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Stromzähler durch Mobilfunkantennen gestört

"Dirty electricity" auf 50-Hz-Stromnetz
Larry und Susan Stankovich, welche in etwa 570 m Entfernung zu neuen Antennen wohnten, machten eine seltsame Entdeckung: Seit Dezember 2003 stieg ihre Stromrechnung massiv an.

Wird die Elektronik einer Mobilfunkantenne zu nahe an Leitungen der öffentlichen Stromversorgung installiert, so werden die hochfrequenten elektromagnetischen Felder dieser Anlage mehr oder minder auf das öffentliche Stromnetz übertragen. Durch solche „induktiven“ Ankopplungen diverser elektrischer Anlagen entsteht auf unserem 50 Hertz-Stromnetz ein bunter Mix aus unerwünschten Frequenzen, welcher auch mit „dirty electricity“ bezeichnet wird.

Stromkosten explodierten nach Installation einer Antenne

Als im Dezember 2003 in der Ortschaft Duanesburg im Bundesstaat New York (USA) erneut Mobilfunkantennen installiert wurden, machten Larry und Susan Stankovich, welche in etwa 570 m Entfernung zu den Antennen wohnten, bald darauf eine seltsame Entdeckung: Seit Dezember 2003 stieg ihre Stromrechnung massiv an.

Während sich in den Jahren 2002 und 2003 die jährlichen Stromkosten stets in einem ähnlichen Rahmen bewegten (bei ca. 1,440 Dollar), stiegen sie im Jahr 2004 plötzlich auf insgesamt 2,400 Dollar (siehe Abbildung).

Auf der Suche nach der Ursache war man zuerst ratlos:

  • Über die gesamte Zeit hinweg gab es keine grösseren Veränderungen im Stromverbrauch der Familie.
  • Aufgrund der Elektrosensibilität von Larry und Susan verzichtete die Familie permanent auf den Betrieb von Klimaanlagen und Computern. Schwankungen wären speziell durch solche Einrichtungen zu erwarten gewesen.
  • Das städtische Elektrizitätswerk bestätigte dass man für den abnormalen Anstieg keine Erklärung hätte.
  • Wie die eingeholten Statistiken der Wetterstation des nahen NY-Albany-Flughafens zeigten, gab es während dieser Jahre auch keine ungewöhnlichen Wetterperioden, die eine solche Abweichung im Stromverbrauch durch Heizungen oder Ventilatoren hätten erklären können.

Rückgang der Kosten nach Filterung der höherfrequenten Signale

Aufgrund ihrer Elektrosensibilität installierte die Familie Stankovich ab August 2004 einige so genannte „Graham-Stetzer-Filter“ (http://www.stetzerelectric.com). Man filterte damit Frequenzen im biologisch sensiblen Bereich von 4 bis 100 kHz an den Steckdosen der Wohnung.

Als man ab April 2005 zusätzlich Hochfrequenz-Filter installierte, fielen die Stromkosten im Vergleich zum Vorjahr drastisch ab, bis sie sich wieder auf dem üblichen Niveau der Vorjahre einpendelten.


Schlussfolgerung


Die Daten lassen vermuten, dass die Genauigkeit von mechanischen und auch modernen (über Funk ablesbaren) Stromzählern durch hochfrequente Signale im öffentlichen Stromnetz beeinflusst wird. Das Phänomen bedarf daher näherer Untersuchungen. Sollte sich dieser Zusammenhang bestätigen, müssten folgende Massnahmen getroffen werden:

  • Mobilfunkbetreiber sollten ihre Anlagen besser abschirmen oder nicht zu nahe an Stromkabeln installieren, um eine Ankopplung an das Stromnetz zu minimieren. (Dies wäre auch aus gesundheitlicher Sicht vorteilhaft.)
  • Die Elektrizitätswerke sollten die Störanfälligkeit der Stromzähler prüfen.
  • Die Konsumenten müssten für überhöhte Rechnungen entschädigt werden.

 

Magda Havas and Dave Stetzer
Environmental & Resource Studies, Trent University, Peterborough, ON, K9J 7B8, Canada, mhavas@trentu.ca
Stetzer Electric, 520 W. Broadway St., Blair, WI 5461, USA, dave@stetzerelectric.com

Der Originalartikel ist nebenstehend unter Downloads als PDF verfügbar!

Artikel veröffentlicht:
16.12.2006
Autor:
Deutsche Übersetzung: Evi Gaigg | diagnose:funk

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