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Todesfälle und Krankheiten in Bristol

Mobilfunkmasten vom „Tower of doom“ entfernt
Eine Mobifunkgesellschaft muss einen Masten von einem Wohnblock entfernen, nachdem sieben Einwohner an Krebs erkrankt sind.

Eine Mobifunkgesellschaft muss einen Masten von einem Wohnblock entfernen, nachdem sieben Einwohner an Krebs erkrankt sind. Drei sind gestorben und weitere vier haben gegen diese Krankheit gekämpft, seit zwei Masten am Dach eines fünfstöckigen Wohnblocks, bekannt unter dem Namen „Tower of Doom“ errichtet wurden.

Die Krebsrate im obersten Stockwerk, wo Einwohner in 5 der 8 Wohnungen betroffen sind und drei der vier verstorbenen lebten, beträgt demgemäss 20 Prozent, das Zehnfache des nationalen Durchschnitts.

Die Einwohner des Berkeley House in Staple Hill, Bristol, klagen auch über massive Kopfschmerzen und andere Leiden, die sie der Strahlung durch Masten zuschreiben.

Orange war damit einverstanden, ihren Masten nach einer 5-jährigen Kampagne der Bewohner und auf den Druck der örtllichen Behörde abzubauen. Die Pläne, sie in einer benachbarten Strasse neu aufzubauen, haben jedoch Verbitterung ausgelöst. Der andere Mast gehört Vodafon, die jedoch keine Pläne für einen Abbruch hat.

Der letzte Todesfall war jener von John Llewellin, 63, welcher den Kampf gegen Darmkrebs verloren hat. Vor zwei Jahren starb Barbara Wood, in ihren Siebzigern an Brustkrebs. Zwei Jahre zuvor war Joyce Davies auch an Brustkrebs gestorben. Die anderen Opfer im obersten Stockwerk sind Hazel Frape, 63, die gegen Brustkrebs gekämpft hat und die 89-jährige Phyllis Smith, welche nach Diagnose der gleichen Erkrankung auszog. Im vierten Stock kämpfte Bernice Mitchell, 69, gegen Gebärmutterhalskrebs. Im zweiten Geschoss ist es die 78 Jahre alte Barbara Watts, die 31 Jahre in dem Block gewohnt hatte, welche sich nach der gleichen Krankheit in der Rehabilitation befindet.

Viele der 110 Einwohner, eingeschlossen Doreen Shepard 74, klagten über Kopfschmerzen und andere gesundheitliche Probleme. Sie sagte: „Die Masten müssen etwas aussenden, wovon ich massive Kopfschmerzen bekomme und ich begann an der Menierschen Krankheit zu leiden, bei der ich das Gleichgewicht verliere. Ich habe Angst um die Zukunft der Kinder, weil es jetzt schon zu viele sind.“

Beide Masten wurden 1994 errichtet. South Cloustershire Concil hat vor 3 Jahren, als der Zehn-Jahresvertrag auslief, eine Anfrage gemacht, ob sie entfernt werden sollen. Aber weil die derzeitigen Richtlinien sagen, dass es keine Risiken durch die Strahlung gibt, hat der Rat keine rechtliche Handhabe, den Abbau zu forcieren.

Nach einer langen rechtlichen Auseinandersetzung hat Orange ein Projekt ausgeschrieben, den Masten nun auf das Dach eines Shopping Centers in einer Strasse nahe bei den Wohnungen, einer Volksschule und einer öffentlichen Bibliothek zu errichten.

Jeanette McCormack, 69, welche den Kampf gegen den Masten angeführt hatte, sagte, gegen den neuen Standort seien mehr als 200 Unterschriften gesammelt worden. Sie fügte hinzu: „Menschen jeden Alters, die in der Nähe des Masten wohnen und arbeiten, würden durch die Strahlung betroffen und deswegen gab es eine Menge Ärger.“

Die Richtlinien der Weltgesundheits-Organisation haben die Risiken von Masten zurückgewiesen, entgegen anderer Beweise, die gefunden haben, dass sie schädlich sind.

Ein Sprecher von Orange sagte, die Gesellschaft nehme Gesundheit und Sicherheit sehr ernst. Er fügte hinzu, er sei sicher, dass ihre Basisstationen keine gesundheitlichen Risiken in sich bergen.

