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SAR-Wert: Mühsame Suche auf Preisschildern

'K-Tipp' überprüft Deklaration auf Handys
Vielen Händlern sind Angaben zu den Funktionen von Handys wichtiger als die Stärke der Strahlung. Es gibt aber auch andere, wie eine Stichprobe zeigt.

Null Angaben bei drei Ladenketten

Doch den SAR-Wert erfahren viele Kunden erst, nachdem sie das Gerät gekauft haben. Oft steht diese Info nur im Handbuch oder muss mühsam im Internet auf den Seiten der Hersteller gesucht werden. Die kundenfreundlichste Variante – den SARWert aufs Preisschild des Handys zu schreiben – hat sich noch nicht durchgesetzt, wie eine Stichprobe des K-Tipp zeigt.

  • Filialen von Interdiscount, M-Electronics und Mobilezone: keine Angaben auf dem Preisschild.
  • Swisscom-Shops: SAR-Werte nur auf den Preisschildern einiger Handys. Immerhin: Migros, Interdiscount und Swisscom wollen ihre Praxis überdenken. Und Interdiscount verspricht, die SAR-Werte ab Ende März auf allen Preisschildern aufzuführen.
  • Fust, die Verkaufskette PhoneHouse, Mediamarkt und Coop erwähnen die SAR-Werte – von einigen Ausnahmen abgesehen – auf den Preisschildern.

Je tiefer der SAR-Wert, desto besser

Doch: Auch in diesen Geschäften finden sich keine Hinweise zum Grenzwert und dessen Bedeutung. Wichtige Faustregel: Je tiefer der SAR-Wert, desto besser.
Allerdings orientieren sich die Hersteller noch immer am – auch in der Schweiz geltenden – EUGrenzwert von 2 Watt/kg. Deshalb entsprechen auch nur wenige Handys den Anforderungen des deutschen Öko-Labels «Blauer Engel»: maximal 0,6 W/kg (siehe K-Tipp 5/07).
Und die noch strengeren Vorgaben von www.topten.ch – SAR-Wert unter 0,4 W/kg – erfüllen momentan gerade 14 Handys. Diese Leistung genügt nämlich für die Handy-Kommunikation.

Kommentar diagnose:funk

Der SAR-Wert definiert die Masseinheit für die Absorption von Strahlungsleistung in biologischem Gewebe (W/kg).
Mit 2.0 W/kg (Watt pro Kilogramm) wird dieser fälschlicherweise immer wieder als "Grenzwert" definiert. Es gibt aber Keinen "Grenzwert" für Handys. Es handelt sich dabei lediglich um einen internationalen Richtwert. Zudem kann der SAR-Wert keinen Gesundheitsschutz garantieren, da mit diesem nur der thermische Effekt berücksichtigt wird, es aber bekanntermassen biologische Effekte gibt, die in den Betrachtungen keine Berücksichtigung finden.

Artikel veröffentlicht:
28.03.2007
Autor:
Otto Hostettler | Konsumentenzeitschrift K-Tipp
Quelle:
K-Tipp Nr. 6 | 28. März 2007 Veröffentlicht auf diagnose:funk mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.

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