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REFLEX-Labortechnikerin bestreitet Vorwürfe

Uni Wien verstrickt sich in Widersprüche
Sämtliche zurückliegende Publikationen, an denen die beschuldigte Laborantin beteiligt war, sollen zurückgezogen werden.

Aktualisiert am 03.06.2008 (01.06.2008) df

Labortechnikerin bestreitet Vorwürfe - Leitung der Medizinischen Universität Wien verstrickt sich in Widersprüche

Die vom Rektor der Medizinischen Universität Wien zusammengesetzte Kommission für Wissenschaftsethik kam, ohne Prüfung der Daten oder Anhörung von Prof. Rüdiger, zu dem Schluss, dass sämtliche zurückliegenden Publikationen, an denen die beschuldigte Laborantin beteiligt war, zurückzuziehen sind. Dabei handelt es sich um 8 Publikationen, bei denen die beschuldigte Mitarbeiterin als Co-Autorin fungierte. Merkwürdigerweise empfiehlt die Kommission aber nur das Zurückziehen der Arbeiten betreffend Mobilfunk, die anderen Arbeiten wurden nicht einmal erwähnt.

Eine Erklärung hierfür liess sich ableiten, da nach ein paar Tagen bekannt wurde, dass der Vorsitzende der vom Rektor einberufenen dreiköpfigen Kommission für Wissenschaftsethik als Jurist bei einem Unternehmen der Mobilfunkindustrie beschäftigt ist.

Bei einer Befragung der beschuldigten Laborantin am 29.5.2008 durch die Professoren Rüdiger und Mosgöller (der Projektleiter des ATHEM Projektes, innerhalb dessen die UMTS Daten erarbeitet wurden) erklärt diese – abweichend von der Darstellung ihres Dienstvorgesetzten, dass sie alle publizierten Ergebnisse unter den Bedingungen einer doppelten Verblindung erhalten habe, und daß die Behauptung, sie habe die Codierung der Expositionskammer gekannt, erfunden ist.

Sie habe auch niemals etwas anderes gesagt und den Dienstvorgesetzten um Richtigstellung seines Briefes gebeten, was ihr bereits am 22. Mai auch zugesagt worden sei. Daß die Verblindung tatsächlich wie vorgesehen eingehalten worden ist, kann auch aus den schriftlichen Protokollen der Laborbesprechungen abgeleitet werden, die für die zurückliegenden 8 Jahre gesammelt vorliegen.

Auf Grund dieser Sachlage, sind Datenmanipulationen auch bei den UMTS Ergebnissen schwer vorstellbar, wenn nicht unmöglich. Deshalb zieht auch Prof. Adlkofer, München, sein Einverständnis zur Retraktion dieser Publikation gegenüber dem Rektor und dem Herausgeber des Int Arch Occup Environ Health schriftlich zurück. 

Ergänzt 03.06.2008 df

Zahlreiche Medien berichteten über den Fall, ohne diesen aber kritisch zu hinterfragen. Von den meisten wurde lediglich der Artikel "Beim Tricksen ertappt" des Magazins Spiegel übernommen und sie berufen sich auch auf diesen. In bekannter Weise hat er die Vorkommnisse um die "angebliche Datenfälschung" verarbeitet und in Umlauf gebracht. So war der Spiegel bezüglich seiner einschlägigen Berichterstattung auch schon im Kontext der Kompetenzinitiative e.V. auffällig geworden. Wir empfehlen Ihnen sich selbst ein Bild zu machen:

Spiegel ONLINE (siehe in nebenstehendem Kasten):

"Beim Tricksen ertappt"
26.05.2008
Zwei aufsehenerregende Studien über die Gefahren der Handystrahlen sind offenbar das Werk einer Schwindlerin - was wussten die leitenden Professoren?

26.05.2008

Deutsches Nachrichtenmagazin "Spiegel" im Dienste der Mobilfunkindustrie ?
Sankt Gallen/Hamburg (26.05.2008) - In der heutigen Online-Ausgabe berichtet der"Spiegel"über einen Fall aus dem Jahre 2005 , Ueberschrift"Wie eine Schwindlerin die Gefahren der Handystrahlung erfand", bei der eine Mitarbeiterin an einer Studie den wissenschaftlichen Bericht so manipulierte das unter dem Strich, der Mobilfunk gesundheitliche Schäden wie Krebs auslöst.

Artikel veröffentlicht:
03.06.2008
Autor:
diagnose:funk

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