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Ahnungslose Verbraucher - ratlose Ärzte

Was ist Elektrosmog? Dipl.-Ing. Kettling klärt auf
Verbraucher sind ahnungslos, Ärzte ratlos, Wissenschaftler werden gefeuert, Institute warnen. Innenarchitekt Peter Friedrich Kettling bringt Licht in's Dunkel.

Verbraucher sind ahnungslos, Ärzte ratlos. Wissenschaftler werden gefeuert, Institute warnen. Bürgerinitiativen protestieren, Gemeinden zerstreiten sich, die Rechtsprechung ändert den Kurs und Politiker warten erst mal ab. Währenddessen kassiert die Regulierungsbehörde in Milliardenhöhe, Industriesprecher warnen vor Mehrkosten, andere wittern ein neues Geschäft, Panikmache, Polemik haben Konjunktur und klare Informationen sind eher Mangelware. Betroffene raufen sich die Haare und halten ihre ausgefallenen Haarbüschel in laufende Fernsehkameras. Ein Thema verpestet den Äther. Wir sind davon umgeben Tag für Tag, schlimmstenfalls auch Nachts doch wir können es nicht sehen, hören, riechen oder fühlen. Manche werden davon krank und flüchten in die nordfriesische Klinik für Umweltgeschädigte nach Bredstedt auf die Station für Elektrosensible. Das Problem ist hausgemacht, seit 70 Jahren bekannt, es wird immer größer und heißt Elektrosmog.

Fachchinesisch

Es lohnt sich, ein wenig Fachchinesisch zu kennen, um zu verstehen was los ist:

Als Feld wird die Wirkung einer physikalischen Kraft bezeichnet, die auf einen Körper oder Raum ausgeübt wird, der sich im Einflussbereich dieser Kraft befindet. Genau das passiert auch beim Erdmagnetfeld oder in der Umgebung von elektrisch geladenen Teilchen, z. B. in der Umgebung von einer Stromleitung.

Statische, magnetische Gleichfelder (Magnetostatik) kennen wir vom Schönwetterfeld, vom natürlichen Magnetfeld der Erde, durch die Stahlbewehrung im Beton und beim Bahnstrom,
Elektrische Gleichfelder (Elektrostatik) vom Knistern beim Pullover ausziehen, an den Oberflächen von Kunststoffen und Bildschirmen und wenn's blitzt.

Andere Felder schwingen in einem bestimmten Rhythmus hin und her, die Wechselfelder. Die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde heißt Frequenz und wird in Herz (Hz) gemessen. Zum niederfrequenten Bereich NF (0 - 30 kHz) zählen unsere öffentliche Stromversorgung und fast alle Haushaltsgeräte, zum hochfrequenten Bereich HF, vor allem Radio-, TV- und Mobilfunksendersender, Handys, schnurlose Telefone und Mikrowellenherde. Im darüber liegende Spektrum des Frequenzbandes sind die Wellenlängen immer kürzer. Wir kennen sie als sichtbares Licht, Röntgen-, Gamma-, Neutronen-, und kosmische Strahlung.

Schließlich werden die niedrigfrequenten Felder nach elektrischen und magnetischen unterschieden und im hochfrequenten Bereich nach ungepulster und gepulster elektromagnetischer Strahlung:

Elektrische Felder werden durch Spannung erzeugt. Dies betrifft die Hochspannungsleitungen, die Stromleitungen im Haus, alle Arten von Haushaltsgeräten und zwar auch wenn kein Strom fließt. Elektrische Felder sind also selbst bei ausgeschalteten Geräten vorhanden, solange der Stecker im Netz ist. Sie lassen sich durch geerdete Materialien, z. B. Wände, gut abschirmen und werden in Volt pro Meter (V/m) gemessen.

Magnetische Felder werden von den gleichen Quellen verursacht und zusätzlich von Transformatoren, z. B. in Halogenleuchten. Sie durchdringen fast alle Materialien und lassen sich deshalb kaum abschirmen, allerdings verschwinden sie auch beim Ausschalten der Geräte wieder. Sie werden in Tesla (T) gemessen.
Wenn elektrische und magnetische Felder untrennbar miteinander verbunden sind und sich von einer Quelle ablösen, z. B. Antenne, um sich über eine größere Entfernung im Raum auszubreiten spricht man von elektromagnetischer Strahlung, die entweder im analogen Verfahren ungepulst, wie z. B. schnurlose CT 1 Telefone und (noch) TV und Radio, oder im digitalen, gepulsten Verfahren versendet werden. (Pager, Funkuhren, Sattelitenschüsseln senden diese Strahlung nicht aus, sie sind nur Empfänger).

