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Schwedische Expertengruppe zu Interphone

Zusammenhänge ignoriert
Experten verschweigen Lahkola-Studie, die auf Langzeit-Risiko für Hirntumore auf der Telefonierseite des Kopfes hinweist. Studien, die keine Risiken auswiesen (Deutschland und Norwegen) wurden erwähnt. Wie ist das möglich?

Die Interphone-Saga wird bizarrer und bizarrer. Das letzte Kapitel kam diese Woche mit einer Meldung zum Lagebericht über EMF und Gesundheit durch die Schwedische Strahlenschutzbehörde (SSI). Die letzte Forschung über EMF-Gesundheitsrisiken, der fünfte Jahresbericht einer unabhängigen Expertengruppe, umfasst, was man über die verschiedenen Typen von EMs, von ELF zu RF 2007 erfahren hat. Hier beschäftigen wir uns nur damit, was er über die letzten Interphone-Resultate aussagt – oder noch genauer: was er nicht sagt. Zu den Begründungen, dass wir nicht beginnen können zu verstehen, gehört, dass die Gruppe, der Anders Ahlbom vom Karolinska-Institut in Stockholm vorsteht, niemals erwähnt, was bei den wichtigsten Mobilfunkstudien, die im letzten Jahr veröffentlicht wurden, strittig ist: die Lahkola-Studie, eine Analyse der Interphone-Daten von fünf nordeuropäischen Ländern. Sie weist auf ein Langzeit-Risiko für Hirntumore auf der Seite des Kopfes hin, wo das Telefon benutzt wurde. (siehe Nachricht vom 22. Januar 2007).

Es ist unmöglich, dass der SSI Ausschus nichts von dieser Meta-Analyse wusste. Der zweite Autor von Lahkola, Assi Auvienen von der finnischen Universität von Tampere ist ein Mitglied dieses Ausschusses und Maria Feychting, eine andere Lahkola-Co-Autorin, ist wissenschaftliche Sekretärin. In der Tat ist Ahlbom selbst mit dem Interphone-Projekt verbunden und kann schwerlich von Lahkola nichts gewusst haben.
Die Lahkola-Studie wurde am 17. Januar 2007 , also ganz am Anfang des Jahres bekannt gemacht. Einen Moment lang haben wir gedacht, sie könnte im letzten SSI-Jahresbericht eingeschlossen sein. Aber das war nicht so.

Auch war das Lahkola Dokument nicht die einzige Interphone Studie, die vom SSI-Komitee unbeachtet blieb. Die französischen und israelischen Berichte wurde auch irgendwie ausgelassen. Beide zeigten ein mögliches Langzeitrisiko für Tumore an (Wir ziehen in Betracht, dass die israelische Studie im Dezember veröffentlicht wurde, als dieser Bericht gerade vor der Vollendung stand, obwohl wir es für möglich halten, dass Auvienen und Feychting als Mitglieder des Interphone-Projektes wahrscheinlich über jene Resultate Bescheid wussten und auch darüber, dass sie bald publiziert werden würden).

Der Ausschuss hat tatsächlich zwei Interphone-Studien zitiert, eine deutsche über Akustikgeschwulst und eine norwegische über Hirntumore. Keine zeigte ein erhöhtes Risiko.

Warum gab es drei Interphone-Papiere, die Tumorrisiken durch Handys vermuteten, die beiseite gelassen wurden, während jene, die keine Risiken auswiesen, eingeschlossen wurden? Ist dies die Macht des Geldes, die den Deckel auf die Gesundheitsdebatte von Handys hält? Ist dies eine politische Beeinflussung?

Wer immer und was immer dafür verantwortlich ist, es liegt tiefer als in Schwedens SSI. Von sieben Mitgliedern des Ausschusses haben fünf davon starke Verbindungen zur ICNIRP. Drei sind Mitglieder der Commission (Ahlbom, U.K.´s Richard Saunders U.K. und Frankreichs Bernard Veyret) und zwei andere, die Mitglieder des Standing Committees (Finnlands Jukka Juutilianen und U.S. Leeka Kheifets)

Der Bericht ist ein Spiegelbild der Führung der EMF-Gemeinschaft und weist auf die Notwendigkeit einer Änderung hin. Aber als erstes brauchen wir eine Antwort auf die Frage: Wieso war es möglich, dass diese Studien ignoriert werden konnten?

Artikel veröffentlicht:
19.05.2008
Autor:
Veröffentlicht auf diagnose:funk mit freundlicher Erlaubnis durch Mirowave News/Louis Slesin, dt. Übersetzung diagnose:funk
Quelle:
Microwave News, 14. März 2008

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