diagnose funk

Flucht aus unsichtbarem Nebel

Interview mit dem Verein für Elektrosensible e.V.
Dipl.-Politologin Dr. Birgit Stöcker, Vorsitzende des Vereins für Elektrosensible München e.V., in einem Interview für die Zeitschrift PROVOKANT (Ausgabe 01/08).

FLUCHT AUS UNSICHTBAREM NEBEL

Ein Interview der Zeitschrift PROVKANT mit Dr. Birgit Stöcker, Vorsitzende des „Vereins für Elektrosensible e. V., München“. Elektrosensible – „ein bisschen verrückt“ oder die Spitze eines Eisbergs? / Diskussion um Mobilfunk kann nicht beendet sein

„Im Zweifel gegen das Risiko“ hatten wir in unserer letzten Ausgabe einen Beitrag überschrieben, der eine Diskussion über Gefahren der Mobilfunkstrahlung beginnen sollte. Wir sind nicht die ersten und nicht die einzigen, die sich diesem Thema stellen. Dennoch scheint die Realität über alle Bedenken hinwegzugehen. In Finnland, der Nokia-Heimat, gibt es bereits mehr Handys als Einwohner. Doch auch jeder Gang durch Fußgängerzonen, Bahnhöfe oder Schulhöfe hierzulande zeigt: Wir holen rasant auf. Wie, muss man sich fragen, konnten wir vor 20 Jahren überhaupt miteinander kommunizieren, unsere Arbeit, ja, unser tägliches Leben meistern? Ohne Handy?! Auch dieser Siegeszug der Technik scheint nicht aufzuhalten. Worüber aber und vor allem über wen wird dieser Sieg errungen? Im letzten Jahrzehnt gab es allein in Deutschland Tausende von Bürgerinitiativen, die die Aufstellung von Mobilfunkantennen verhindern und damit die Belastung mit elektromagnetischer Strahlung reduzieren wollten - von Ausnahmen abgesehen, ohne Erfolg. Weil sie nicht Recht hatten? Oder weil sie es nicht bekamen? Zu den trotz allem unermüdlichen Aufklärern zählt Dr. Birgit Stöcker, eine mutige Frau aus Zorneding, Vorsitzende des „Vereins für Elektrosensible e. V., München“ und des „Bundesverbandes Elektrosmog e. V.“. Sie berät, begleitet und unterstützt seit 1989 Menschen, die unter Mobilfunkstrahlung und anderen elektromagnetischen Einflüssen schwer leiden. Frau Stöcker veröffentlichte 2007 im Shaker Verlag Aachen das Buch „Elektrosmog - eine reale Gefahr“. Wir sprachen mit ihr darüber.



„PROVOkant“: Frau Dr. Stöcker, warum haben Sie dieses Buch geschrieben?

Dr. Birgit Stöcker:
Das Leid der vielen Betroffenen wäre Grund genug dafür. Bestärkt hat mich jedoch vor allem der Vorhalt, der mir immer wieder von den Handy-Befürwortern gemacht wird: Mobilfunk sei gefahrlos. „Beweisen Sie uns bitte das Gegenteil!“ Genau das habe ich in meinem Buch getan.

Inwiefern leiden Menschen unter Elektrosmog?

In meinem Buch bin ich ausführlich auf unterschiedliche Symptome eingegangen, die sich zeigen können, wenn unser Körper auf die künstliche elektromagnetische Strahlung reagiert. Die Reaktionen sind sehr vielschichtig und reichen von einer übermäßigen Empfindlichkeit über Allergie bis zu schweren Erkrankungen. Ich habe mich mehr als 15 Jahre mit diesem Problem befasst und in der Zeit meiner Tätigkeit bis zum heutigen Tag fast 4000 Betroffene durch den Bundesverband vertreten. Ich weiß, von welchem Leid ich rede.

Wissen das die Ärzte inzwischen auch?

