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Lobbyismus

Naturschutz-Infos mit dem Handy abrufen

Paradox: NABU e.V. und Vodafone kooperieren
Der Naturschutzbund NABU e.V. und der Mobilfunkbetreiber Vodafone haben in eigentümlicher Eintracht einen auf vier Jahre angelegten Kooperationsvertrag unterzeichnet. In der "Partnerschaft für nachhaltigen Natur- und Umweltschutz" wollen sich NABU und Vodafone gemeinsam in konkreten Projekten für die Ziele des Naturschutzes und der nachhaltigen Entwicklung engagieren.

Diese Kooperation bringt beiden Seiten enorme Vorteile. Der Naturschutzbund ist von seinem neuen Sponsor begeistert: "Neue Techniken helfen, die Natur besser zu schützen. Die Kooperation mit Vodafone öffnet dem NABU den Weg zu rund 27 Millionen Mobilfunkkunden in Deutschland.

Dem NABU eröffnet sich die einmalige Chance, seine Ziele im Bereich Nachhaltigkeit und Naturschutz per Handy zeitgemäß zu kommunizieren", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke bei der Unterzeichnung in Berlin. Und Vodafone kann sein negatives Image mit Engagement für den Naturschutz aufpolieren.

Über die VodafoneLive!-Plattform können durch die Kooperation per Handy Informationen zu weiteren Aktionen des NABU oder auch Standorte von Schutzzentren in der Nähe abgerufen werden. Vodafone wird bundesweite Projekte wie die Stunde der Gartenvögel, die BatNights zur Beobachtung von Fledermäusen und den jährlichen BirdWatch im Oktober unterstützen. Informationen zu diesen Highlights stehen Vodafone Kunden dann aktuell zur Verfügung.

Interessant ist in diesem Zusammenhang vor allem die engagierte Arbeit der NABU-Kreisverbände. So unterstützte beispielsweise der Kreisverband Northeim noch im Oktober 2004 eine lokale Bürgerinitiative gegen den Bau eines Vodafone-Sendemastes und legte auch bei der unteren Natuschutzbehörde der Northeimer Kreisverwaltung Einspruch ein. Als Gründe nannte er: Die Beeinträchtigung der Naherholungsfunktion, die Veranschandelung des Landschaftsbildes, mögliche Alternativ-Standorte und Gründe des Naturschutzrechtes. Die Bürgerinitiative war vor allem um die Vögel besorgt: "Die künstlichen elektromagnetischen Felder, in der im Mobilfunk gepulsten Form, könnten bei Fledermäusen wegen ihrer sehr ähnlichen Orientierungsbasis Irritationen erzeugen. Auch andere Tiere zeigten gegenüber elektromagnetischen Feldabstrahlungen in der Nähe von Mobilfunk-Sendetürmen Empfindlichkeitsreaktionen."

Artikel veröffentlicht:
13.01.2006
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diagnose:funk

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