Die gepulste Hochfrequenzstrahlung ist typisch für den Mobilfunkstandart (GSM). Hier wird eine hochfrequente Trägerwelle (D2 = 900 MHz, E Netz = 1800 MHz, DECT = 1882 MHz) in äußerst kurzzeitigen Impulsen, also mit extrem, kurzen, zeitlichen Unterbrechungen, wie Energieblitze abgestrahlt, beim D und E Netz beispielsweise 217 mal in der Sekunde. In den dazwischenliegenden Impulspausen herrscht eine wesentlich niedrigere Frequenz vor. Dieser Unterschied wird als Pulsdifferenz in Dezibel (dB) gemessen. Die so erzeugten Wellen, werden daher auch pulsmodulierte oder getaktete HF Strahlung genannt und als permanente Bestrahlung auf eine bestimmte Fläche, in Mikrowatt pro Quadratmeter Leistungsflussdichte (mW/m⊃2;) gemessen.
Gemessen über den gesamten HF Bereich integriert, liegt der Pegel des natürlichen Hochfrequenzfeldes der Erdoberfläche, bei 0,000.007 mW/m⊃2;. Er wird vom Erdmagnetfeld und extraterrestrische Quellen, z. B. der Sonne erzeugt. Diesem Pegel stehen heutzutage, durch DECT Telefone, Mikrowellenherde, Handys, Sendemasten und Radars erzeugte Strahlenintensitäten von annähernd bis zu 100.000 mW/m⊃2; gegenüber, gemessen im Okt. 2000 vom Umweltinstitut Kessel, im Inneren eines Hauses in der Hamburger Innenstadt ! Welch ein Unterschied und dennoch legitim: Der gesetzliche Grenzwert für HF Strahlung liegt in der BRD bei 4.700.000 mW/m⊃2;. Das ist die Differenz vom 700 milliardenfachen zum natürlichen HF Feld der Erde! (Die Verbraucher Zentrale betitelt das Thema Grenzwerte: Viel zu lasch und lückenhaft! Prof. Kundi und Knastmüller vom Tumorbiologischen Institut in Wien: Die Grenzwerte sind liederlich und fahrlässig!, siehe auch unter Hochfrequenz Grenzwerte).

Für einen sauberen Äther

Dieses natürliche Hochfrequenz Feld der Erde wird physikalisch als weißes Rauschen beschrieben, ein überlagerndes Frequenzgemisch aus allen Richtungen. Alle lebenden Organismen haben perfekte Antennen zum Empfang von Feldern ausgebildet, beim Baum z. B. die Rippen der Blätter. Der Mensch verfügt in seinem Gehirn sogar über ein "magnetisches Organ": die Magnetitkristalle in der Zirbeldrüse, die in enger Verbindung mit dem Nervensystem steht. Das Nervensystem selbst funktioniert mit minimalen elektrischen und magnetischen Impulsen ebenso die Muskelbewegungen, Hormonausschüttungen, die Beweglichkeit einzelner Blutzellen, die Zellteilung und nicht zuletzt die im EEG messbaren Hirnaktivitäten. Elektrizität ist der Funke des Lebens.

Die natürlichen elektrischen und magnetischen Felder werden nun von künstlich erzeugten Wellen durchkreuzt und zwar mit stetig wachsendem, technischen Aufwand. Gerichtete, getaktete und auf eine bestimmte Herzzahl reduzierte Frequenzart, kommt in der Natur nicht vor. Folgerichtig reagieren alle Organismen ungewöhnlich. Elektrosmog, als Abfallprodukt des technischen Fortschritts, ist eine Form der Umweltverschmutzung und zwar des Äthers. Und wie bei jeder Form der Umweltverschmutzung, leiden alle Lebensformen darunter. Teile unseres Körpers scheinen mit den neuen Feldern zu schwingen und in Resonanz zu treten, anders gesagt - zu kommunizieren.

Während wir mit der Außenwelt ( "...mein Draht zur Außenwelt...") immer schneller, mobiler, virtueller und pausenlos miteinander kommunizieren, geraten die körperinneren Kommunikationssysteme durcheinander, manche kollabieren. Ausgerechnet im Kommunikationszeitalter gerät das Verhältnis von innerer und die äußerer Kommunikation aus der Balance...

Die Forschung steckt im Dilemma

Noch steckt die Forschung in den Kinderschuhen, die körperinneren Kommunikationssysteme und Zusammenhänge und erst recht die in Wechselwirkungen mit anderen Feldern, zu verstehen. Erste Langzeituntersuchungen wurden 1942 von der US Navy an Radartechnikern vorgenommen. Seit dem wechseln sich die veröffentlichen Studien in schöner Regelmäßigkeit damit ab, vor den Auswirkungen des Elektrosmogs zu warnen oder zu entwarnen.