In der Regel nicht. Man kann in Deutschland die Mediziner, die davon etwas verstehen, vielleicht an zwei Händen abzählen. Meist sind es Ärzte, die eine gute physikalische Zusatzausbildung haben. Im medizinischen Studium existiert Elektrosensibilität einfach nicht. Hinzu kommt, dass sich therapeutisch sehr wenig oder gar nichts gegen die Symptome tun lässt. Man kann den Betroffenen wohl raten: Schalten Sie in Ihrer Wohnung möglichst alle Strahlungsquellen ab! Was nützt das aber, wenn der Nachbar nebenan, darüber oder darunter Tag und Nacht sein schnurloses Telefon am Netz hat? Und erst die vier oder mehr Antennen auf dem Dach des vielleicht nur 200 Meter entfernten Hochhauses?!

Man hört aber immer wieder zur Beruhigung, die Strahlenbelastung sei gar nicht so hoch.

Möglicherweise kann man das für die einzelne Strahlungsquelle gelten lassen. Das Netz der Quellen ist aber immer dichter geworden. Die Senderzahl nimmt weiter zu und vor allem die Zahl der Nutzer. Es gibt immer weniger Lücken und Nischen. Die Summe macht’s.

Lässt sich die Belastung exakt messen?

Zweifellos. Nur war es bisher üblich, immer nur die Belastung durch eine einzige Frequenz eines bestimmten Gerätes zu messen. Und die lag dann oft unter dem gesetzlich zulässigen Grenzwert. Mal abgesehen davon, dass diese Grenzwerte zu hoch liegen, besteht das eigentliche Problem in der Summe und im „Zusammenspiel“ der vielen verschiedenen Strahlungsquellen um uns herum. Da passiert eine unglaubliche Potenzierung. Und Gott sei Dank haben wir heute bereits sehr gute Messgeräte, die sogar diese Potenzierung ausweisen.

Offenbar scheint all das der Masse der Menschen wenig oder auch gar nichts auszumachen.

Der Schein trügt. Die Stresshormone, die bei elektromagnetischer Einwirkung ausgeschüttet werden, lassen sich bei jedem nachweisen. Es ist nur die Frage, wie lange der Körper diese Attacken paralysieren kann. Und mit wie viel anderen Faktoren er darüber hinaus noch zu kämpfen hat: mit Umweltgiften, mit falscher Ernährung, Bewegungsmangel, sozialen Konflikten oder psychischen Problemen usw. Bei weitem nicht alle reagieren so sensibel auf den Elektrosmog. Und wer da nichts merkt, belastet sich natürlich total. Jetzt mag er sogar noch über die Sensiblen lachen, die sich „so haben“, also vielleicht sogar ein bisschen verrückt sind. Aber irgendwann im Leben kommt auch bei ihnen der große Zusammenbruch: Krebs, Diabetes, Herzinfarkt oder vieles mehr.

Könnte es sein, dass Elektrosensible mit dieser Empfindlichkeit über eine Art Warnlämpchen verfügen und auf diese Weise sogar im Vorteil sind?

Wenn es für sie einen realen Ausweg gäbe, wäre dies tatsächlich ein Vorteil. Aber diesen Ausweg gibt es nur sehr begrenzt und zunehmend seltener. Immer mehr Betroffene flüchten deshalb aus den Städten, aus dem heimtückischen unsichtbaren Nebel. Meist suchen sie Zuflucht in waldreichen Gegenden, wo man mitunter noch funkarme Zonen findet. Oder aber sie ziehen sich in ihren Keller zurück, wenigstens um einigermaßen schlafen zu können. Ich kenne einen Hochschullehrer, der sich eine schöne Villa gebaut hat. Die Mobilfunkstrahlung zwang ihn jedoch, das ersehnte Domizil leer stehen zu lassen und im Souterrain zu wohnen.

Also trifft es nicht nur die „kleinen Leute“?

Durchaus nicht. Es gibt auch immer mehr bekannte Persönlichkeiten, die damit zu kämpfen haben. Sie machen sich natürlich dadurch zur Ausnahme und passen nicht mehr so recht ins Bild. Die ehemalige norwegische Ministerpräsidentin Brundtland, die später die WHO in Genf geleitet hat, ist auch davon betroffen. Mir ist klar, dass bereits eine notgedrungene Handyabstinenz mit einer solchen Funktion nicht kompatibel sein konnte. Für jene Betroffenen, die unter etwas normaleren Verhältnissen ihr Brot verdienen müssen, bedeutet eine solche Empfindlichkeit oder gar die manifeste Elektroerkrankung oft das völlige soziale Aus.

