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Strahlung greift in Zellteilung des Gehirns ein

Nicht-thermische Effekte durch Studie bestätigt
Mobiltelefone können innerhalb von nur zehn Minuten mit der Entstehung von Krebs verbundene Veränderungen im Gehirn auslösen, behaupten Wissenschafter.

Sie fanden heraus, dass sogar niedrigintensive Strahlung von Handys in die Zellteilung des Gehirns eingreift. Die Zellteilung fördert das Tumorwachstum.

Auch wenn die Wissenschafter den Beweis, dass Signale von Mobiltelefonen gefährlich sind, nicht liefern konnten, so deuten die Ergebnisse darauf hin, dass sie es doch sein könnten. Zwar haben andere wichtige Studien weder einen Zusammenhang zwischen Mobiltelefongebrauch und Hirntumoren noch eine dramatische Zunahme von Krebsfällen gefunden. Aber die Forscher bestehen darauf, dass ihre Entdeckung die offiziellen Meldungen, Mobiltelefone seien sicher, in Frage stellt.

Die offiziellen Regelungen gehen davon aus, dass diese Telefone eine zu geringe Strahlung aussenden, um das Hirn in gefährlicher Weise zu erhitzen. Die neue Studie vom Weizmann-Institut in Israel deutet jedoch darauf hin, dass „nicht-thermische“ Strahlung ein Risiko in sich bergen könnte.

Die israelischen Wissenschafter setzten Zellen von Menschen und von Ratten im Labor einer niedrigintensiven Strahlung bei 875 Megahertz aus – einer ähnlichen Frequenz, wie sie von vielen Mobiltelefonen benutzt wird. Obwohl die Strahlung viel schwächer war als die Emissionen eines typischen Mobiltelefons, begann nach zehn Minuten im Inneren der Zellen ein chemisches Signal aufzutreten, wie die Forscher im Biochemical Journal berichteten.

Die chemischen Signale, die sie nachwiesen, hatten etwas mit der Zellteilung zu tun. Die Forscher sagten, die Reaktion sei nicht durch Erwärmung verursacht, und sie gaben an, dass sie damit einen neuen Weg gefunden hätten, wie die Mobiltelefone die Gesundheit schädigen könnten. Dr. Rony Seger, Mitautor der Studie, berichtete der Zeitschrift New Scientist: „ Die Bedeutung liegt darin, dass gezeigt wurde: Zellen reagieren auf Mobilfunkstrahlung in nicht-thermischer Weise.“

Obwohl Veränderungen im chemischen Mechanismus, wie ihn die israelischen Wissenschafter sehen, mit verschiedenen Krebsarten verknüpft sind, sagen die Forscher, es habe keine Anzeichen für einen Krebs verursachenden Effekt gegeben. Dr.Simon Arthur, ein Gesundheitsexperte der Dundee University, sagte, es sei „unwahrscheinlich“, dass der Effekt Krebs erzeugen könne.

Dr. Dariusz Leszczynski vom Amt für Strahlenschutz in Helsinki sagte: „ Wenn Mobiltelefone keine biologischen Effekte herbeiführen können, dann wird es nie irgendwelche gesundheitliche Auswirkungen geben. Wenn wir aber zeigen können, dass diese Strahlung imstande ist, biologische Effekte zu erzeugen, dann sieht die Sache allerdings ganz anders aus.“

Eine ausführliche Bewertung der Sicherheit von Mobiltelefonen soll im nächsten Monat vom britischen Gesundheitsamt veröffentlicht werden. Der letzte Bericht des Amtes aus dem Jahr 2004 fand keine Beweise für ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko durch Mobiltelefone. Immerhin warnte er vor übermässigem Mobiltelefongebrauch speziell durch junge Menschen. Dr. Michael Clark, Sprecher des Amtes, sagte: „In Anbetracht solcher Erkenntnisse, wie sie von Zeit zu Zeit auftauchen, ist eine vorsorgliche Massnahme angezeigt.“

Graham Philips von der kritischen Powerwatch-Gruppe sagte: „Sicherheitsrichtlinien gehen davon aus, dass gesundheitliche Effekte durch Mobiltelefone nur dann auftreten, wenn eine erhebliche Erhitzung des Körpergewebes stattfindet. Diese Studie zeigt nun aber biologische Veränderungen als Reaktion auf Mobiltelefonstrahlung niedriger Intensität – etwas, das möglicherweise Auswirkungen auf die Gesundheit haben könnte. Weitere Forschung ist nötig; klar ist jedoch, dass eine nur auf thermischen Effekten beruhende gesetzliche Regelung überholt ist.“

Artikel veröffentlicht:
07.09.2007
Autor:
David Derbyshire, dt. Übersetzung Diagnose-Funk u. Bürgerwelle Schweiz
Quelle:
Daily Mail, 30.08.2007

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