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Bringt WLAN unsere Kinder in Gefahr?

12-jährige reagiert auf Mobilfunkstrahlung
Wenn sich Leah Homan irgendwo in der Nähe eines Mobilfunkmasten befindet, reagiert ihr Körper, sogar schon, ehe der zu sehen ist. „Ich bekomme eine Art von Kribbeln und Schwindel, manchmal Kopfschmerzen und dann weiss ich, es ist einer da, nicht weit weg.”

Leah, 12 Jahre reagiert sensitiv auf Mobilfunkstrahlung von Masten und anderen Telekommunikationsanlagen. Als sie zwei Jahre alt war, wurde an einer ihrer Nieren ein Tumor gefunden. Glücklicherweise wurde er rechtzeitig entdeckt und entfernt.

Ihre Mutter Jacky fürchtet, dass ein Telefonmast in der Nähe ihrer Wohnung in Sefton, Liverpool die Schuld haben könnte, obwohl dies nicht bewiesen werden konnte.

Obwohl Leah völlig geheilt wurde, war sie als Kleinkind unruhig und später hatte sie Schlafprobleme und Konzentrationsschwierigkeiten in der Primarschule, wo sie spezielle Hilfe benötigte, um ihre Aufmerksamkeitsprobleme zu beherrschen.

Sie leidet immer noch an zeitweiligen Schlafstörungen, umnebeltem Hirn - Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, und einem Kribbeln, welches auch dann schlimmer wird, wenn sie sich in der Nähe eines Computers befindet oder das drahtlose Netzwerk eingeschaltet ist.

In einer Welt, in der die meisten Leute heutzutage in der Nähe eines Mobilfunkmasten oder eines drahtlosen PCs ein ganz normales Leben führen, erscheint eine solche Reaktion erstaunlich. Aber immer mehr Kinder entwickeln durch die Emissionen von Mobilfunkanlagen Elektrosensibilität.

Und die Zahl der Betroffenen scheint unaufhaltsam zu steigen, sagt der Pathologe Dr. George Carlo vom Science and Public Policy Institute in Washington kürzlich an einer Konferenz des Radiation Research Trustes in London. Informationsübertragende Funkwellen gibt es überall – angefangen von drahtlosen Computern, über Mobiltelefone bis zu Masten. Mindestens die Hälfte der Primarschulen und dreiviertel der Sekundarschulen in Grossbritannien haben WLAN Netzwerke.

Gemäss Dr. Carlo sind die Telekommunikationsdienste ohne genügende Forschung zur Bewertung, der Gesundheitsrisiken eingeführt worden und nur mit sehr geringem Wissen über das Ausmass der Wirkungen, denen Kinder ausgesetzt sind, wenn sie diese Technologie benutzen.

Es gibt Sicherheitsrichtlinien für die Exposition durch diese Emissionen, die in Grossbritannien von der Health Protection Agency (HPA) eingeführt wurden, aber damit gibt es verschiedene Probleme.

Erstens, ziehen sie nur das Risiko einer Schädigung in Betracht, die durch die Erwärmung des Körpers durch diese Emissionen entsteht. Hingegen können aber die Wirkungen tief in den Geweben auftreten, wo sie nicht gespürt werden.

Zweitens liegt ihr „Sicherheits”-Höchstgrenzwert beträchtlich höher als in verschiedenen anderen Ländern – zehnmal höher als in Russland. Ausserdem basieren die Grenzwerte auf der Wirkung auf einen gesundenen Erwachsenen bei einer halbstündigen Exposition. Kinder verbringen viel länger als irgendjemand vorausgeahnt hat, vor den Laptops oder mit einem an ihrem Ohr „klebenden” Mobiltelefon und sie haben einen anderen biologischen Aufbau, der sie empfindlicher macht.

„Sie haben dünnere Schädeldecken, die die Strahlen leichter durchdringen” erklärt Dr. Carlo. „ Ein grösserer Prozentsatz ihres Körpers besteht aus Wasser und sie haben einen höheren Anteil von Ionen in ihren interstitiellen Flüssigkeiten, beides, das die Absorption von Strahlungswellen erhöht. Ausserdem macht sie die Zellteilung verletzbarer für genetische Schäden.”


Die Symptome schliessen Müdigkeit, Schlafprobleme, Kribbeln, Nackenschmerzen, Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit ein. Skeptiker sagen, es gebe keinen Beweis und diese Erscheinungen können viele Ursachen haben.

Eine Studie, über die im British Medical Journal 2006 berichtet wird, schloss, dass Elektrosensibilität ein psychologisches Phänomen sein könnte. James Rubin und sein Team am Institute of Psychiatry fand heraus, dass Leute, die sagten, sie seien elektrosensitiv, wenn sie mit richtigen und mit Scheinwellen getestet wurden sagten, dass ihnen die Scheinwellen Kopfschmerzen verursacht hätten. „Das heisst nicht, Kopfschmerzen seien weniger real vorhanden gewesen, aber es hiess nicht, dass sie direkt mit der vermuteten Ursache im Zusammenhang stünden", sagte Rubin.

Jedoch sollte man festhalten, dass die Studie teilweise von den Mobilfunkgesellschaften gesponsert wurde. Eine Menge anderer Symptome von Elektrosensitivität – Verdauungsprobleme, Depressionen, Gedächtnisverlust – haben einen Steigerungseffekt. Das heisst, je länger die Exposition andauert, desto schlimmer können die Probleme werden. „Kein Mensch hat einen Begriff davon, wie sich chronische Langzeitexposition auf Kinder auswirken wird”, sagt Dr. Carlo.

Einige Schulen haben sich gegen jegliches Risiko entschlossen und die drahtlosen Netzwerke entfernt. Der Leiter der Ballinderry Primary School in Lisborn, Nordirland, Ian Thompson verkündete kürzlich, dass „es scheint, dass der Vorteil drahtloser PCs durch die Risiken aufgehoben wird”, und daher schaffte er sie ab.

Was besorgniserregend ist, sagte Dr. Michael Kundi, der Leiter der Abteilung für Umweltgesundheit an der Universität Wien, ist, dass Kinder empfindlicher sind als Erwachsene, aber es keinen offiziellen Grenzwert für Innenraum-Emissionen gibt, also dort, wo die Jugendlichen am öftesten im Schussfeld stehen.

„Drahtlose Netze strahlen zwar nur schwach, aber das heisst nicht, dass dies für Kinder sicher ist. Wir haben noch keinen Beweis dafür", sagte er und fügte hinzu, dass es Möglichkeiten gibt, die Netze in den Klassenzimmern so zu gestalten, dass die Emissionen begrenzt werden, aber wenige Lehrer wissen etwas davon.

Obwohl andere Länder – eingeschlossen Israel und Italien – tiefere Grenzwerte einführen, sagt die HPA, dass es noch nicht genügend Beweise gibt, um eigene Richtlinien für Kinder herauszugeben.

Artikel veröffentlicht:
17.01.2009
Autor:
Deutsche Übersetzung durch Diagnose-Funk
Quelle:
express.co.uk, 16.09.2008

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