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Hirntumore wissenschaftlich definitiv erwiesen

Workshop von EU-Parlamentariern zu Mobilfunk
Mitglieder des Europaparlaments rufen zu europaweitem Handeln auf, um das Krebsrisikos durch Handys zu verringern.

Die Zeitung „The Parliament“ berichtet 17.10 2011 unter der Überschrift
Mitglieder des Europaparlaments rufen zu europaweitem Handeln auf, um das Krebsrisikos durch Handys zu verringern
über die Ergebnisse eines Workshops von EU-Parlamentariern:

Workshop von EU-Parlamentariern zu Mobilfunk und Gehirntumoren

Mitglieder des Europaparlaments rufen zu europaweitem Handeln auf, um das Krebsrisikos durch Handys zu verringern

"Hirntumore sind wissenschaftlich defintiv erwiesen."
Zitat Michèle Rivasi.

Martin Banks - 17. Oktober 2011. Bei einer Sitzung im Parlament wurde erwähnt, dass wiederholte Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern von Geräten wie Handys ein Krebsrisiko darstellen können.

Im Seminar "Frühe Warnungen: Der Fall von Handys und Hirntumoren" wurde besprochen, wie die europäischen Institutionen "handeln können", um dem durch Handys verursachten Krebsrisiko entgegen zu wirken.

Unter den Organisatoren der Veranstaltung befanden sich die Mitglieder des Europaparlaments Kriton Arsenis, Michèle Rivasi und Frédérique Ries. Der griechische Abgeordnete Arsenis sagte, dass "das Unterlassen in der Vergangenheit", auf frühe Warnungen zu reagieren, zu "tragischen Folgen für die öffentliche Gesundheit" geführt hatte.

Der sozialistische Abgeordnete weiter: "Zwei wissenschaftliche Studien haben die ersten frühen Warnsignale einer krebserregenden Wirkung der Handynutzung angezeigt, insbesondere bei Kindern und schwangeren Frauen."

"In der Vergangenheit hat unser Unterlassen einer Reaktion auf frühe Warnungen in vielen Fällen zu tragischen Folgen für die öffentliche Gesundheit geführt."

"Auf der Grundlage des Vorsorgeprinzips, sollte die Kommission sofort die Öffentlichkeit über Möglichkeiten informieren, die Exposition gegenüber Handystrahlung zu reduzieren, die Strahlungsgrenzwerte senken und unabhängige wissenschaftliche Studien fördern, um diese ersten Warnungen genauer zu untersuchen."

Seine Forderung wurde von der französischen Abgeordneten der Fraktion der Grünen, Michèle Rivasi, nachdrücklich unterstützt. Sie sagte: "Wir haben bereits die Phase der ersten Alarmsignale überschritten, bezüglich der hemmungslosen Nutzung von Handys. Hirntumore sind definitiv wissenschaftlich erwiesen.

Ab jetzt ist nicht mehr das Vorsorgeprinzip anzuwenden, sondern das Prinzip der Prävention. Jetzt muss gehandelt werden. Die europäischen Empfehlungen müssen überarbeitet werden, und Forschungen über die anderen Auswirkungen elektromagnetischer Wellen auf Lebewesen müssen in die Wege geleitet werden. Neben Krebs und Leukämie bei Kindern zeigen einige Studien einen Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber diesen Strahlungen und der Alzheimer-Erkrankung, Schlafstörungen oder psychologischen Problemen."

Die Sitzungsteilnehmer hörten auch einen Beitrag von Ries, der belgischen EU-Abgeordneten der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE), welche 2009 die Berichterstatterin des EU-Parlaments bezüglich "Anliegen gesundheitlicher Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern" war.

Sie sagte: "Die Grenzwerte für die Exposition der Bevölkerung gegenüber elektromagnetischen Feldern haben sich in Europa seit 1999 nicht geändert. Zum damaligen Zeitpunkt wurden drahtlose Geräte noch nicht alltäglich benützt. Wir können nicht warten oder diese Entscheidungen auf einen späteren Zeitpunkt hinauszögern."

Lennart Hardell, Professor für Onkologie an der Universitätsklinik von Örebro in Schweden, teilte in der Sitzung mit: "Unsere Studien zeigten ein erhöhtes Risiko bösartiger Hirntumore und Akustikusneurinome im Zusammenhang mit der Nutzung von Handys und schnurlosen Telefonen auf. Das Risiko erhöhte sich je nach Latenzzeit und insgesamter Nutzungsdauer. Das höchste Risiko wurde in der Gruppe derjenigen festgestellt, die ein drahtloses Telefon zum ersten Mal vor ihrem 20. Lebensjahr verwendeten."

Eine weitere Bemerkung kam von David Gee, Berater in der Europäischen Umweltagentur für die Bereiche Wissenschaft, Politik und neue Fragestellungen, der in der Sitzung sagte, dass Handys "in vielfältiger Weise für die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Umwelt von Nutzen sind".

Er fuhr jedoch fort: "Es gibt jedoch eine deutliche Uneinigkeit unter Wissenschaftlern darüber, ob die Handynutzung das Risiko von Krebs im Kopfbereich erhöht. Wir empfehlen die Anwendung des Vorsorgeprinzips als Leitlinie für politische Entscheidungen in Fällen wie diesem. Das bedeutet, dass obwohl unser Verständnis unvollständig ist, dies die politischen Entscheidungsträger nicht davon abhalten sollte, Maßnahmen zur Prävention zu ergreifen."

Artikel veröffentlicht:
17.10.2011
Autor:
Deutsche Übersetzung: diagnose:funk
Quelle:
The Parliament, 17.10.2011

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