diagnose funk

Zwei Drittel befürchten Schädigung

EU-Umfrage zu Mobiltelefonen und Funkmasten
Zwei Drittel der Briten glauben, dass die Strahlung von Mobiltelefonen und den dazugehörenden Masten ihre Gesundheit beeinflusst hat (s.u. Anmerkung Diagnose-Funk).

Dies hat eine Aufsehen erregende amtliche Umfrage ergeben. Eine grosse Mehrheit ist zudem unzufrieden mit den Sicherheitsmassnahmen der Regierung zur potenziellen Bedrohung.


Die Umfrage ist das Resultat einer riesigen Aktion der Europäischen Union, welche mehr als 27’000 Menschen quer über den ganzen Kontinent befragte, 1’375 davon in Grossbritannien. Siezeigte, dass die Besorgnis wegen der Strahlung wesentlich grösser ist, als sogar die engagiertesten Aktivisten zu glauben gewagt hätten und dass die amtlichen Versuche das Ganze herunter zu spielen, fehlgeschlagen sind.

Dies zeigt auch ansatzweise, wie die überwältigende öffentliche Resonanz zu erklären ist, die „The Independent on Sunday“ erfuhr, als man die Wirkungen der Strahlung auf Mensch und Tier im April in Frage stellte.

Diesen Monat werden zwei Stadträte - Haringey in London und Carmathenshire in Wales - überlegen, ob sie Wi-Fi in ihren Schulen erlauben werden, nachdem Sir William Stewart, der Vorsitzende der Health Protection Agency, seine Bedenken geäussert hatte. Sir William sagte zu BBC’s Panorama: „Ich glaube, dass es nötig ist, Wi-Fi und andere Bereiche zu überprüfen (...) ich glaube, es ist an der Zeit, dass dies nun geschieht.

Die Umfrage des EU-Eurobarometer-Programms, welches Meinungen quer über den Kontinent abfragt, ergab, dass 65 Prozent der Briten glauben, Mobiltelefone hätten ihre Gesundheit beeinträchtigt und 71 Prozent glauben, dass dies durch Antennenmasten geschah.

Die europaweiten Zahlen lagen bei je 73 und 76 Prozent, und sind damit deutlich angestiegen, ausgehend von 55 und 58 Prozent vor 5 Jahren.

Währen der letzten Jahre fand man zunehmend Hinweise für Risiken durch Mobiltelefone. Skandinavische Studien haben angedeutet, dass Leute, die Mobiltelefone 10 Jahre lang benutzt haben, mit grösserer Wahrscheinlichkeit einen Hirntumor entwickeln und dass die Strahlung die Hirnzellen abtötet, was dazu führen könnte, dass die heutigen Jungen schon in den Vierzigern senil werden.

Es gibt viel weniger Beweise über die Wirkungen der Masten, aber Studien haben ein Besorgnis erregendes Auftreten von Symptomen ergeben, wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel und Gedächtnisprobleme. Aktivisten behaupten ausserdem, sie könnten Krebs verursachen.

Die Umfrage zeigt, dass mehr als die Hälfte der Briten „sehr“ oder „ziemlich“ besorgt sind über solch potenzielle Wirkungen auf die Gesundheit - trotz der Beruhigungsversuche von Ministern, Ämtern und einigen Wissenschaftern.

Zudem offenbart sich eine grosse Unzufriedenheit mit den Informationen, die man dem Bürger gibt: Fast drei Viertel der Briten sagen, dass sie „nicht sehr gut“ oder „überhaupt nicht“ über den „Schutz-Rahmenplan“ gegen die „potenziellen Gesundheitsrisiken“ durch die Strahlung informiert sind.

Kommentar der Diagnose-Funk:

Die Formulierung des THE INDEPENDENT muss korrigiert werden: Zwei Drittel der Befragten schätzen durch Mobiltelefone oder Basisstationen einen "starken" oder "etwas" Einfluss auf die Gesundheit (siehe Abbildung zur Frage QB6).

Obwohl die Fragestellung bei einer früheren Untersuchung im Jahr 2002 nicht identisch war, vermerken die Autoren eine deutliche Zunahme der Bedenken gegenüber elektromagnetischen Belastungen (Siehe Tabelle):

Es verwundert uns, wie ausgiebig Mobiltelefone trotzdem gebraucht werden. Doch infolge fehlender Aufklärung und inseratefreundlicher Selbst-Zensur der Medien erkennt der Bürger nach Einschätzung der Diagnose-Funk noch nicht das wahre Aussmass des Schädigungspotentials.

Fazit: Trotz massiver Bemühungen von Industrie, industrieabhängiger Forschung und Behörden kann die Schädlichkeit der Funkstrahlung offenbar nicht auf lange Frist geleugnet werden, selbst wenn die FgF die Faktenlage weiterhin mit "Junc Science" (Kurzzeitexpositionen u.a.) verdünnt. Wir empfehlen daher emissionsarme Funkkonzepte. Alle anderen Wege führen unweigerlich zu einer extremen Kluft zwischen Betroffenen und Befürwortern dieser Technik.

Kommentar Iris Atzmon, Israel:

"Too bad, the WHO really worked hard on public perception, looks like they failed."
("Zu dumm, die WHO arbeitete schwer an der öffentlichen Wahrnehmung. Sieht so aus wie wenn sie versagte.")

Kommentar Grahame Blackwell, England:

"We're getting there."
("Wir kommen dem Ziel näher")

Artikel veröffentlicht:
15.07.2007
Autor:
Geoffrey Lean
Quelle:
The Independent on Sunday, 08.07.2007