänge zu schaffen ist offensichtlich. Es werden Antennen in Betrieb genommen, bevor man weiss, wie deren Leistung zu überprüfen sei. Mit Verfügungen wurden die Grenzwerte mit einem simplen Trick (Schweizer nennen das ein "Bubentrick") markant erhöht «Hier wird das Potenzial geschaffen, um den Strahlenschutz empfindlich zu schwächen» - dies, obwohl das Parlament die beantragte Erhöhung der Grenzwerte ablehnte!
  • Martin Vosseler fokussierte sich auf die Umweltbelastungen und bemängelte den Umstand, dass Umweltsünden wie CO2 Emissionen, Umweltgifte, etc. generell viel zu spät angegangen werden - so auch die Elektrosmog-Problematik.
  • Peter Schlegel und Olivier Bodenmann beleuchteten das Thema Elektrohypersensibilität und technische Hintergründe mit der Schlussfolgerung, dass  Alternativen Umweltverträglicher wären.
  • Martin Zahnd beschrieb seinen Leidensweg bis er endlich EHS diagnostizierten konnte. Er verwies dabei u.a. auf anfallende Symptome wie Kopfschmerzen und Kreis- und Herzrhythmusstörungen.
  • Peter Kälin wies unter Anderem darauf hin, dass unser Gesundheitssystem die Schäden von Betroffenen fast nicht behandeln könne und fokussierte seine Aussagen auf die ärztliche Maxime «Vorsorgen ist besser als heilen!»
  • Georg Pfister schlug u.a. vor, dass die Armee die 5G Verantwortlichen aus Industrie und Regierung im Bereich der Grenzwerte bestrahlen sollte, damit so die Unbedenklichkeit der Technologie belegt werden kann.
Bild:diagnose:funk Schweiz

Was wird gefordert:

Wir verlangen…

  • dass unverzüglich ein nationales Moratorium über die 5G-Technologie verhängt werde, bis eine ausreichende Anzahl unabhängiger wissenschaftlicher Studien vorliegt, die  Unbedenklichkeit dieser Technologie bestätigen;
  • dass die Grenzwerte der NIS-Verordnung nicht erhöht werden, und dass die Spitzenwerte die aktuellen, vor dem 17. April 2019 geltenden Grenzwerte in keinem Fall übersteigen sollen;
  • dass die Messempfehlungen des Bundes (BAFU) nicht in einer Weise verändert werden, dass die gemessene Strahlung die aktuellen Grenzwerte übersteigen kann;
  • eine bessere Aufklärung der Bevölkerung über die aktuelle Strahlungsbelastung durch das Mittel von Präventionskampagnen;
  • die Einführung eines Gesundheitsmonitorings hinsichtlich der Auswirkungen von Immissionen durch ortsfeste Mobilfunkanlagen;
  • einen echten politischen Willen, den Glasfaserausbau bis zum Haus (FTTH) zu fördern und gegenüber der kabellosen Technik zu bevorzugen;
  • eine prioritäre Sanierung der sogenannten Orte mit empfindlicher Nutzung (Kindergärten, Schulen, Spitäler, Altersheime, Arztpraxen und Wohnungen) durch die Einrichtung von Kommunikationsnetzwerken ohne Strahlungsbelastung;
  • Weisse Zonen für gefährdete elektrohypersensible Personen (EHS) sowie deren Unterstützung und die Anerkennung von Elektrohypersensibilität als Behinderung;
  • die Förderung von Forschung und Entwicklung neuer gesundheitsverträglicher Technologien anstelle der Funkstrahlung;
  • die Aufnahme des Wissens von den Auswirkungen elektromagnetischer Strahlung in die Lehre auf Hochschulebene.
Artikel veröffentlicht:
11.05.2019
Autor:
diagnose:funk Schweiz