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Vorträge zu Mobilfunk in Offener Akademie

Kritische Wissenschaftler im Dialog
Unter dem Motto "Naturwissenschaft und Umwelt" fand vom 26. September bis zum 2. Oktober 2015 die Offene Akademie in Gelsenkirchen statt. Prof. Franz Adlkofer und Peter Hensinger haben Vorträge zum Thema Mobilfunk gehalten.

Digitale Medien und Kinder: Gefangen und manipuliert im mobilen Dauerstress

Vorlesung von Peter Hensinger, Stuttgart, auf der Offenen Akademie Gelsenkirchen am Donnerstag, 01.10.15 um 16 Uhr

Industrie 4.0 erfordert die Totalerfassung des Konsumenten. BigData – der gläserne Konsument ist eine Bedingung für das Anheizen des Wachstums. Das Data-Mining boomt, die mobilen Schürfwerkzeuge sind Smartphones und Tablets. Das Produkt ist der digitale Zwilling eines jeden Bürgers. BigData beginnt schon ab der KiTa und Grundschule. Kinder schon zu angepassten Untertanen für den Konsumrausch zu manipulieren, dies gibt der BDI vor. Welche Chance lässt die Digitalisierung des Natürlichen für eine gesunde Entwicklung unserer Kinder? Können sich überwachte Kinder gesund entwickeln, wie wirkt sich das auf die Gehirnentwicklung und Psyche aus? Was für Auswirkungen hat die digitale auf die reale Kommunikation? „Ich habe nichts zu verbergen?“ – eine Facebook und Google – Generation, die auf Privatsphäre und Datenschutz pfeift, welche Folgen hätte das?

Peter Hensinger, Germanist und Pädagoge, ist im Vorstand von Diagnose-Funk e.V. und im Vorstand des BUND KV Stuttgart. Er ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Offenen Akademie.

Mobilfunkforschung im Würgegriff von Industrie und Politik

Vorlesung von Prof. Dr. Franz Adlkofer, Berlin, auf der Offenen Akademie Gelsenkirchen am Donnerstag, 01.10.15 um 14 Uhr

Prof. Adlkofer berichtet über die Methoden, deren sich Mobilfunkindustrie und Politik bedienen, um die geltenden Grenzwerte der Hochfrequenzstrahlung möglichst auf Dauer abzusichern. Die Grenzwerte, denen eine verlässliche wissenschaftliche Grundlage fehlt, schützen nicht – wie vorgegeben wird – die Gesundheit der Menschen, sondern die Interessen der Mobilfunkindustrie. Ihre Einführung und Aufrechterhaltung sind das Ergebnis institutioneller Korruption. Diese funktioniert in der Regel zwar unter Einhaltung legaler gesellschaftlicher Normen, scheut aber – wenn der Zweck es verlangt – auch vor illegalen, ja kriminellen Praktiken nicht zurück. Was Krebs beim Menschen anrichtet, tut institutionelle Korruption der Gesellschaft an.

Prof. Adlkofer ist seit 1980 außerplanmäßiger Professor an der Freien Universität Berlin; seit 2010 Vorsitzender des Stiftungsrates der 'Pandora – Stiftung für unabhängige Forschung'. Er leitete das EU-Forschungsprojekt REFLEX zur Untersuchung der Gentoxizität der Mobilfunkstrahlung.