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Gefahr für Kinder

Dokumentation der Kontroverse Mutter vs. Lerchl
Im Jahr 2010 führte der Umweltmediziner Dr. Mutter eine Kontroverse gegen Angriffe von Prof. Lerchl auf seine Warnungen vor den Risiken der Mobilfunkstrahlung.

Aktualisiuert am 13.03.2015

Diese Kontroverse, veröffentlicht in einer Broschüre, bekommt jetzt wieder eine aktuelle Bedeutung, nachdem Prof. Lerchl 2015 selbst eine Studie veröffentlichte, die das Krebspotential der Mobilfunkstrahlung nachweist. Detailliert geht Dr. Mutter auf Lerchls Standpunkte in seiner Rolle als damaliger Vorsitzender des Ausschusses Nicht-ionisierende Strahlung der Strahlenschutzkommission ein und schreibt:

"Die Strahlenschutzkommission mutierte zur Hofberichterstatterin der Mobilfunkindustrie, eine Tragödie für die Gesundheitsvorsorge. Sie sind, so habe ich gelesen, der Meinung, dass die Forschung eigentlich eingestellt werden kann, weil die Unschädlichkeit der Mobilfunkstrahlung bewiesen sei. H.P. Neitzke, der Leiter des ECOLOG-Institutes, hat im EMF-Monitor (Dez. 2009) in dem Artikel „Forschung tut not!“ diese Meinung analysiert und festgestellt, dass Mitglieder der Strahlenschutzkommission damit denen „Argumente“ liefern, „die ihre Geschäfte lieber ungestört machen würden, ungestört von wissenschaftlichen Hinweisen auf Effekte in biologischen Systemen“.

Die Warnungen vor den Risiken der Handynutzung in meinem Interview, welches Sie kritisierten, waren berechtigt. Es entsteht die Frage, weshalb Sie soviel Engagement betreiben, mich von meinen ärztlichen Aufgaben abhalten zu wollen. Eigentlich wäre es bei der bestehenden Kenntnislage höchste Zeit, dass die Strahlenschutzkommission ihre Distanzlosigkeit zur Industrie aufgibt und eine kritische Positionierung einnimmt. Man schützt bisher offensichtlich lieber die Interessen der Wirtschaft als die der Bürger." (S.3)

Dass wir in Deutschland keine Vorsorgepolitik im Mobilfunkbereich haben, ist maßgeblich auf die Empfehlungen der Strahlenschutzkommission zurückzuführen. Deren Politik und irreführenden Berichte an den Bundestag hat Diagnose-Funk in verschiedenen Brennpunkten analysiert.

Aktualisiert am 22.03.2010

Veröffentlichung der Kompetenzinitiative:
Briefwechsel zwischen Dr. med. Joachim Mutter und Professor Alexander Lerchl findet große Beachtung
Handystrahlung – eine Gefahr für Kinder? Dokumentation einer Kontroverse

Dr. med. Joachim Mutter, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Kompetenzinitiative e.V., gab der Schwäbischen Zeitung am 11.12.2009 ein Interview zu den Gefahren der Handynutzung für Kinder. Professor Dr. Alexander Lerchl, Vorsitzender der deutschen Strahlenschutzkommission, Ausschuss nichtionisierende Strahlung, kritisierte in zwei Mails die Position von Dr. Mutter als „Panikmache“. Aus seiner Kritik entwickelte sich eine Kontroverse über den Stand der Forschung, den Schutz der Kinder, Fragen der Vorsorge, aber auch das Verständnis von den Aufgaben eines Arztes wie denen des deutschen Strahlenschutzes.

Die Ärzte und Wissenschaftler unserer Initiative machen kein Hehl aus ihrer Auffassung, dass Prof. Lerchl zur Gefahr für Gesundheit und Umwelt von 80 Millionen Menschen geworden ist. Wir danken Dr. med. Joachim Mutter für seine kenntnisreichen und mutigen Stellungnahmen und machen den Briefwechsel nun auch als Ganzes zugänglich - siehe Downloads.

Aktualisiert am ​20.03.2010

Prof. Lerchl hat seine Vorwürfe gegenüber den Warnungen von Dr. Mutter in einem offenen Brief aufrecht erhalten und führt dabei Studien an, die angeblich die mobilfunkkritischen Positionen entkräften sollen.

Nun hat Dr. Mutter in einem zweiten, abschließenden Brief auf Prof. Lerchl geantwortet. Er führt dabei weitere neue wissenschaftliche Daten an, die seine Argumentation und eine Schädlichkeit von Mobilfunk belegen sollen.

10.02.2010

Am 11.12.2009 gab der Umweltmediziner Dr. Mutter in der Schwäbischen Zeitung ein Interview zu den gesundheitlichen Risiken des Handygebrauchs für Kinder. Darauf erhielt er von Prof. Lerchl, Leiter der Strahlenschutzkommission, Ausschuss Nichtionisierende Strahlung, zwei Mails in der sich dieser "entsetzt" zeigte und das Interview als unwissenschaftlich und unverantwortlich kritisierte.

Dr. Mutter reagierte auf die Mails von Prof. Lerchl mit einer "Offenen Antwort", die in ihrem Anhang ausführlich die aktuelle Forschungslage darlegt und den deutschen Strahlenschutz kritisiert: "Er schützt nicht die Bevölkerung, sondern die Interessen der Mobilfunkindustrie und ignoriert den Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis."

Artikel veröffentlicht:
13.03.2015
Quelle:
Interview Dr. Mutter, Schwäbische Zeitung, 11.12.2009

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