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Landwirt beklagt missgebildete Kälber

Ursache bei Mobilfunk-Anlage vermutet
Erschrecken in Waldshut-Waldkirch. Bürgermeister Manfred Beck sichert Untersuchung durch das Freiburger Öko-Institut zu.

Waldshut/Gauß-Waldkirch (hff/tao). Der Waldkircher Landwirt Oswald Birkenberger weist der vor rund zwei Jahren in Betrieb gegangenen Mobilfunk-Anlage im Dorf die Schuld an „erschreckend gehäuften“ Fehlgeburten, Missbildungen und höheren Sterberaten in seinem Rinderbestand zu. Auf die in der Bürgerversammlung erhobenen Vorwürfe sicherte Bürgermeister Manfred Beck eine Untersuchung durch das Freiburger Öko-Institut zu.

In der Bürgerversammlung am vergangenen Freitag verwies Ortsvorsteher Hansjörg Birkenberger auf die zwischen Ortschaftsrat und Stadtverwaltung entstandenen Differenzen wegen der Mobilfunkanlage. Ende vergangenen Jahres wurde vom Bauausschuss die Installation eines höheren Sendemastens genehmigt, die allerdings noch nicht durchgeführt wurde.

Für Landwirt Oswald Birkenberger ist die seit zwei Jahren sendende Anlage (D.1, D. sowie E-plus) die Ursache von Problemen in seinem Rinderbestand. In der Bürgerversammlung listete Oswald Birkenberger die Folgen der zunehmenden Strahlenbelastung in seinem Betrieb auf: Fehlgeburten und Missbildungen hätten einen erschreckenden Umfang angenommen. Ein Kalb etwa sei ohne Augen auf die Welt gekommen. Auch seien mindestens fünf Kälber infolge von Kreislaufschwächen, wie sie im Umkreis von Sendeanlagen typisch seien, zu Tode gekommen. Birkenmeyer führte hierzu Beispiele aus einer bayerischen Gemeinde an.

„Wir wissen nicht mehr, was wir tun sollen“, so Birkenberger. „Früher war das Vieh kaum zu halten, wenn es ins Freie ging, heute müssen wir es regelrecht hinaustreiben. Und wenn es draussen ist, drängt es wieder in den Stall zurück, da die Ställe mit Strahlenschutzvorrichtungen ausgestatte sind“.

Eine weitere Belastung käme mit dem verstrahlten Wasser dazu, führte Birkenberger ein seiner Meinung nach ebenfalls durch die Mobilfunkanlage verursachtes Problem an. Leider seien alle Bemühungen, das Wasser auf eine Strahlenbelastung hin untersuchen zu lassen, bisher gescheitert.

Bürgermeister Manfred Beck meinte dazu, dass es sich der Bauausschuss mit der Genehmigung der Antennenanlage nicht leicht gemacht habe, aber: „Wir hatten keine andere Wahl, denn wir sind an die rechtlichen Vorgaben gebunden.“

Allerdings seinen ihm damals die Probleme bei der Tierhaltung nicht bekannt gewesen. Beck sicherte zu, das Öko-Institut Freiburg mit entsprechenden Untersuchungen zu beauftragen.

Artikel veröffentlicht:
29.01.2001
Quelle:
Südkurier, 29.01.2001

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