Schon 1928 klagten Arbeiter in einer Rundfunkversuchsstation der General Electric Company im Staate New York über ein diffuses Krankheitsgefühl. Die hinzugezogenen Ärztin Dr. Helen Hosmer, riet zum vorsichtigen Umgang mit derartigen Feldern, solange die Auswirkungen nicht gründlich untersucht seien. Dass dieser Rat bis heute Gültigkeit hat, beweisen die Formulierungen der Salzburger Resolution, bei der am 9. 6. 2000, Wissenschaftler aus vier Kontinenten, Empfehlungen veröffentlichten (u. a. eine Grenzwertempfehlung von 1.000 mW/m⊃2;). Das biologische System ist so hochentwickelt, vernetzt, dass sich Wissenschaftler schwer tun kausale Zusammenhänge zwischen Elektrosmog und Krankheitsentstehung zu benennen. Käs 1992: "Leider gibt es bei uns in Deutschland mangels finanzieller Unterstützung noch kaum Forschung über athermische Einwirkungen, so dass präzise wissenschaftliche Aussagen hierüber sehr schwer zu treffen sind".

Gesichert gilt inzwischen, dass alle Arten von E - Smog und ganz besonders, bestimmte, gepulste Hochfrequenzfelder eine Art Dauerstress für Körper und Psyche bedeuteten, etwa wie permanenter Lärm, nur dass wir die Quelle nicht orten und deswegen auch nicht davor flüchten können. Allgemein anerkannt ist auch, dass jeder Elektrosmog bestehende Krankheiten kultiviert, Heilerfolge verhindert, das Immunsystem angreift, in biologische Prozesse eingreift, Körperzellen beeinflusst, auf die Zellteilung einwirkt, Hirnströme verändert, die natürlichen Lebensprozesse stört, den Schlafrhythmus auch, dass fast jede Person individuell reagiert und dass Kinder, Alte, Kranke, Schwache und Schwangere besonders betroffen sind.

Die Palette der individuell auftretenden Symptome reicht von Unwohlsein, bis Tod durch Herzversagen (siehe auch Gesundheitliche Risiken). Wiederholt ist von Schlafstörungen aller Art die Rede: Einschlaf-, Durchschlaf-, und Aufstehschwierigkeiten. Dies mag damit zusammenhängen, dass wir im Schlaf 100 x sensibler auf Elektrosmog reagieren (nach Prof. Max Dauderer auf alle Umwelteinflüsse), zum anderen scheint Elektrosmog besonders auf die Zirbeldrüse zu wirken, die mittels Melatoninauschüttung u. a. den Wach - Schlafrhythmus steuert.

Auffällig ist weiterhin, dass keine Dosis -Wirkung - Beziehung gefunden wird, deutlichere Effekte wurden bei niedrigeren Intensitäten beobachtet als bei höheren. Bestimmte Effekte treten bei bestimmten Frequenzen auf (es sind ausgerechnet auch jene Frequenzbereiche die von den Netzbetreibern genutzt werden), bei anderen nicht. Die Forschung spricht von sogenannten biologischen - oder Frequenzfenstern. Für die Ursachen werden auf der Zellebene verschiedene Erklärungen diskutiert. Vor dem Hintergrund der Frequenzfenster ist das Modell von Fröhlich und Keilmann (1985) einleuchtend: Sie sprechen von Resonanzvorgängen zwischen Mikrowellen und körpereigenen Schwingungen einiger Zellbestandteile, die bei der Bestrahlung mit bestimmten Frequenz, andere Reaktionseigenschaften erhalten.

Neue Beachtung finden vor allem die Studien, die mit alltagstypischen Mobilfunkintensitäten durchgeführt wurden, davon drei Beispiele: Die Blut - Hirn - Schranke verhindert normalerweise das Gifte, Medikamente, etc ins Hirn gelangen. Eine schwedische Studie an Ratten zeigt, dass diese Schranke auf gepulste Hochfrequenz antwortet und zwar in der Form, dass sie sich öffnet. Dies passiert bei Intensitäten, wie sie in Entfernungen von 2 m zu DECT Telefonen, 10 m zu Handytelefonieren oder einige 100 m zu GSM Stationen auftreten.
WHO Wissenschaftler belegten nach neun Monaten Versuch, dass sich bei, mit 2 x täglich ½ Std. handybestrahlten Labormäusen, die Lymphknotenkrebsrate verdoppelt.
An der Uni Lübeck findet Dr. Klitzing ungewöhnlich hohe und bisher nie da gewesene Spitzen im EEG von Hirnstrommessungen am Menschen. In der BRD stehen bisher 45.000 Mobilfunkstationen und laufend werden neue installiert. Bis 2003, zur Einführung von UMTS sind 180.000 weitere geplant. Es gibt genügend Gründe sich vor Elektrosmog zu schützen.

Artikel veröffentlicht:
10.12.2006
Autor:
Artikel von Dipl. - Ing. Innenarchitekt Peter Friedrich Kettling.
Quelle:
Veröffentlicht auf diagnose:funk mit freundlicher Genehmigung des Autoren.

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