Vodafon arbeitet an einem neuen Langzeit-Pachtvertrag mit dem South Gloucester Council. Ein Sprecher sagte, die Gesellschaft nehme die Besorgnis der Bewohner „extrem ernst“ und würde mit ihnen und dem Rat zusammenarbeiten, um das Vertrauen wieder herzustellen.

Was britische Leser bisher dazu sagten:

Leserbrief von Jarrett, North Fife:

Hunderte von wissenschaftlichen Studien haben gezeigt, dass durch die Levels der Emissionen von Masten schädliche Auswirkungen auf Tiere und Menschen auftreten, die wahrscheinlich zu ernsthaften Erkrankungen führen können. Es sind die industriefreundlichen „Internationalen Beratergremien, die WHO-emf Gruppemitglieder, die den relevanten Beweis ignorieren und zurückweisen, um die westlichen Regierungen und ihre Wirtschaft zu schonen. Wir alle sind entbehrlich bei ihrer Lust auf Profit und Kontrolle.

Leserbrief von Simon Denley, London:


Es ist an der Zeit! Orange sagt, dass „zahlreiche wissenschaftliche Berichte keine gesundheitsschädlichen Wirkungen“ gefunden haben. - Was ist dann mit den hunderten von Studien
(ja - alle peer reviewed und publiziert), die aufzeigen, wie diese Strahlung krank macht und Krebs verursacht? Oder die 80% der epidemiologischen Studien, die den Anstieg von Gesundheitsschäden rund um Masten aufzeigen? Was würden Orange und die anderen Betreiber tun, wenn darauf eine Krebsepidemie entstünde? Sagen „Oh, es tut uns sehr leid. Wir bauen alle Masten ab und ziehen uns vom Geschäft zurück?“ Nein, sie würden es genau nicht tun, ganz so, wie die Tabak- und die Asbestindustrie es getan haben - sie würden den Beweis vertuschen und ihre eigene „Forschung“ betreiben, die aussagt, alles sei sicher. Und dies ist es, was wir sehen.

Leserbrief von Vivienne Chichester, UK:

Ich habe keinen Zweifel, dass Dr. Michael Clark, der Sprecher der Health Protection Agency (Anm. : Britische Gesundheitsbehörde) in solchen Belangen, dies auf seine so oft zitierte „statistische Assoziation “ zurückführen würde - was immer er damit meint. Können wir da so sicher sein? Was in aller Welt richten wir für kommende Generationen an, mit unserer erbärmlichen Lieblingsbeschäftigung - mit dem Mobiltelefon und der mit ihm verbundenen Technologie?
 

Kommentar von Diagnose-Funk

Wenn der Schaltschrank einer Antennenanlage nahe an den Hausstromleitungen steht, kommt es vor, dass die HF-Signale auf das Hausstromnetz induziert werden. Die Wohnungen unter der Antenne werden dann nicht nur über Nebenstrahlungskeulen und Reflektionen an einer gegenüberliegenden Hauswand bestrahlt, sondern auch in geringerem Masse über die Hausstromkabel. Die diversen Frequenzen („Dirty Electricity“) werden dann oft sehr nahe am Menschen abgestrahlt, z. Bsp. auch von der Nachttischlampe direkt am Kopf.

In diesem Fall in Bristol wurden Krebserkrankungen erst bei älteren Einwohnern beobachtet, was die statistische Aussagekraft stark abschwächt. Zudem ist die Aussage „in 5 der 8 Wohnungen“ tendenziös, da die Anzahl der Bewohner wahrscheinlich höher ist als die Anzahl der Wohnungen. Wir erteilen in diesem Punkt daher eine Rüge an den Journalisten.

Der Artikel zeigt jedoch sehr schön, wie man hier gegen Windmühlen kämpft: Der Mast von Orange wird zwar abgebaut, an anderer Stelle jedoch wieder aufgebaut. Die Diagnose-Funk beobachtet seit langem, wie jedes Dorf seine eigene Interessengemeinschaft formiert, um gegen den Mast vor der EIGENEN Haustür zu kämpfen. Die Verantwortlichen in Bern bekommen davon kaum etwas mit, und so werden weitere Masten gebaut und neue Funksysteme eingeführt. Bei den national operierenden Umweltvereinen mangelt es derweil akut an Arbeitskräften. Eine traurige Analogie zur Motivation des heutigen Menschen.

Artikel veröffentlicht:
07.08.2007
Autor:
Deutsche Übersetzung: Evi Gaigg | diagnose:funk
Quelle:
Daily Mail