Wie sieht deren materielle Absicherung aus, wenn die Gesundheitsschädigung keine Erwerbsarbeit mehr erlaubt?

Es wandten und wenden sich immer noch Elektrosmog-Geschädigte an unseren Verband. Und wir konnten einen Weg finden, nicht wenigen von ihnen zu einer Rente zu verhelfen. Die Rentenversicherung erkennt die Notwendigkeit durchaus an, aber die wahren Ursachen werden niemals benannt. Bis vor kurzem hat man in der Regel eine psychische Erkrankung dekretiert. Aber da wollten zum Glück etliche verantwortungsbewusste Ärzte nicht länger mitspielen. Also lässt man die Sache jetzt lieber im Dunkeln.

Angenommen, die Mobilfunkstrahlung machte tatsächlich der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung nichts aus, sondern nur einer kleinen Gruppe besonders sensibler Mitbürger. Wäre dann beiden Seiten, den Betroffenen wie der Handy-Industrie, nicht gedient, wenn sich Letztere gegen etwaige Schadensersatz- oder Schmerzensgeldforderungen gut versichern würde?

Das sollte man denken. Die Situation ist aber ganz anders. Forschungseinrichtungen beschwören zwar oft genug, Mobilfunk sei völlig harmlos, wobei sie ohnehin nur den thermischen Effekt berücksichtigen. Dennoch lehnen es nach meiner Kenntnis die großen Versicherer rundweg ab, dafür geradezustehen. Von der bekannten Schweizer Rückversicherung beispielsweise kam von Anfang an ein kategorisches Nein. Begründung: Das Risiko sei zu groß!

Wissen Sie das „aus erster Hand“?

Ja, natürlich. Auf einer offiziellen Veranstaltung der Stadt München, bei der ich zugegen war, hat ein Referent dieser Versicherung dies ganz offen bekannt. Sinngemäß sagte er: Wir wussten von Anfang an, welch gefährliche Sache das ist. Deshalb haben wir es gleich ausgeschlossen, irgendeine Betreibergesellschaft zu versichern. Man verfolge schließlich auch alle entsprechenden Forschungen. Wenn also unsere Warnungen und Anklagen wirklich so haltlos wären, wie man behauptet, dann verstünden die Versicherungen aber herzlich wenig von einem guten Geschäft.

Haben Sie jemals Vertreter von Mobilfunkfirmen eingeladen, um ihnen eine konkrete Vorstellung von den Schicksalen Ihrer Verbandsmitglieder zu vermitteln?

Ja, wiederholt. Es nützte aber nichts. Man hört von ihnen immer wieder die gleichen Behauptungen: Die Studien hätten angeblich vollständig Entwarnung gegeben.

Und verhält es sich so? Was sagen die Wissenschaftler?

Die Forschungslandschaft ist auch auf diesem Gebiet gespalten. Man muss immer berücksichtigen, wer welche Studien bezahlt. Und: Die Wahrheit kann nie per Mehrheitsbeschluss herbeigeführt werden.
Ich kenne nicht wenige kompetente Physiker, die unser Problem sehr ernst nehmen und vor den gesundheitlichen Gefahren warnen. Wir selbst haben in Deutschland ein großes Forschungsprogramm mit 51 Studien angestoßen und begleitet. Und zwar gemeinsam mit verschiedenen universitären Instituten.

Mit welchem Ergebnis?

Es bestätigt unsere Befürchtungen. Nur werden derartige Ergebnisse immer wieder nur als „Hinweise“ auf die Möglichkeit gesundheitlicher Schädigung interpretiert. Und die sollen eben nicht mehr zählen als Indizien vor Gericht. Man müsse halt weiter forschen.

Was sicherlich nicht schaden kann.

Nur sollte man damit nicht beschwichtigen. Denn wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, wie sehr der dichter werdende „Nebel“ elektromagnetischer Strahlung die Bürger schädigt, liegen doch bereits vor. Man kennt den Mechanismus der Wirkung auf den menschlichen Körper. Jetzt müsste unbedingt daran angeknüpft und erforscht werden, was da im Einzelnen geschieht - in den Geweben, den Zellen, ihren Membranen, den Zellkernen und den Organellen.

