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WLAN-Verbrauchertest: Unnötige Strahlung

Kabel im Wohnbereich schaffen Abhilfe
Viele Geräte, die mit drahtlosem Netzwerk (WLAN) arbeiten, lassen sich auch verkabeln. So kann man unnötige Strahlung verhindern.

Der Verkäufer im Swisscom-Laden in Aarau empfahl der Familie Wissler aus Oberentfelden AG den drahtlosen Multimediarouter mit dem Swisscom-TV-Abo. Und versicherte, dieser strahle nur ganz wenig.

Doch das ist falsch: Wie Messungen eines Ingenieurs ergaben, strahlt dieses WLAN-Gerät für die drahtlose TV-Verbindung mit voller Leistung auch dann, wenn der Fernseher ausgeschaltet ist. Dies bekamen die Wisslers zu spüren: Kopfschmerzen, tränende Augen, Schlafstörungen und Unwohlsein waren die Folgen.

«Swisscom hat uns falsche Sicherheit vorgegaukelt», sagt Alois Wissler. Swisscom widerspricht, dass das Gerät dauernd mit voller Leistung sende.

«Werden keine Daten übertragen, sendet nur noch ein für die WLAN-Funktion notwendiger Signalisierungskanal. Wird der Ein-Aus-Schaltknopf auf Aus gestellt, sendet auch dieser Kanal nicht mehr», sagt Swisscom-Sprecherin Myriam Ziesack.

Es ginge aber auch anders, denn jeder Router lässt sich mit einem Kabel verbinden, womit die Strahlung stark reduziert werden kann.

Verkabeln kann man auch Spielkonsolen, die sich per WLAN mit dem Internet verbinden. Die Wii-Konsole von Nintendo zum Beispiel tut dies ununterbrochen, um laut Hersteller «Spiele-Updates und Überraschungen» zu ermöglichen. Wer das verhindern will, muss sich einen speziellen USB-2.O WLAN-Adapter kaufen.

WLAN wird zunehmend auch bei der Anbindung von Druckern oder Scannern angewandt. Auch hier hilft es elektrosensiblen Menschen, wenn sie die Geräte mit einem Kabel verbinden.

Keine Hilfe gibt es allerdings bei Internet-Radios wie denjenigen von dnt und Albrecht. Sie haben keinen Kabel anschluss, der Empfang erfolgt nur über WLAN.

"Noch nicht produktionsreif"

Bereits vor fünf Jahren hat die Swisscom ein weltweites Patent zur Reduzierung von Elektrosmog in drahtlosen lokalen Netzwerken eingereicht. Darin schreibt das Unternehmen, dass der Einfluss des Elektrosmogs auf den menschlichen Körper ein bekanntes Problem sei. Und dass die Auswirkungen mit der zunehmenden Verbreitung erheblich sein würden. Deshalb stellt sich die Frage: Warum verkauft die Swisscom nach wie vor WLAN-Geräte, die ständig senden? Die Swisscom schreibt dazu, dass «alternative technische Konzepte bislang noch nicht zur Produktionsreife gelangt sind».

Artikel veröffentlicht:
20.10.2010
Autor:
Darko Cetojevic | Konsumentenzeitschrift K-Tipp
Quelle:
K-Tipp Nr. 17 | 20. Oktober 2010 Veröffentlicht auf diagnose:funk mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.

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