Und welche Position nehmen die politischen Entscheidungsträger ein?

Ich wage zu behaupten, dass die Mehrzahl von ihnen durchaus Bescheid weiß. In persönlichen Gesprächen hat man mir dies schon wiederholt bedeutet mit der unterschwelligen Entschuldigung, ihnen seien „die Hände gebunden“.

Könnten die künftigen und vielleicht sogar schon die heutige jüngere Generation das Ruder noch herumreißen?

Da bin ich mir nicht so sicher. Nicht immer „fechten’s die Enkel besser aus“. Ernüchtert hat mich die offenbar typische Argumentation einer mir bekannten Studentin, die ihre Doktorarbeit über den Klimawandel schreibt. Sie meinte, wir seien ohnehin zu viele Menschen auf der Erde. Und wenn in 13 Jahren der große Crash käme, dann würden wir dadurch endlich mal weniger. Und dies sei die allgemeine Meinung in ihrem Institut. Eine Behauptung, die ich am liebsten nicht glauben möchte.

Muss bei aller erforderlichen Kritik nicht auch eine Rolle spielen, dass heutzutage in Notfällen der Mobilfunk Leben retten kann?

Das möchte ich überhaupt nicht leugnen. Aber wie sieht denn die Realität aus? Den Fällen, in denen der schnelle Griff zum Handy Hilfe bringt oder gar ein Leben rettet, stehen die vielen Schicksale gesundheitlich Geschädigter gegenüber, von denen nicht wenige ihre Schädigung nicht überlebten.

Sie meinen, die Bilanz stimmt nicht?

Genau. Und außerdem: Es hieße Märchen erzählen, wollte jemand behaupten, man habe den flächendeckenden Mobilfunk entwickelt, um Menschenleben zu retten. Es wäre nicht ein einziges Handy gebaut worden, wenn man damit kein Geld machen könnte. Die Gesundheit der Menschen spielt, wenn es sich rechnet, oft keine Rolle. Das ist nicht nur beim Mobilfunk so.

Einverstanden. Aber die technologische Entwicklung hat Fakten geschaffen, die nicht so leicht umzustoßen sind, ohne dass das ganze Gebäude unseres modernen Lebens ins Wanken geriete. Sehen Sie technische Lösungsmöglichkeiten, um die Gefahr des Elektrosmogs wenigstens zu reduzieren?

Das ist zwar schwer, aber international gibt es Erfahrungen, dass so etwas geht. Nehmen wir zum Beispiel Dubai. Über die Verhältnisse dort und ihre weltwirtschaftlichen Hintergründe, will ich hier nichts sagen. Nur eins: Dort gibt es natürlich ebenfalls Mobilfunk. Aber man hat die Sendeleistung der Antennen so abgesenkt, dass man nur im Freien mobil telefonieren kann. Von geschlossenen Räumen aus geht es eben nur über das Festnetz. Und das ist doch wirklich zumutbar, oder nicht? Es gibt sogar Länder, in denen Sie als Besucher Ihr Handy hinterlegen müssen, bis Sie wieder abreisen.

Es ist aber schwer vorstellbar, dass die große Masse der Handynutzer sich die Bequemlichkeit der potenziell ständigen, mobilen Kommunikation wieder versagt, zumindest nicht ohne Not. Läge eine Lösung vielleicht in der Entwicklung von Verbindungen über wirklich unbedenkliche Wellen?

Ein Physiker, der sich intensiv mit dieser Problematik befasst und unsere Bemühungen aktiv unterstützt, informierte uns über entsprechende Forschungen in Japan. Auch hierzulande gibt es alternative Überlegungen. Man erwägt, die eingesetzten elektromagnetischen Wellen nicht mehr zu pulsen, andere Frequenzen zu nutzen oder überhaupt nicht mehr mit Mikrowellen und stattdessen mit Lichtwellen zu arbeiten. Das ist alles sehr interessant. Doch sollten wir aufpassen, dabei nicht noch die natürliche Strahlung, die wir als Lebewesen brauchen, unnötig zu „verschmutzen“.

Was halten Sie von den Bemühungen, allzu starke elektromagnetische Strahlung abzuschirmen?

Sehr wenig. So mancher Betroffene setzt seine Hoffnung auf irgendwelche Chips oder Kästchen, die man sich um den Hals hängt. Mehr als ein Placeboeffekt ist da nicht zu erwarten. Solange die Hersteller solcher mitunter nicht gerade billigen Produkte ihre Technologie nicht offenlegen und die Dinger im wahrsten Sinne des Wortes black boxes bleiben, kann ich nur warnen. Das Prinzip, durch Emission zusätzlicher Schwingungen auf Quarzbasis schädigende elektromagnetische Wellen gewissermaßen über Interferenzen zu löschen oder abzuschwächen, ist vielleicht nicht abwegig, aber kaum erforscht. Und keiner weiß, wie diese Schwingungen auf uns wirken.

Und verschiedene Varianten des Faradaykäfigs?

Erstens kommen die, wenn überhaupt, nur für Hertzsche Wellen in Frage, nicht für die Longitudinal- also die Teslawellen, die immer „mit von der Partie“ sind. Ein Experte verriet mir zudem, dass eigentlich für jede einzelne der vielen Frequenzen eine besondere Abschirmmaßnahme erforderlich sei. Aber da gibt es noch ein generelles Problem: Der zunehmende „Schleier“ elektromagnetischer Strahlung schadet nicht nur den Menschen, sondern auch den Tieren und Pflanzen, ja der ganzen Natur. Unsere Erde können wir schlecht in einen Käfig stecken.

Sie bleiben also eine kompromisslose Gegnerin des Mobilfunks?

Solange er Leid über Menschen bringt und die Natur schädigt, ja! Doch möchte ich klarstellen: Ich wende mich nicht gegen den technischen Fortschritt. Ich gehörte zu den ersten, die sich ein Handy gekauft haben. Bis ich mit den Folgen konfrontiert wurde, übrigens auch ganz persönlich. Nur: Müssen denn alle technologischen Entwicklungen immer massenhaft eingesetzt werden, ohne echte Notwendigkeit, einfach der lukrativen Geschäfte wegen? Müssen Handys und ganze Heerscharen von elektronischem Spielzeug quasi zur Ausrüstung von Kinderzimmern gehören?

Den Zwang des Machbaren kennen wir auch bei bedrohlicheren Erfindungen.

Leider. Der Mobilfunk ist eine wunderbare Technologie. Es wird in Zukunft sicherlich auch Lösungen geben, die mit dem Leben auf dieser Erde gut verträglich sind. Aber noch haben wir die nicht. Und solange plädiere ich - zumindest was den massenhaften Einsatz dieser Technik betrifft - ernsthaft für ein Zurück. Jedenfalls für die nächste Zeit. Der Fortschritt unserer Zivilisation wäre dadurch nicht gefährdet. Im Gegenteil, er würde sicherer, da wir Schaden von der Gesellschaft abwenden würden. Es ist nicht anders als bei einer schwierigen Bergbesteigung. Mitunter muss man ein Stück zurück, um den Gipfel gut zu erreichen.

Frau Dr. Stöcker, vielen Dank für das Gespräch!

 

Biographisches

Die Diplompolitologin Dr. phil. Birgit Stöcker engagiert sich seit fast zwei Jahrzehnten gesundheitspolitisch, vor allem für alternativ-medizinische Patienteninitiativen. Dabei vertritt sie nachhaltig die Interessen von Bürgern, die unter den negativen Wirkungen so mancher „Errungenschaften“ unserer chemisierten und elektrotechnisierten Zivilisation leiden. Dazu gehören Amalgam-Belastete ebenso wie Chemikalien- und Elektrosensible bzw. -erkrankte. Zusammen mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages, Umweltärzten sowie Aktivisten von Umweltorganisationen gehörte sie im Jahr 2000 zu den Gründungsmitgliedern der Bewegung „Umwelt und Gesundheit“. Bereits seit 1996 befasst sie sich intensiv mit dem Thema „Elektrosmog“.

Artikel veröffentlicht:
13.06.2009
Autor:
Veröffentlicht auf Diagnose-Funk mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Provokant.

Schlagwörter dieses Artikels